IDE64
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Der IDE64 ist ein (E)IDE-Controller (engl. Abkürzung für Enhanced Integrated Device Equipment) für den Betrieb von herkömmliche IDE-Festplatten an einem C64 oder C128 (im C64-Modus). Der IDE64 wird seit 1994 von Tomas Pribyl und Josef Soucek ständig weiterentwickelt und besitzt nebenbei noch eine BASIC-Erweiterung, einen Schnelllader, einen Dateimanager, einen Maschinensprachemonitor und einen Resettaster.
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[bearbeiten] Hardwaredesign
Der IDE64 besteht in der aktuellen Version 4.0 aus folgenden Komponenten:
- Einer Steckkarte für den Anschluss am Expansionsport
- Speicherchips
- 64 oder 128 KByte EPROM mit IDE DOS, Maschinensprachemonitor, Dateimanager und CMOS Setup
- 28 KByte RAM (interner Pufferspeicher)
- Echtzeit-Uhrchip
- Knopfzelle (CR2032, Li.3V 200mA) für die Speicherung der Einstellungen des Setups und für den Echtzeit-Uhrchip
- IDE-Anschluss am Kartenende
- Nur in den Versionen 1.x und 2.x: Anschluss für einen durchgeschliffenen Expansionsport
- Ab Version 2.1: SHORT BUS für IDE64-Erweiterungen wie die ETH64 oder DUART Karte
- Ab Version 3.4: Einschubslot für Compact Flash Speicherkarten
- Ab Version 4.0: USB-Anschluss für PC-Link
- Reset-Taster
- Grüne Power-LED und rote IDE-BUS-Aktivitäts-LED (eventuelle zusätzliche LEDs)
- Jumper zum Updaten des Flash EPROMs mit einer neueren IDE DOS Version
- Einige Versionen beinhalten die Möglichkeit des Anschluss eines parallelen oder seriellen PC-Link-Kabels für einen Datenaustauschen zwischen PC und C64
[bearbeiten] Anschluss
Der Anschluss der IDE64 erfolgt über den Expansionsport am C64 oder C128 im ausgeschalteten Zustand ebenfalls wie die Herstellung der Verbindung zu den IDE-Geräten oder das Ein- und Abstecken der Speicherkarte.
Die Einbindung der IDE-Geräte wie IDE-Festplatte (ATA-Bus- oder PC-Festplatte), ATAPI-CDROM-oder DVD-ROM-Laufwerk, LS-120- bzw. ZIP-Laufwerk, usw. erfolgt über ein 40-adriges IDE-Flachbandkabel, das jeweils auf Pin 0 (diese Seite ist rot am IDE-Flachbandkabel eingefärbt) auf dem IDE64-Controller und an den IDE-Geräten eingesteckt wird. Die Stromversorgung der IDE-Geräte erfolgt über ein entsprechendes PC-Netzteil.
In der aktuellen Version oder nach einem kostenlosen EEPROM-Update der (Versionen 2.x und 3.x) des IDEDOS auf Version V.9 werden bis zu 4 (nur 2 ist möglich ohne eine IDE splitter karte) IDE-Festplatten bis zu 128 GByte mit 16 Partitionen, DVD-Laufwerke bis 550 GByte im Format ISO9660+Joilet, und alle CF-Speicherkarten zwischen 4 MByte bis 137 GByte unterstützt. Die maximale Dateigrösse darf 4 Gigabyte (16 MByte bei Relative Dateien) betragen. Es werden 1024 Dateien in einem Verzeichnis unterstützt, sowie Dateinamen mit einer Länge von 16 Zeichen und 3 Zeichen Dateianhang, z.B. "SPIELEPROGRAMM12,PRG". Die Datenübertragungsrate beträgt ca. 70 KByte/s und erfolgt nur per DMA (engl. für Direct Memory Access).
Bei LS-120- und ZIP-Laufwerke, sowie CF-Speicherkarten werden die Formate FAT 12/16/32 mit max. 8 Partitionen und einer Grösse bis zu 128 GByte erkannt.
Hinweis: Die IDEDOS v.8x unterstützt nur max. zwei 8 GByte-Festplatten ohne Partitionierung.
