Final Cartridge 3

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Final Cartridge 3
Final Cartridge 3 - neue Version
Typ: Steckmodul
Hersteller: RISKA B.V. Home & Personal Computers
Neupreis: 99 DM, ca. 50 €
Erscheinungsjahr: 1987
Produktionsende: 1993
Sonstiges: Es gab mehrere Versionen für C64/128, die letzte war Final Cartridge 3

Die "Final Cartridge 3" ist ein Steckmodul, das am C64 oder am C128 am Expansionsport betrieben werden kann und 1987 von der Firma RISKA B.V. Home & Personal Computers (neuer Firmenname: TASC B.V., Firmensitz: Rotterdam in den Niederlanden) entwickelt wurde. Sie stellt dem C64-Nutzer über 60 neue Funktionen (u.a. BASIC-Erweiterung, Schnelllader und -speicherer für die VC-1541 mit dem Faktor 10, Freezer, Monitor) zur Verfügung, darunter u.a. eine Benutzeroberfläche (Desktop) mit Fenstertechnik (ähnlich wie GEM oder Windows), hardwareseitig eine Reset- und eine Freezer-Funktion. Die VC-1581 wird nicht unterstützt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aktivieren bzw. Deaktivieren des Moduls

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52-seitiges Handbuch
  • Aktivierung im Desktop oder Grafik-Modus
    • Einschalten des C64
    • Reset + Drücken von C= 
    • Befehl DESKTOP von BASIC aus
  • Aktivierung im Basic-Modus
    • Einschalten des C64'ers + Drücken von RUN/STOP 
    • Reset + Drücken von RUN/STOP 
  • Deaktivierung
    • Durch den Befehl KILL
    • Durch den Befehl SYS 64738
    • Im Freezer-Menü FINAL KILL
      • Das ist die "gründlichste" Abschaltung. Bei Spielen, die sonst nicht starten und bei denen auch das BASIC-KILL nicht hilft: Normal laden, LIST, SYS-Adresse merken, Freezer aufrufen, FINAL KILL, dann den SYS-Befehl von Hand eingeben.


[Bearbeiten] Funktionen der "Final Cartridge 3"

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Alte Version - Aufkleber grün/gelb

Alle zusätzlichen Funktionen sind nur nutzbar, wenn die "Final Cartridge 3" aktiv ist. Das Steckmodul besitzt neben dem Steckleistenanschluss und der roten Modulaktivitäts-LED, noch 2 Taster für die Reset- und eine Freezer-Funktion.

[Bearbeiten] BASIC

Es gibt folgende BASIC-Erweiterungen:

  • Scrollfunktion (runter und hoch) innerhalb eines BASIC-Listings.
  • Drucker-Interface, d.h. Nutzung von Centronics-Druckern unter BASIC V2.
  • Bildschirmausdruck (Hardcopy) mit der Tastenkombination CTRL +RETURN  starten.
  • 30 zusätzliche BASIC-Befehle (siehe nächster Absatz).
  • Per Joystick lässt sich, sofern das BASIC über den Desktop aufgerufen oder BAR ON im BASIC eingegeben wurde, eine Menüleiste mit den neuen BASIC-Befehlen aufrufen.

[Bearbeiten] Neue BASIC-Befehle

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Das Menü unter BASIC V2

Die neuen Befehle des FC3 (* = Befehl wurde erweitert):

  • APPEND, ARRAY, AUTO, BAR, DAPPEND, DEL, DESKTOP, DLOAD, DOS", DOS"$, DSAVE, DUMP, DVERIFY, FIND, HELP, KILL, LIST *, MEM, MON, MREAD, MWRITE, OLD, OPEN *, ORDER, PACK, PDIR, PLIST, RENUM, TRACE, TYPE, UNPACK

Erklärung der Befehle:

