C64DTV

Aus C64-Wiki

(Weitergeleitet von DTV)
Wechseln zu: Navigation, Suche
D2TV - PAL-Version
DTV - NTSC-Version

Die englische Bezeichnung C64DTV steht für C64 Direct to TV. Hinter dem C64DTV verbirgt sich eine in Amerika entwickelte Ein-Chip-Variante des Commodore 64. Der ganze Chip hat Platz in einem Joystickgehäuse, das in etwa einem Competition Pro-Joystick ähnelt. Neben dem modifizierten C64-KERNAL befinden sich noch 30 Spiele auf dem ROM-Chip. Er kann so mit Hilfe eines Cinch-Kabels direkt an einen Fernseher (TV) angeschlossen werden und nach dem Einsetzen der vier Mignon-Batterien kann sofort eins der 30 Spiele gespielt werden. Der C64DTV wurde von Jeri Ellsworth entwickelt, die sich schon mit dem C-One in der CBM-Szene einen Namen gemacht hat. Durch geringe Bastelarbeiten kann ein C64DTV in einen fast vollwertigen Commodore 64 erweitert werden, dadurch erfreut er sich in der C64-Szene recht großer Beliebtheit.

Seit Anfang 2008 ist der C64DTV bis auf sehr kleine Restbestände anscheinend ausverkauft.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Versionen

Der C64DTV existiert in mehreren Versionen:

  • DTV1: Eine reine NTSC-Version mit 128 KByte RAM und 2 MByte ROM, die nur in den USA/Kanada ab Ende 2004 verkauft wurde.
  • DTV2 (manchmal C64D2TV genannt): Version mit zusätzlicher PAL-Unterstützung, die ab Ende 2005 in Europa verkauft wurde. Im DTV2 sind 2 MByte statt 128 KByte RAM enthalten, außerdem wurde das ROM gegen FlashROM getauscht. Durch einen Bestückungsfehler hat der DTV2 eine schlechtere Farbwiedergabe (in manchen Spielen ist hierdurch die Spielfigur schlecht sichtbar bzw. der Text unleserlich).
  • DTV3: Bei dieser Version wurde schließlich ein kleines Problem des Blitters bei transparenten Blits korrigiert.
  • Ferner gibt es noch die sogenannte Hummer-Spielkonsolen-Variante (ebenfalls mit 2 MByte RAM und FlashROM), die von Radio Shack verkauft wurde.

[Bearbeiten] Aufbau

[Bearbeiten] Gehäuse/Anschlüsse

  • Gehäuse: (können je nach Version abweichend sein!)
    • integriert in ein Joystick-Gehäuse, das einem Competition Pro ähnelt, aber einfacher gebaut ist (dünneres Plastik, Gummitaster statt Mikroschalter)
    • reiner Batteriebetrieb; vier Mignon- (AAA-) Batterien notwendig
    • vier zusätzliche Buttons (A, B, C, D), sind mit Leitungen von Port 1 verbunden
    • Reset-Taster (ab DTV2)
  • Externe Anschlüsse:
    • Composite-Video
    • Mono-Audio (beides Cinch)
  • Interne Anschlüsse:

[Bearbeiten] Hauptplatine

  • Prozessor:
    • 0,35 micron, 1 MHz, mit 6502-Emulation
    • ab DTV2: Verbesserte CPU (fast/burst mode, zusätzliche Register und Befehle, Unterstützung von illegal ops des 6510)
  • Speicher:
    • DTV1: 128 KB RAM, 2 MB ROM
    • ab DTV2: 2 MB RAM, 2 MB Flash
    • DMA-Engine zum Kopieren RAM/RAM und ROM/RAM
    • ab DTV2: Zugriff auf das RAM über 64 KB per Bank-Switching und Blitter (zusätzlich zur DMA-Engine)
  • Grafik: NTSC; ab DTV2: NTSC/PAL
    • programmierbare Palette (4 Bits Luma, 4 Bits Chroma)
    • ab DTV2: 256 Farben-Modus, schnelle Bildmanipulation mittels Blitter
  • Sound:
    • Filter werden nicht unterstützt
    • ab DTV2: 8-Bit-Digitalausgabe, weitere Optionen der Hüllkurven

[Bearbeiten] Spieleliste

23 gemeinsame Spiele der PAL- bzw. NTSC-Version

7 Spiele der PAL-Version

7 Spiele der NTSC-Version

[Bearbeiten] Unterschiede zum C64

[Bearbeiten] Kompatibilität

Die C64-Emulation des DTV hat einige Fehler, die teilweise zu Grafikfehlern, häufig aber auch zu Abstürzen führen. Dabei lässt sich nicht generell sagen, welche Programmtypen betroffen sind; auch viele einfache ältere Spiele laufen nicht ohne Änderungen. Eine genaue Auflistung der Emulationsfehler findet sich im DTV Programming Guide.

