Berkeley Softworks

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Berkeley Softworks / GeoWorks
BerkeleySoftworks.png
Gründungsdatum 1985
Schließungsdatum wahrscheinlich 2003-2004
Unternehmenssitz USA
Unternehmensleitung
Anzahl Mitarbeiter
Mitarbeiter (Auswahl) Brian Dougherty, Simon Pick
Umsatz
Branche
Website
Information

Berkeley Softworks (nicht zu verwechseln mit Berkeley Systems), später GeoWorks, war ein bekannter Software Hersteller für viele Homecomputer der 80er Jahre. Besonders bekannt wurde Berkeley Softworks mit dem Betriebssystem GEOS.

Neben dem Betriebssystem GEOS vertrieb Berkeley Softworks auch weitere Programme wie GeoWrite, GeoPaint, GeoCalc und GeoFile. Das Programm PrintMaster stammt ebenfalls von Berkeley Softworks. Daneben wurden noch zwei Spiele von Data East auf den C64 portiert. Diese waren Karate Champ und Kung-Fu Master.

[Bearbeiten] Geschichte

1980 verzichtete Brian Dougherty auf einen Job bei IBM, um am Intellivision von Mattell zu arbeiten. Nach einem Jahr verließ er auch Matell, um mit ehemaligen Mattell-Angestellten Imagic zu gründen. Zwar war Imagic sehr erfolgreich und kämpfte mit Activision um Marktanteile, mit dem Videospielecrash ging aber auch Imagic unter. Brian Dougherty jedoch nicht.

Brian Dougherty gründete daraufhin 1983 zunächst die Firma The Softworks, um mit einem Batteriehersteller ein Computersystem namens "Sky Tray" zu entwickeln. Im folgenden Bild, das direkt von Brian Dougherty stammt, sieht man ihn selbst in der Bildmitte:

The Softworks DevTeam.jpg

Das Developer-Team (Entwicklerteam) von The Softworks!

Brian selbst schrieb dazu:

Clockwise from me:

Lee Llevano, VP Marketing (currently working at Byte Mobile) Jim De Frisco, Engineer - architect of the PC/GEOS graphics system, currently working at AirSet) Doug Fults, Engineer - architect of PC/GEOS Flexible UI technology (along with Tony Requist not shown), both are currently working at AirSet Mike Farr, Engineer - left before the start of GEOS, went to Apple for a while, I've lost track of him. Pat Schmidtz, Engineer - left before the start of GEOS, lost track of him. Eric Del Sesto, Engineer, managed geoProgrammer, worked on PC/GEOS network support. currently at AirSet. Dave Durran, Engineer, worked on software tools, currently working for "Shoot the Moon" a game developer.

Dieses System war dafür gedacht, in die Lehnen von Flugzeugsitzen eingebaut zu werden. Berkeley Softworks sollte das Betriebssystem für dieses Computersystem entwickeln. Die Programmierer im Team waren alles hartgesottene Veteranen, die bereits aus dem Atari VCS alles mögliche herausgequetscht hatten. Allerdings wurde "Sky Tray" niemals serienreif, da eine Regulierung der Luftfahrtaufsichtsbehörde vorschrieb, dass auf solche Gadgets verzichtet werden musste, um Gewicht in Flugzeugen zu sparen. Da Dougherty dieses Projekt dennoch nicht aufgeben wollte, sah er sich nach einem Computer um, der den selben Prozessor verwendete. Er fand den C64, in welchem ebenfalls der 6502 seinen Dienst verrichtete. Darüber hinaus besaß der C64 noch Fähigkeiten, die Dougherty zugutekamen, und das bereits bestehende Betriebssystem ließ sich recht einfach für den C64 umschreiben. The Softworks wurde 1985 in Berkeley Softworks umbenannt. Ein neuer Name, doch es war die gleiche Firma und die gleichen Entwickler.

Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten lediglich zwei Angestellte im Verkauf. Da sich GEOS aber sehr gut verkaufen ließ, wuchs Berkeley Softworks innerhalb kürzester Zeit zu einer großen Firma. Als der C64C veröffentlicht wurde, verkaufte Commodore den C64C mit GEOS und verschaffte GEOS damit eine breite Käuferschicht. Durch den niedrigen Preis von 100$ für einen C64C incl. GEOS konnte sich GEOS sehr schnell ausbreiten, kostete ein durchschnittlicher MS-DOS PC immerhin 2000$ plus 99$ für Windows 1.0. Zu seiner erfolgreichsten Zeit war GEOS die zweithäufigs benutzte GUI. Neben Mac OS und MS-DOS war GEOS das drittmeist verkaufte Betriebssystem. Von GEOS wurde z.B. auch eine Version für den Apple II vertrieben.

1990 wurde der Name in GeoWorks geändert, und noch im Herbst auf der COMDEX/Fall in Las Vegas zeigte man mit GeoWorks Ensemble 1.0 das "GEOS für PCs" der Weltöffentlichkeit. Dieses PC/GEOS gewann in den folgenden Jahren nicht nur viele Anhänger, sondern auch einige bemerkenswerte Preise. Es brachte Microsoft in arge Bedrängnis, weil dort eine Gefahr für Works und Windows 3.1 erkannt wurde; man wollte sogar das komplette Team um Brian Dougherty aufkaufen. GeoWorks blieb stark und war sogar über zwei Jahre führender Betriebssystemhersteller. Doch das SDK für GEOS kam erst 1993 auf den Markt und PC/GEOS blieb 16-bittig. Ers mit dem 32Bit-System Windows 95 konnte Microsoft wieder vorbei ziehen.

Diese zum Vorgänger GEOS 64 und GEOS 128 als auch Apple-GEOS inkompatiblen PC- sowie Handheld-Versionen (Zoomer von Casio, Tandy und AST) waren Modifikationen von PC/GEOS, genannt PEN/GEOS. Zwar konnte man auf der MS-DOS Plattform einige Zeit erfolgreich am Markt bestehen, gegen die Übermacht von Microsoft konnte man jedoch nicht bestehen. Nokia setzte PEN/GEOS im Nokia Communicator ein. Die Commodore-Produktlinie wurde 1993 an Creative Micro Designs (CMD) weitergegeben, die 2001 den Verkauf von Commodore-Produkten endgültig einstellten.

NewDeal erwarb Mitte der neunziger Jahre die Geoworks-Rechte, gefolgt von MyTurn, die den GlobalPC herausbrachten. Seit 2002 übernahm nach einem Börsencrash Breadbox die Rechte von Geoworks. Die letzte GEOS-Version erschien 2006 als Breadbox Ensemble in der Version 4.1.2.

Bei GeoWorks selbst wandte man sich noch Ende der Neunziger ab vom Desktop hin zu funkgestützter Kommunikation sowie Dienstleistungen in diesem Bereich. Darauf folgte eine kurze aber erfolgreiche Zeit, in der namhafte Firmen wie Novell, Amazon.com und Hewlett Packart investierten. 2003 wurde die Firma jedoch von einem Investor aus Texas übernommen und offiziell wahrscheinlich liquidiert.