  • APPEND/DAPPEND - Hängt ein BASIC-Programm von Datasette/Diskette an das aktuelle Programm an
  • ARRAY - listet die Werte aller BASIC-Felder
  • AUTO - Vorgabe der Zeilennummer beim Programmieren aktivieren
  • BAR - aktiviert Auswahlmenü für erweiterte BASIC-Befehle (mit Joystick in Port 2)
  • DEL - löscht Bereiche von BASIC-Programmen z.B. DEL 10-20
  • DESKTOP - aktiviert graphische Benuteroberfläche
  • DLOAD - Laden eins Programms von Diskette
  • DOS" - Nutzung von Diskettenbefehlen, z.B.:
    • DOS"N:NAME,ID" - Formatieren einer Diskette (anstelle von OPEN 1,8,15,"N:NAME,ID":CLOSE 1)
    • DOS"F:NAME,ID" - Schnellformatierung einer Diskette (FC3-spezifisch)
    • DOS"D:NAME,ID" - Diskettenname ändern (FC3-spezifisch)
    • DOS"9 - ändert die Geräteadresse für DOS auf 9
  • DOS"$ - Anzeige des Disketteninhalts/Directorys (CATALOG in alter Version)
  • DSAVE - Speichern eines Programms auf Diskette, 6mal schneller als im Normalbetrieb
  • DUMP - listet die Werte aller BASIC-Variablen
  • DVERIFY - Verifizieren eines Programms auf Diskette
  • FIND - sucht Text in einem BASIC-Programm
  • HELP - listet jene BASIC-Zeile auf, die zuletzt einen Fehler verursacht hat
  • KILL - deaktiviert das Final Cartridge III
  • LIST - Aufhebung des Listschutzes
  • MEM - zeigt die BASIC-Speicherbelegung an
  • MON - aktiviert den Maschinensprache-Monitor
  • MREAD - liest 192 Bytes ab Startadresse, zum Kopieren von Speicherbereichen
  • MWRITE - schreibt 192 Bytes ab Startadresse, -"-
  • OLD - Wiederherstellen eines gelöschten BASIC-Programms nach Reset oder NEW
  • OPEN * - ?
  • ORDER - sortiert die Zeilennummern eines BASIC-Programms nach (D)APPEND
  • PACK - komprimiert ein BASIC-Programm, siehe UNPACK
  • PDIR - druckt Inhaltsverzeichnis der Diskette auf dem Drucker
  • PLIST - druckt BASIC-Programm auf dem Drucker
  • RENUM - nummeriert BASIC-Zeilennummern neu (vergleiche RENUMBER)
  • TRACE - zeigt zur Hilfe bei der Fehlersuche während des Ablaufs eines BASIC-Programms die aktuelle Programmzeile an
  • TYPE - Aktivieren der Direktausgabe der Tastatur auf den Drucker, vgl. CMD
  • UNPACK - entpackt ein mit PACK komprimiertes BASIC-Programm

[Bearbeiten] Funktionstasten

Die Funktionstasten sind im BASIC wie folgt belegt:

[Bearbeiten] Sonstiges

Das Modul hat die Besonderheit, dass es den Interrupt in BASIC immer auf die Standardroutine zurücksetzt. Die damals zahlreichen kleinen Hilfsprogramme, die sich in den Interrupt einklinken, funktionieren deswegen nicht.


[Bearbeiten] Grafische Benutzeroberfläche (Desktop)

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Das Hauptmenü nach dem Einschalten

Die Benutzeroberfläche beinhaltet Fenstermenüs und einen Zeiger, der auf 3 Arten bewegt werden kann:

  1. Joystick: beide Controlports möglich
  2. Tastatur: F1 ,F3 ,F5 ,F7  für die Richtungen und =  um auszuwählen.
  3. Maus: Achtung - Bei der alten Version der "Final Cartidge 3" funktioniert nur der Joystickmodus (rechte Maustaste der Maus 1351 beim Einschalten gedrückt halten!).

Im Desktop gibt es folgende Menüs:

  • INFO
    • DESKTOP: Anzeige der Autoren und Entwickler der "Final Cartridge 3"
    • VERSION: Anzeige von Herstellerdatum und Versionsnummer der "Final Cartridge 3"


  • SYSTEM
    • BASIC: Wechselt zur herkömmlichen C64-Benutzeroberfläche und beendet den Desktop.
    • FINAL KILL: Schaltet die "Final Cartridge 3" ab.
    • FREEZER: Aktiviert den Freezer
    • REDRAW: Bildschirmaktualisierung


  • PROJEKT
    • NOTEPAD: Aufruf des Notizbuchs (interne Textverarbeitung)
    • DLINK: Reserviert für zukünftige Erweiterungen für Diskettenbetrieb
    • TLINK: Reserviert für zukünftige Erweiterungen für Datasettenbetrieb


