Epyx

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Automated Simulations / Epyx
Epyx Firmenlogo
Gründungsdatum 1978
Schließungsdatum ca. 1989
Unternehmenssitz USA
Unternehmensleitung
Anzahl Mitarbeiter 200
Mitarbeiter (Auswahl) John Freeman, John Connelly, Randy Glover, Jon Leupp
Umsatz
Branche Video- und Computerspiele
Website
Information

Epyx (in den Anfängen: Automated Simulations) war eine der beliebtesten Spieleschmieden für 8-Bit und 16-Bit Computer in den 1980er Jahren. Eine der beliebtesten Spielserie waren die Epyx Sportspiele wie Summer Games oder California Games. Epyx zählt auch zu den Firmen, die am meisten unter illegalen Kopien leiden mussten und dadurch wohl auch gescheitert sind.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Die Automated Simulations Ära

John Freeman ist begeisterter Dungeons & Dragons Spieler von der Firma TSR. Er hat bereits zwei Bücher und Brettspiele geschrieben und arbeitet als freier Mitarbeiter bei der Hobby-Zeitschrift GAMES. Mit Computern hat er noch nicht all zu viel Erfahrung, jedoch in der Spieleentwicklung. Als er sich einen Commodore PET kauft, ist er bemüht, diesen Einsatz wieder zurück zu bekommen. Er gewinnt Connelleys Hilfe bei dem Spiel Starfleet Orion, welches in BASIC programmiert wird. Damit haben beide das erste weltraumbasierende taktische Kampfspiel für Mikrocomputer geschrieben. Um es vermarkten zu können, gründen sie 1978 die Firma Automated Simulations.

Zu diesem Spiel gibt es, ebenfalls für PET Computer, eine Fortsetzung mit dem Namen Invasion Orion. Beide Spiele sind erfolgreich genug, dass sie eine Portierung auf andere Systeme rechtfertigen. So erscheinen sie auf Systemen wie dem Apple II und dem TRS-80. Mit dem Spiel Temple of Apshai, dem ersten Teil der "Dungeon-Quest"-Serie, schaffen sie 1979 den Durchbruch. Dieses Spiel orientiert sich stark an D&D und übernimmt auch die wesentlichen Spieltechniken. Ähnlich wie auch im Pen & Paper Rollenspiel kann der Spieler seinen Charakter mit Waffen im Wirtshaus ausstatten. Man kann sogar mit dem Gastwirt feilschen. Ausgestattet mit Waffen kann der Spieler nun einen Tempel auf Schätze durchsuchen. Die Grafik ist sehr eingeschränkt. Es gibt nur eine Truhe im Raum, die Wände sind nackt und pixelige Monster erwarten den Spieler. Das Spiel gewinnt den Preis der Academy of Adventure Gaming Arts & Design's Origin für das beste Computerspiel 1980 und es folgen zwei Fortsetzungen: Upper Reaches of Apshai und Temple of Ra. Diese werden auf fast jede erfolgreiche Plattform portiert und 1985 sogar als Trilogie mit besserer Grafik neu aufgelegt. Andere Titel, die über Automated Simulations veröffentlicht werden, sind u.a. Crush Crumble und Chomp, Star Warrior, Keys of Acheron, Datestones of Ryn und Rescue at Rigel.

Da der Name Automated Simulations nicht mehr zu den neuen RPG Spielen passt, überlegen sich die Firmengründer einen neuen Namen für die Distribution der RPG Spiele. Epyx soll der neue Markenname für die RPGs heißen, ein Homophon für Epics. Von 1980 bis 1983 stehen beide Namen auf der Verpackung. Automated Simulations als Hersteller und Epyx als Markenname für RPG's.

[Bearbeiten] Die Epyx Ära

Als Automated Systems 1980 auf einer Computermesse an der Westküste der USA teilnimmt, trifft Freeman seine spätere Frau, Anne Westfall, die in einem Stand einer anderen Firma ein Programm für den TRS-80 vorstellt. Freeman verlässt im November 81 Automated Simulations wegen den, wie er es nennt, "office politics" (Büro Politik). Mit Paul Reiche und Anne Westfall gründete er die bekannte Spielefirma Free Fall Associates. Mit diesem Schritt wollen sie sich mehr auf die Entwicklung von Spielen konzentrieren und vorallem wollen sie sich weniger um die geschäftliche Seite kümmern. Jim Connelly bleibt zwar vorerst noch bei Epyx, aber 1983 geht auch er wegen Differenzen mit dem neuen Management. Als er geht, nimmt er auch gleich eine große Anzahl von Programmierern mit.