Zu beachten ist weiterhin die bekannte Master-/Slave-Konfiguration. D.h. ist nur eine IDE-Festplatte oder IDE-Gerät am IDE64 angeschlossen, muss diese unbedingt per Jumper auf "Master" oder "Single" eingestellt werden. Wenn eine zweite Festplatte bzw. IDE-Gerät angeschlossen wird, muss unbedingt dieses auf "Slave" gejumpert werden.
Weiterhin dürfen keine Steckmodule, die den Speicherbereich $DE20-$DE37 (56864-56887) und $DE5F-$DEFF (56927-57087) belegen, zusammen mit dem IDE64 betrieben werden.
Falls der C64 an einem PC angeschlossen werden sollte, so geschieht dies entweder über den seriellen RS-232 Anschluss oder den Userport mit Hilfe eines seriellen oder parallelen PC-Link-Kabels.
[bearbeiten] Formatieren
Bevor die Festplatte zum ersten Mal am C64 genutzt wird, muss die Festplatte formatiert werden. Hierzu gibt es ein entsprechendes Formatierungsprogramm (z.B. FORMATx...), dass auf einer beiliegende 5,25"-Diskette mitgeliefert wird. Wenn die Festplatte komplett formatiert werden muss, dauert dies pro 1.3 MByte ca. 1 Minute. Wie auch beim PC werden bei der Formatierung alle auf der Festplatte befindliche Daten gelöscht.
Für IDEDOS v.9 heist das Formatierungsprogramm "CFSfdisk". Damit kann man partitionieren und die Partitionen formatieren. FORMATx ist nur für IDEDOS v.8x!
Folgende Festplatten-Dateisysteme unterstützt IDEDOS:
- OFS ist das eigene Dateisystem von IDEDOS v.8x
- CFS ist das eigene Dateisystem von IDEDOS v.9
- GEOS mit Hilfe eines entsprechenden Treibers
- Lunix mit Hilfe eines entsprechenden Treibers
- JOS / Wings nur die älteren Versionen ohne irgendwelche Treiber
[bearbeiten] Setupprogramm
Damit die Festplatte am IDE64-Controller richtig erkannt wird, muss das Setupprogramm mit der Tastenkombination <PFEIL LINKS>+<RESTORE> aufgerufen werden. Das Menü kennt folgende Optionen und wird über die Cursortasten und <RETURN>, sowie <RUN/STOP> (Hauptmenü), <C=> (Speichern), <+> und <-> (Einstellung ändern) bedient:
- Standard Setup
- Einstellung von Zeit und Datum
- Festlegung der Geräteadressen für
- 1. Diskettenlaufwerk (Standard 8)
- 1. (Standard 12) und 2. IDE-Geräte (Standard 13)
- PC-Link (Standard 14)
- CF-Speicherkarte (Standard 15)
- Festlegung Bildschirmfarben (Vordergrund, Hintergrund, Zeichen)
- Boot File (Autostart eines Programms von Festplatte) de-/aktivieren
- Floppy Speeder (Schnelllader) de-/aktivieren
- Set Basic Clock (Echtzeituhr) de-/aktivieren
- Advanced Setup
Verhalten der Master und Slave-Geräte wie z.B. de-/aktivieren von Powermanagement, Fehlern, Cachespeicher oder Überschreibschutz. - Restore Defaults (Standardeinstellungen laden)
- Save & Exit (mit Speichern das Setup beenden)
- Discard & Exit (ohne Speichern das Setup beenden)
Ein Betrieb der IDE64 ohne Batterie ist auch möglich, allerdings muss dann immer nach dem Einschalten oder einem Reset zuerst das Setupprogramm gestartet werden.
Wichtig ist auch die Initalisierung der Festplatte mit HDINIT (oder HDINIT1 bei 2 Festplatten), wenn die Festplatte später als der C64'er eingeschaltet wird.