  • ULTILITIES
    • PREFERENCES: Einstellungen wie Bildschirmfarbe, Zeigerfarbe, Zeigergeschwindigkeit oder Joysticksteuerung.
    • BASIC PREFERENCES:
      • KEYBOARD CLICK (De-/aktiviert einen Tastaturton)
      • KEY-REPEAT (De-/aktiviert Tastenwiederholung)
      • CURSOR-BLINK (De-/aktiveren des Cursorblinkens)
      • DEFAULT DEVICE (Geräteadresse zum Laden und Speichern festlegen; 1=Datasette, 8 oder 9 Diskette)
      • BORDER COLOR (ändert Rahmenfarbe), NUMERIC KEYPAD (De-/aktiveren des Ziffertastenblocks am C128 im C64-Modus)
    • CALCULATOR: Aufruf eines einfachen Taschenrechnerprogramms
    • DISK: Aufruf einiger Diskettenfunktionen wie Inhaltsanzeige
      • DIRECTORY (es können max. 3 gleichzeitig angezeigt werden)
        • Je nach Version des FC3 wird unter "DIR" auch das Sortieren des Diskettenverzeichnisses unterstützt
      • RUN (ausgewähltes Programm laden und starten)
      • VALIDATE (Validation der Diskettenorganisation)
      • SCRATCH (Dateilöschung)
      • INITALIZE (Neuerkennung einer Diskette)
      • FAST FORMAT (Formatierung einer Diskette)
      • EMPTY (Diskettenlöschung ohne Formatierung)
      • RENAME (Dateiumbenennung)
      • CHANGE DISKNAME (Diskettenname ändern)
      • READ STATUS (Fehlerkanalsanzeige)
    • TAPE: Aufruf der Kassettenfunktionen SLOW (Programm laden) und FAST (Programmschnelllader, d.h. 10 mal schneller als die normale Ladefunktion).


  • CLOCK:
    • TIME: Anzeige der Zeit in der Menüleiste
    • ALARM: Schaltet die Alarmfunktion ein oder aus.
    • SETTINGS: Einstellen der Digitaluhr (aktuelle Zeit und Alarm)

[Bearbeiten] Freezer

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Das Freezer-Menü

Mit der Freezer-Funktion können laufende Programm eingefroren werden und der Speicherinhalt wieder auf Diskette oder Datasette abgespeichert werden. Dies dient u.a. zur Erstellung persönlicher Sicherheitskopien (Backups) oder zum Ausdruck von Bildschirminhalten (Hardcopys) in Schwarz-Weiß oder Farbe.

Folgende Menüpunkte existieren:

  • BACKUP
    • Disk (Kopie auf Diskette)
    • Tape (Kopie auf Datasette)
    • FDISK (Schnellkopie auf Diskette)
    • FTAPE (Schnellkopie auf Datasette)


  • GAME
    • Sprite 1 (Verhindert eine Sprite-Sprite-Kollision, sozusagen Schummelfunktion)
    • Sprite 2 (Verhindert eine Sprite-Hintergrund-Kollision, sozusagen Schummelfunktion)
    • Joyswap (Tausch der Joystick-Ports)
    • Autofire (Autoschussfunktion aktivieren, für jeden Joystick geeignet)


  • COLORS
    • BackGnd (Hintergrundfarbe ändern)
    • ForeGnd (Schriftfarbe ändern)
    • Border (Rahmenfarbe ändern)


  • PRINT
    • Settings (Druckeinstellungen)
    • View (Druckvorschau, jedoch können auch Farben geändert werden)
    • PSet (Änderung der Druckerauflösung)


  • RESET
    • Kill ("Final Cartdrige 3" wird deaktiviert)
    • Zero Fill (Reset mit Speichersäuberung wird durchgeführt)
    • CBM 64 (der C64 wird in den Urzustand zurück gesetzt)


  • EXIT (beendet den Freezer)
    • Run (Programm wird fortgesetzt)
    • Monitor (Das Monitor-Programm wird aufgerufen)
    • Desktop (Rückehr zur Benutzeroberfläche der "Final Cartridge 3")

[Bearbeiten] Monitor

Die "Final Cartridge 3" besitzt einen Monitor, das als Maschinensprache-, Disketten-, Zeichen- und Sprite-Monitor genutzt werden kann. Im Monitor können nur die Funktionstasten F3 , F5  und F7  genutzt werden. Er besitzt folgende Funktionen:

  • .A Assemblieren
  • .C Vergleichen
  • .D Disassemblieren
  • .EC Ausgabe in Zeichendarstellung
  • .ES Ausgabe in Spritedarstellung
  • .F Füllen des Speichers
  • .G Starten eines Maschinenprogramms
  • .H Speicherdurchsuchung
  • .I Texteingabe
  • .L Laden eines Maschinenprogramms
  • .M Speicherdarstellung
  • .O Umschalten zwischen RAM und ROM
  • .OD Aufruf des Diskettenmonitors
  • .P Einschalten der Druckerausgabe
  • .R Registerdarstellung
  • .S Speichern eines Speicherbereichs
  • .T Transport eines Speicherbereichs innerhalb des RAM-Speichers
  • .X Monitor beenden
  • .# Dezimalzahl in Hexadezimal
  • .$ Hexadezimal in Dezimalzahl
  • .@ Diskettenbefehl nutzen (wie DOS")
  • .*R Disk-Monitor-Befehl: Lesen eines Sektors
  • .*W Disk-Monitor-Befehl: Schreiben eines Sektors

Eine genaue Erklärung der Befehle gibt es im Handbuch (siehe Weblinks).


[Bearbeiten] Die Hardware

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Die neue (27PC512) und die alte Platine (2×27PC256)

Die Hardware des FC3 hat mehrere Funktionen. Zum einen soll natürlich der Zugriff auf das 64 KByte große ROM ermöglicht werden. Hierzu ist ein Register bei der Adresse $DFFF im IO2-Bereich des C64 vorhanden, welches die Kontrolle über das Einblenden von 16-KByte- oder 8-KByte-Bereichen des ROMs in den C64-Speicher erlaubt, sowie die Auswahl von 16-KByte-Bänken aus dem 64-KByte umfassenden FC3-ROM.

Um diese Funktionen zur Verfügung zu stellen, sind in dem Register Bits zur Kontrolle der GAME- und EXROM-Leitungen des C64, der Adressleitungen A15 und A14 des EPROMs sowie der LED des Cartridges vorhanden.

Aufbau des Banking-Registers:

Bits:

0 - A14
1 - A15
2 - unused
3 - unused
4 - EXROM
5 - GAME
6 - unused
7 - Freeze Mode (LED control)

A14 und A15 lassen sich indirekt über $DE00 auslesen. Zwar ist dort kein Register vorhanden, jedoch enthält das FC3-ROM dort den Wert, der im $DFFF-Register unter normalen Bedingungen stehen würde.

Es gibt grundsätzlich zwei Hardware-Versionen. Die neue Platine (27512 ROM/EPROM Version) enthält folgende TTL-Bausteine: 74LS14, 74LS174, 74LS163, 74LS133 und 74LS09. Auf der älteren Platine, die zwei 27256 ROMs enthält, ist noch ein zusätzlicher 74LS00 TTL-Baustein verbaut.


[Bearbeiten] Kompatibilität zu neuerer Hardware wie dem SD2IEC

Eine gute Sache mehr am FC3 und dessen Schnelllader ist, dass er kompatibel zum SD2IEC und zu einigen von dessen Filebrowsern ist, wie etwa dem CBM-Browser oder dem SD2BRWSE. Das bedeutet, der Schnelllader des FC3 bleibt in diesen Browsern erhalten und jede Software wird dann dementsprechend schnell geladen. Dies klappt bei allen Einzeldateien wie etwa PRGs und auch bei etwa 90 % der m2i-Files. Falls ein Nachladespiel nicht mit dem FC3-Schnelllader zurechtkommen sollte, was sehr selten vorkommt, dann kann man auch einfach das erste File mit dem Schnelllader laden und dann im C64-Basic einfach den Befehl "kill" eingeben, bevor man das File mit "run" startet. Dadurch wird das FC3 abgeschaltet und der Rest des Ladevorgangs wird mit normaler Ladegeschwindigkeit fortgesetzt. Auch die Funktionstasten-Befehle des FC3, sowie die vereinfachten CBM-DOS-Befehle erleichtern das Arbeiten mit einem SD2IEC enorm. Das Final-Cartridge-3 und das SD2IEC lassen sich sehr gut und bequem zusammen nutzen und bilden eine prima Kombination.


[Bearbeiten] Weblinks

WP-W11.png Wikipedia: The Final Cartridge 3
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