Mit finanzkräftigen Investoren in der Hinterhand fusioniert Epyx mit der Firma Starpath, um deren Programmierer zu übernehmen. Zuvor war Starpath unter dem Namen Arcadia bekannt gewesen, den man aufgrund der Spielekonsole Arcadia von Emerson ändern musste. Starpath ist der Erfinder des Superchargers für das Atari VCS / Atari 2600, welches das Speichern von Spielen auf Datasetten erlaubt und 1982 eingeführt wurde. Das wohl bekannteste Spiel für den Supercharger ist wohl das 3D Spiel Escape from the Mindmaster. Das neue Management ändert den Namen nun endgültig in Epyx. Außerdem wird die Firma mehr auf Aktionspiele ausgerichtet. Einer der ersten Titel ist Jumpman von Randy Glover, welches 1983 erscheint und ein eindrucksvolles Spiel ist. Der Titel kann sich über 40.000 mal verkaufen, was für die junge Firma ein außerordentlicher Erfolg ist. Nebenher werden weitere Titel von Hobbyprogrammierern gekauft und vermarktet.

Im November 1983 beschäftigt Epyx 35 Mitarbeiter. Etwa 10 davon als Programmierer. Der Firmensitz befindet sich in Sunnyvale, Kalifornien. Epyx kümmert sich auch besonders um die Qualitätssicherung. Zwei Angestellte fungieren als Spieletester.

[Bearbeiten] Die goldenen Jahre

Mit den Spielen Pitstop (1983) und Pitstop 2 (1984) kann sich Epyx eine größere Fangemeinde sichern.

Der rasende Aufstieg beginnt allerdings mit dem Spiel Summer Games, das 1984 wegen den Olympischen Spielen in Los Angeles entwickelt wird. Das Spiel basiert auf dem Titel Sweat!, einem Zehnkampfspiel für den Supercharger von Starpath, von Scott Nelson. Durch die Fusion mit Starpath wird das Projekt vorerst auf Eis gelegt. Die Sommerspiele bieten einen willkommenen Anlass dieses Projekt wieder aufzunehmen. Geschrieben wird es komplett in Assembler, Summer Games hat nur sehr wenig mit dem Spiel gemein aus dem es hervorgeht und Epyx setzt einen Grafiker ein, was bis zu diesem Zeitpunkt kaum gemacht wurde. Die Crew besteht aus Stephen Landrum und seiner Team Randy Glover, Jon Leupp, Brian McGhie, Stephen Murdry and Scott Nelson. Das Spiel wird in weniger als 6 Monaten entwickelt und legt, durch die Euphorie der Olympischen Spiele 1984, mit einer verkauften Auflage von über 100.000 Einheiten, den Grundstein für Epyx Ruhm als Sportspiele-Firma. Die verkaufte Gesamtauflage, für alle Systeme, liegt bei über 1Mio Einheiten! Aufgrund des Erfolgs von Summer Games wird die Reihe mit Winter Games, sowie weiteren Titeln wie California Games und World Games fortgesetzt. California Games wird einer der erfolgreichsten Titel der Firma, die auf anderen System sogar eine Fortsetzung bekommt. 1988 erscheint, mit der Reihe The Games, als The Games - Winter Edition und danach The Games - Summer Edition, ein würdiger Abschluss der Games Reihe auf dem C64.

1984 veröffentlicht Epyx den Titel Impossible Mission. Der Titel wird ein großer Hit und zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Plattformer in den 80ern. Der Name macht diesem Spiel alle Ehre, da die meisten Spieler am Schwierigkeitsgrad schier verzweifelten. Es ist eines der schwierigsten Spiele, das bis dahin veröffentlicht wurde. Das Spiel kann sich immerhin 40.000 mal verkaufen und bekommt mehrere Fortsetzungen spendiert. Impossible Mission ist eines der ersten Spiele mit Sprachausgabe, das die neuartige Sprachsynthese der Firma Electronic Speech Systems verwendet. Der verrückte Professor Dr. Elvin meldet sich z.B. mit dem Satz: "Another visitor. Stay a while.....stay foreveeeeer!"


Expansion in weitere Unternehmensbereiche

Ab Mitte der 80er Jahre wird Epyx auch zum Publisher für andere Spielehersteller. Unter dem Label Maxx Out! erscheinen einige Spiele, die vorwiegend in Europa eingekauft werden. Epyx portiert diese meist noch auf Plattformen, die in den USA üblich sind. Die Titel Barbarian - The Ultimate Warrior und Barbarian II: The Dungeon of Drax haben in Europa einen hohen Bekanntheitsgrad. Barbarian - The Ultimate Warrior erscheint unter dem Titel Death Sword und Barbarian II: The Dungeon of Drax erscheint unter dem Titel Axe of Rage. International Karate wird unter dem Titel World Karate Championship verkauft. Das Maxx Out! Label erscheint sogar in California Games als Sponsor. Kurzzeitig ist Epyx sogar als Vertrieb für eine Tabellenkalkulation von Microsoft tätig. Man kauft Lizenzen und entwickelt, darauf basierend, Spiele wie G.I. Joe und Barbie.