[bearbeiten] BASIC-Erweiterung
Die IDE64 bringt folgende neue 19 BASIC-Befehle mit (* Befehle wurden erweitert):
- HDINIT (Initalisiert Festplatte, bei IDEDOS v.9 alle Festplatten)
- HDINIT1 (Initalisiert 2 Festplatten, IDEDOS v.8x)
- CD"/<Verzeichnisname>[/Verzeichnisname...]" [,<Gerätenummer>] (Wechselt Verzeichnis oder Unterverzeichnis; ähnlich wie beim DOS)
BeispieleCD"/"(eine Verzeichnisebene höher)
CD"/TEST"(ins Verzeichnis TEST wechseln)
CD"/TEST/SPIELE",12(ins Verzeichnis TEST/SPIELE wechseln) - CDCLOSE<Gerätenummer># CD- oder DVD-Laufwerk schliessen
- CDOPEN<Gerätenummer># CD- oder DVD-Laufwerk öffnen
- DEF"<Funktionstaste>" Funktionstasten <F1>-<F8> belegen (Nur für IDEDOS v.9)
- LL oder LL"[<Verzeichnisname>]"[,<Gerätenummer>] (Inhaltsverzeichnis im Unix-Format bzw. Festplatte anzeigen)
- DIR oder DIR"[<Verzeichnisname>]"[,<Gerätenummer>] (Inhaltsverzeichnis im C64-Format bzw. auch Diskettenlaufwerk anzeigen)
- INIT Speicher bereinigen und Reset durchführen
- MKDIR"/<Verzeichnisname>[/Verzeichnisname...]" [,<Gerätenummer>] (Verzeichnis oder Unterverzeichnis erstellen; ähnlich wie beim DOS)
- RM"/<Verzeichnisname>[/Verzeichnisname...]</Dateiname>" [,<Gerätenummer>] (Löscht Datei)
- RMDIR"/<Verzeichnisname>[/Verzeichnisname...]" [,<Gerätenummer>] (Verzeichnis oder Unterverzeichnis löschen; ähnlich wie beim DOS)
- CHANGE <Wechseln> (Gerätenummern zwischen 1.Festplatte und Laufwerk wechseln, IDEDOS v.8x)
- CHANGE1 <Wechseln> (Gerätenummern zwischen 2.Festplatte und Laufwerk wechseln, IDEDOS v.8x)
- CHANGE [<Gerätenummer>] (Gerätenummern zwischen Festplatte und Laufwerk wechseln)
- DATE (Anzeige von Datum/Uhrzeit)
- MAN (Aufruf des Dateimanagers)
- KILL (Deaktiviert die IDE64)
- LOAD * (Benutzung von Verzeichnis oder Unterverzeichnis möglich; ähnlich wie beim DOS)
- SAVE * (Benutzung von Verzeichnis oder Unterverzeichnis möglich; ähnlich wie beim DOS)
d.h. alsoSAVE"TEST",12oderSAVE"/TEST/SPIELE/SPIEL",13,1möglich. - SYS *
- VERIFY *
Zusätzlich gibt es ab der IDEDOS v.9 noch neue Laufwerksbefehle bzw. -kürzel:
- @[[<laufwerk kommando>]<,Geräteadresse>] – Anzeige von Laufwerksfehlern und laufwerkskommando ausführen
- @#<Gerätenummer> – Aktuelles Laufwerk wechseln (Standard 8)
- @$[<,Geräteadresse>] – Inhaltverzeichnis anzeigen
- /<"Dateiname">[<,Geräteadresse>] – Programm laden (,8)
- %<"Dateiname">[<,Geräteadresse>] – Maschinenspracheprogramm bzw. Programm absolut laden (,8,1)
- ´<"Dateiname">[<,Geräteadresse>] – Programm verifizieren
- ↑<"Dateiname">[<,Geräteadresse>] – Programm laden und danach starten
- ←<"Dateiname">[<,Geräteadresse>] – Programm abspeichern
- £<"Dateiname">[<,Geräteadresse>] – Maschinenspracheprogramm bzw. Programm absolut laden (,8,1) und starten
- .<"Verzeichnis name">[<,Geräteadresse>] – Wechseln ins Unter-/Verzeichnis
- # – Shell starten
[bearbeiten] Dateimanager
Der Dateimanager kann durch Eingabe von MAN gestartet werden und unterstützt bis zu 4 Diskettenlaufwerke (8-11), 2 IDE-Geräte (12,13), PC-Link (14) und die CF-Speicherkarte (15). Er ähnelt in etwa dem Nortoncommander, da er 2 Fenster (oben und unten) und eine Menüzeile besitzt. Er kann max. 510 Dateien in einem Verzeichnis anzeigen.
