Computervirus

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Der Computervirus (kurz: Virus) ist eine Bezeichnung für ein schädliches Computerprogramm, das im Allgemeinen Daten vernichtet und sich analog der biologischen Viren selbstständig vermehrt. Es benötigt hierzu nur einen Wirt in Form eines Datenträgers. Die Verbreitung erfolgt nachdem unbewussten Laden des Computervirus durch die normale Nutzung von Datenträgern am Computern.

In der Heimcomputerzeit erfolgt die Infektion nur über Datenträgern, und zwar über die Disketten. Mittlerweile seit den 1990er Jahren auch über Netzwerke wie dem Internet.

Die Beseitung von Computerviren erfolgt über Antivirenprogramme oder Virenkiller. Hierbei ist es erforderlich, dass neben der Verwendung einer aktuellen Antivirendatei auch der Hauptspeicher des Computer virenfrei ist und das Antivirenprogramm von einer virenfreien Speichermedium geladen wird, um eine erneute Infektion des Computervirus auszuschließen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Historie

Die nachfolgende Auflistung zeigt einen Überblick über das Auftauchen und die Entwicklung von Computerviren. Noch 1985 schätzten Sicherheitsexperten das Risiko von Datenverlust durch zerstörerische Programme, die heute den Namen Computervirus tragen, für nahezu ausgeschlossen ein. Ein Jahr später wurden sie eines besseren belehrt. Und schon 1988 wurde von der USA das erste Computernotfallteam gegründet.

[Bearbeiten] 1949

Der ungarische Mathematiker John van Neumann (1903-1957) stellte die Theorie von selbstproduzierenden Automaten auf.

[Bearbeiten] 1970

In den 1970er Jahren konkurrierten an den Unis Studenten mit kleinen Programmen "Rabbits", um kostbare Rechenzeit für sich zu beanspruchen. Das Spiel "Core War", entwickelt von Mitarbeiter der Bell Laboratories, kam dem Prinzip eines Computervirus oder Wurms ziemlich nah.

[Bearbeiten] 1980

Das Programm "Status Message" schaltete für kurze Zeit das ARPAnet durch Überlastung ab.

[Bearbeiten] 1981

Im Gespräch von Professor Adleman und seinem Doktoranden Fred Cohen fiel zum ersten Mal der Begriff "Computervirus".

[Bearbeiten] 1982

Im Xerox Alto Reserach Center wurden die ersten Würmer für verteilte Berechnungen programmiert. Durch einen Progammierfehler vermehrten sich diese unkontrolliert und überlasteten das System. Das Programm "Elk Cloner" infiziert Disketten des Apple II, ist aber nicht schädlich. Es war der erste Linkvirus. Außerdem schreibt Joe Dellinger während seines Studiums einige reproduzierende Programme für den Apple II, die er "Virus 1, Virus 2..." nennt.

[Bearbeiten] 1983

Fred Cohen stellt seinen ersten funktionsfähigen Computervirus unter Unix vor, der sich im Befehl VD versteckt.

[Bearbeiten] 1984

Die Doktorarbeit "Computerviruses, Theory and Experiments" von Fred Cohen wurde veröffentlicht. Sie enthielt neben der Definition auch Virenquellcodes und von da an nahm die rasante Entwicklung von Viren seinen Lauf.

[Bearbeiten] 1985

Ebenfalls befasst sich die "Bayrische Hackerpost" mit der Übersetzung von Cohens Doktorarbeit ins Deutsche und entwickelt den "BHP-Virus" für den Commodore 64. Einige Programmierer entwickeln harmlose Scherzprogramme wie Buchstabenfresser. Trojanische Pferde die angeblich das PC-DOS von IBM verbessern sollten, hießen u.a "EGABTR", "SURPRISE" und löschten die Festplatten. Diese wurden über Mailboxen verbreitet. In der Computerzeitung "Apples" wurde eine Virenquellcode für den Apple II veröffentlicht.