Epyx expandiert auch erfolgreich in den Hardware Sektor. Das erfolgreichste Produkt von Epyx ist nämlich das FastLoad Steckmodul, das sich immerhin 650.000! mal verkauft. Das Fast Load Steckmodul verringert die Ladezeiten der 1541 Floppy auf ca. 1/5 der eigentlichen Ladezeit.

Epyx ist 1986 auf dem Höhepunkt angekommen und erwirtschaftet jährlich 9 bis 10 mio US Dollar. Der Firmensitz befindet sich nun in Redwood City, Kalifornien. Die Zahl der Angestellten erreicht 200. Value-U-Line Software Co. ist eine Tochterfirma von Epyx, die ältere Epyx Titel als Budget Versionen neu auflegt. U.S. Gold veröffentlicht die Epyx Titel in Europa und portiert diese Titel eigenhändig auf die, hauptsächlich in Europa verbreiteten, Plattformen Sinclair Spectrum und Amstrad CPC.

[Bearbeiten] Der Niedergang

Jeder, der einen C64 besitzt, hat mindestens eine Kopie eines Epyx-Titels, auch wenn nur die wenigsten dafür bezahlt haben. Der C64 verliert zunehmend an Marktanteil und viele Spiele von Epyx werden eingestellt bevor sie überhaupt fertig entworfen sind. Das Sortiment ist breit gefächert. Epyx produziert nun sogar Brettspiele.

1987 wird Epyx von Data East verklagt. Der Grund dafür ist, dass Epyx International Karate in den USA vertreibt. Da Epyx den Prozess verliert, ist die Firma gezwungen sämtliche Kopien zurück zu rufen (allerdings kann Epyx das Urteil später erfolgreich anfechten). Die Verkaufszahlen sinken Anfang 1989 rapide und bringen die angeschlagene Firma in ernste finanzielle Schwierigkeiten.

Bereits 1987 beginnt Epyx die kostenintensive Entwicklung der ersten tragbaren Spielekonsole mit Farbdisplay: Der 8Bit Handheld Handy. Wegen finanzieller Probleme ist Epyx gezwungen, dieses Projekt an Atari zu verkaufen und zwar mit sämtlichen Spieletiteln. Atari bringt diesen Handheld unter dem Namen Lynx auf den Markt. Kurz nach diesem Deal mit Atari wird auch Epyx von Ataris finanziellen Probleme mitgerissen. Der Vertrieb von Software wird eingestellt. Epyx konzentriert sich nun darauf Spiele zu entwickeln und diese von anderen Publishern vertreiben zu lassen. Man konzentriert sich nun auf Videospiele für Konsolen, die mit Cartridges arbeiten.

Da Epyx schon lange nicht mehr an alte Erfolge anschließen kann, gerät die Firma tiefer in finanzielle Schwierigkeiten. Die Belegschaft verringert sich innerhalb kurzer Zeit von 200 auf 20 Angestellte. Epyx meldet Insolvenz an und verklagt Atari, da diese sich weigerten zu bezahlen. Der Prozess verläuft zugunsten von Epyx. Dadurch schreibt man wieder schwarze Zahlen und Epyx kann die Insolvenz abwehren. Es folgen noch einige unbedeutende Titel für IBM PCs. Die Anzahl der Angestellten schwindet langsam von 20 auf nun mehr 7 Angestellte. Die Reste von Epyx werden an die Bridgestone Multimedia Group, einem Anbieter von christlichem Schulungsmaterial, verkauft. Ironstone Partners besitzt derzeit eine Lizenz der Bridgestone Multimedia Group und versucht einige Epyx Titel für Handhelds und Handys zu verwerten. Die Rechte an der Epyx Spiele Bibliothek gehen hauptsächlich an Atari, dadurch an Hasbro und später an Infogrames. Inzwischen besitzt System 3 die Rechte an den Epyx Titeln. In Deutschland liegen die Rechte bei Magnussoft. Einige Spiele unter dem Namen Epyx sind inzwischen für die Nintendo Wii, Pocket PC und PC verfügbar.

[Bearbeiten] Die "Epyx-Games" Reihe

Die Spiele der Games Reihe waren mit die bekanntesten Sportspiele für den C64. Sie umfasst, auf dem C64, insgesamt 7 Titel. Bei The Games besaß Epyx eine Lizenz des USOC (Olympisches Komitee der Vereinigten Staaten). Nach der Insolvenz von Epyx wurde diese Serie von U.S. Gold weitergeführt.

[Bearbeiten] Die "Street Sports" Reihe

Neben der erfolgreichen Games Reihe versucht Epyx eine weitere Sportreihe zu etablieren. Allerdings blieb es bei 4 Titeln dieser Serie. Konkurrenten wie Electronic Arts hatten mit ähnlichen Konzepten weit mehr Erfolg.

[Bearbeiten] Die Epyx Spielebibliothek (Auszug)

[Bearbeiten] Links

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