[Bearbeiten] Kernal

Das KERNAL des C64DTV wurde im Vergleich zum originalen C64 leicht verändert. So wurden u.a. die Datassetten-Routinen (Geräteadresse 1) entfernt und durch die Laderoutinen für die Spiele auf dem eingebauten ROM ersetzt. Zugriffe über die Gerätenummer 8 (LOAD"*",8) werden an eine ggf. angeschlossene Floppy weitergeleitet. Die Spiele im ROM können über Geräteadresse 1 (nur lesend) über eine sehr einfache Verzeichnisstruktur angesprochen werden. Hierzu wird zunächst die gewünschte Spiele-Datei vom ROM ins RAM kopiert, bevor sie genutzt werden kann.

Im Vergleich zu den C64-Emulatoren (VICE etc.) gibt es beim C64DTV keine Disketten-Images oder emulierte Floppy. Daher laufen die Programme, die im Programmverlauf auf die Floppy zugreifen, nicht problemlos ohne Anpassung bzw. Änderung vom Flash des C64DTV. Einige C64-Spiele wurden für den C64DTV entsprechend angepasst.

[Bearbeiten] Modding

Um den C64DTV zu erweitern, muss man die entsprechende Kenntnis über die Lötpads und der entsprechenden Schnittstellen-Belegung haben. Einige Lötpads für wesentliche Leitungen sind beschriftet, so dass es eigentlich kein Problem darstellt den C64DTV zu modifizieren bzw. zu erweitern. Einige Modifikationen (kurz: Mods) können erst ab Version DTV2 durchgeführt werden.

Hardware-Mods

  • DIN- bzw. PS/2-Tastaturanschluss
  • Externer Joystick (Port 1 und Port 2)
  • Floppy-Anschluss
  • Netzteilanschluss
  • Korrektur des Farbfehlers der PAL-Version (mit Einschränkungen auch per Palettenanpassung in Software möglich)
  • S-Video-Anschluss
  • Userport

Ferner gibt es spezielle DTV-Hardware (z.B. ein Datentransferkabel). Am IEC-Port lassen sich die auch mit einem "echten" C64 nutzbaren Geräte anschließen (z.B. SD2IEC, 1541-III, 1541 Ultimate).

Zum Modding/Flashen des C64DTV braucht man nicht unbedingt eine Floppy. DTV-seitig kann man eine kleine Bootstrapping-Software für ein Transferkabel (DTVTrans) abtippen und damit eine komfortablere Transfersoftware bzw. Flash-Utilities auf den DTV bekommen.

Als erster Anlaufpunkt für die Mods empfiehlt sich das DTV-Wiki bzw. die Website von Daniel Kahlin.

[Bearbeiten] Sonstiges

Die PAL-Version des C64DTVs enthält noch ein kleines "Geheimmenü" mit sechs weiteren Miniprogrammen: Einfach während des normalen C64 Startbildschirms den Joystick abwechselnd nach links und rechts bewegen. Daraufhin wird nicht "*" geladen, sondern das Inhaltverzeichnis einer Diskette. Mit dem Joystick kann man nun den Cursor auf eines der gewünschten Programme bewegen und per Knopfdruck starten.

Die Programme sind: "Basic Prompt", "Minima Reloaded", "Splatform", "DWCave", "Cliff Diving" und "Tinyrinth". Während es sich bei allen anderen Programmen um kleine Spiele handelt erlaubt "Basic Prompt" ein (wenn auch umständliches) arbeiten im Direktmodus - per Knopfdruck erscheint eine Tastatur, auf der man sich das nächste gewünschte Zeichen aussucht...

[Bearbeiten] Links

[Bearbeiten] Allgemein

WP-W11.png Wikipedia: C64 DTV
WP-W11.png Wikipedia: C64 Direct-to-TV Sprache:english

[Bearbeiten] Foren

Persönliche Werkzeuge