[Bearbeiten] 1986

Bei den Großrechnern der FU Berlin tauchte im Januar die erste Vireninfektion auf . Den ersten MS-DOS Virus namens "Brain" (alias Pakistani oder Ashar) programmierten 2 Software-Händler aus Pakistan, um die Kunden an sich zu binden. Ein amerikanischer Student programmierte einen Computervirus, der 50.000 Computer des ARPAnets lahmlegte; mit dabei waren auch die Rechner der US-NASA und die US-NAVY. Sozusagen war es die erste Denial-of-Service-Attack. Die Computerzeitung "Computer Persönlich" veröffentlichte ebenfalls einen Virenquellcode für den Apple II. John McAfee bekämpfte mit dem fahrbaren Virenlabor "Bugbuster" Computervirenherde in San Fransisco. Später räumte er ein, dass das Wohnmobil voll Computertechnik eine reine Werbeshow ohne praktischen Nutzen war. Außerdem stellt der Chaos Computer Clubs das Virus "Virdem" (Bootsektorvirus), das sich in Bootsektoren von Disketten festsetzt. Weiterer Viren: Cascade, Stoned (alias New Zealand), Pingpong und Vienna.

[Bearbeiten] 1987

Erster Virus für Macintosh aufgetaucht. Apple lieferte dazu ein Antivirenprogramm für diese Virenfamilie. Erstes auftreten des speicherresidenten "Casacde-Virus", dessen Quellcode verschlüsselt ist. Ebenfalls die C'T veröffentlichte eine Virenquellcode für den Atari ST. Für folgende Computer tauchen die ersten Computerviren auf: Mac (nVir, Peace), AMIGA (SCA-Virus) und Atari ST (PT, Aladdin). Weitere Viren: Lehigh und Jerusalem (alias PLO und Freitag-der-13.).

[Bearbeiten] 1988

Der "Internet Worm" (Wurm) infizierte ca. 6.000 Computer des ARPAnets. Die Organisation CERT wird von der DARPA gegründet. Der Virenbaukasten für den Atari ST wird veröffentlicht. Erster Antivirus programmiert von Den Zuk von Denny Yanuar Ramdhani aus Indonesien zerstört den Brain-Virus. Im April erschien McAfees erster Virenscanner, der 19 Virenarten kannte.

[Bearbeiten] 1989

Erstes Auftauchen des polymorphen (vielfältigen) Virus namens "V2Px" (alias 1260 oder Washburn) und des Stealth-Virus (Tarnkappen-Virus) "Frodo". Erster Erpressungsversuch mit einem Trojaner der Firma PC Cyborg Corp. aus Panama. Der Firmeninhaber wurde verhaftet, verurteilt und in die Psychatrie eingesperrt. Eine verseuchte Spielversion von Leisure Suite Larry richtet in englischen Banken und Devisenfirmen mehrere Millionen £ Schaden an. IBM entwickelte ebenfalls ein Antivirenprogramm, das 22 Viren erkannte (McAfee erkannte schon 44). Erste Vireninformationsdienste wie "Virus Bulletin", "Virus Telex" entstehen. Weitere Viren und Würmer: AIDS, Dark Avenger.1800, Marijuna, OILZ und WANK.

[Bearbeiten] 1990

Ein polymorpher Stealth-Virus namens "Whale" (alias Motherfish) tauchte auf. Er ist der größte speicherresidente Virus (ca. 9 KByte). Im Golfkrieg wurden 5000 PCs der US-Streitkräfte mit "Jerusalem-B-Virus" verseucht. Ein Virenkonstruktionskit für DOS wurde vom "Verband Deutscher Virenliebhaber" herausgegeben und der "DIR-II-Virus", der FAT-Einträge unter DOS verändert, erscheint. Die Firma Symantec veröffentlicht Norton AntiVirus. Weitere Viren: 4096, Anthrax, Flip, Happy Birthday Joshi, Ping-Pong (alias Bouncing Ball, Italiener), V1, Virus-90 und Virus-101.

[Bearbeiten] 1991

Die Organisationen EICAR und CARO wurden gegründet. Mit dem "Saddam-Hussein-Virus" tauchte eine Virusart auf, die den gesamten Datenbestand verschlüsselt und nur noch Zugriff mit diesem Virus auf den Datenbestand erlaubt. Der Virus "Michelangelo" wurde durch die weltweite Hysterie in den nächsten 2 Jahren zu einen der bekanntesten Viren. Die Gefahr, die durch "Michelangelo" ausging, wurde insbesondere von John McAfee maßlos übertrieben dargestellt, der durch diesen Werbetrick den Umsatz seines Anti-Viren-Programmes massiv erhöhte. Er verkaufe dadurch 1991 über 7 Millionen Software-Einheiten. Der erste multipartite Virus names "Tiequila" wurde gesichtet.

[Bearbeiten] 1992

Ein Virenkit für mutierende Viren wurde vom Virenprogrammierer mit Synonym "Dark Avenger" veröffentlicht. Im Channel Videodat wurde versehentlich über einen Fernsehsender der polymorphe "Tremor-Virus" übertragen. Der erste schädliche Windows-Programm namens "WinVir1.4" (alias Involuntary) erscheint.

[Bearbeiten] 1993

Die Antivirenhersteller veröffentlichen die erste Liste über alle bekannten Computerviren (Wild-List). Microsoft rüstet MS-DOS mit einem Antivirenprogramm aus, das jedoch von neuen Viren wie z.B. "Tremor" deaktiviert wurde. Neue Virenarten der Rasse "Web-Worms" treiben ihr Unwesen im neu entstandenen World Wide Web. Weitere Viren: Monkey, Neuroquila, One-Half und SatanBug.

[Bearbeiten] 1994

Der multipartite Virus "One_Half" (alias Free_Love) tauchte auf, der sich in Bootsektoren und Master-Boot-Rekord einnistet. Weiterhin tauchte der Uruguay- bzw. Kernel-Virus namens "3APA3A" auf, der Bootsektoren und eine Systemdatei befällt, sowie der erste OS/2-Virus "OS2_First", der seine Wirtsdatei zerstört. Weitere Viren: Good Times (1. Hoax), Kaos4 (Usenet) und SMEG.Paragon.

[Bearbeiten] 1995

Windows 95-Programmdateien sind mit dem erscheinen des "Boza-Virus" auch nicht mehr sicher. Die ersten Linux-Viren tauchen auf namens "Linux.Bliss" und "Stoag". Dadurch das Vorgänge in Office-Programme mit Hilfe von Makros erleichert werden können, tauchen die ersten Makroviren u.a. namens "Concept", "DMV" auf. Der erste Makrovirus soll angeblich mit einer Werbe-CD von Microsoft verteilt worden sein.

[Bearbeiten] ab 1996

Die Anzahl von Computerviren und anderen schädlichen Computerprogrammen nimmt rasant zu. Zwar wird durch die weite Verbreitung des Betriebssystems Windows bevorzugt Computerviren für dieses Betriebssystems entwickelt, aber auch andere Betriebessysteme wie OS/2, Linux oder andere Computersysteme wie der Mac sind genauso Angriffsziele wie Computersysteme von den verschiedensten Netzwerken.

Ebenso können auch Handys, Smartphones und internet-fähige Videospielekonsolen, deren Hardware heutzutage auf aktueller Computertechnik basiert, von Schadensprogramme und Viren befallen werden und verursachen neben Datenverluste z.B. auch erhebliche Telefonkosten.

[Bearbeiten] Weitere schädliche Programme

Eine Übersicht über weitere schädliche Computerprogramme ist im C64-Wiki unter zu finden: Programme#Schädliche Programme.

[Bearbeiten] Weblinks

WP-W11.png Wikipedia: Computervirus