Das Menü wird mit der <C=>-Taste aktiviert und mit den Cursortasten, <RETURN> und <RUN/STOP> gesteuert. Hier können die Laufwerke den Anzeigefenstern zugewiesen werden oder die Farboptionen eingestellt werden.
Zwischen den Fenstern kann mit der <CTRL>-Taste gesprungen werden.
In den Fenstern können neben den Cursortasten und <RETURN> (Programm laden bzw. Verzeichnis wechseln) folgende Tasten genutzt werden:
- <F1> Seite zurück
- <F2> Seitenanfang
- <F7> Seite vor
- <F8> Seitenende
- <1> oder </> Inhaltsverzeichnis neu einlesen
- <3> Aufruf eines Dateibetrachtungsprogramm (Viewers) von Festplatte namens /viewer
- <5> Datei kopieren
- <6> Datei umbenennen
- <7> Verzeichnis / Unterverzeichnis erstellen
- <8> Datei löschen
- <+> Gesamtes Inhaltsverzeichnis markieren
- <-> Gesamtes Inhaltsverzeichnis entmarkieren
- <Pfeil links> Dateimanager beenden
[bearbeiten] Neue BASIC-Fehlermeldungen
(Nur für IDEDOS v.8x, IDEDOS v.9 hat keine neue BASIC Fehlermeldungen)
- ?HD ERROR - Hardwarekonfigurationsfehler ist aufgetreten.
- Abhilfen: 1. Ist die Festplatte korrekt angeschlossen?
2. Ist die Festplatte schon formatiert worden?
3. Ist die Festplatte im SETUP angemeldet?
4. Ist die Festplatte initalisiert worden ?
- Abhilfen: 1. Ist die Festplatte korrekt angeschlossen?
- ?DISK FULL ERROR - Festplatte ist voll
- ?LAST DIR SECTOR ERROR - Es gibt ein Sektorenproblem
- ?FILE IS NOT DIR ERROR - Die Datei existiert, aber es wurde das falsche Verzeichnis angegeben
- ?WRITE PROTECT ERROR - Eine Datei wird gelöscht, die schreibgeschützt ist
- ?FILE TYPE ERROR - Falsche Dateiart
- ?BAM ERROR - Es gibt einen Fehler im Inhaltsverzeichnis der Festplatte.
- Abhilfe mit dem beiliegenden Hilfsprogramm Scandisk
- ?DIR IS NOT EMPTY ERROR - Dieser Fehler erscheint, wenn ein Verzeichnis gelöscht wird, das noch Dateien beinhaltet
- ?FILE DID EXIST ERROR - Die Datei oder Verzeichnis existieren schon
[bearbeiten] Maschinensprachemonitor
Der Maschinensprachemonitor wird mit der Tastenkombination <C=>+<RESTORE> aufgerufen und dient zum Erstellen von Assembler-Programmen.
- A Assemby (Assembliere)
- B Memory-Switch (Speicherbreich wechseln)
- C Compare (Vergleiche)
- D Disassembly (Diassemblieren)
- E Edit (Editieren von sprites)
- F Fill (Füllen)
- G Go to (Springe zu Speicheradresse, Programmstart)
- H Search (Suchen)
- I ASCII-Format
- L Load (etwas in den Speicher laden)
- M Memory List (Speicherbereich anzeigen)
- N Zahl konversion (nur IDEDOS v.9x)
- O Memory-Switch (Speicherbereich wechseln)
- P Print (Speicherbereich ausdrucken, nur IDEDOS v.8x)
- R Register (Verzeichnisse)
- T Transfer (Speicherbereich in einem anderen Speicherbereich übertragen)
- S Save (etwas aus dem Speicher absichern)
- X Exit (Monitor beenden)
- # Umwandeln von Dezimalzahl in Hexadezimal (0-65535, nur IDEDOS v.8x)
- $ Umwandeln von Hexadezimalzahl in Dezimal ($0000-$FFFF, nur IDEDOS v.8x)
- @ Commands (Disketten-Befehle)
- *r Track von Diskette auslesen (nur IDEDOS v.8x)
- *w Track auf Diskette speichern (nur IDEDOS v.8x)
[bearbeiten] Zubehör
Für den IDE64 wurde eine Menge Software entwickelt. Ein Teil der Software liegt auf einer doppelt bespielten 5,25"-Diskette in teilweise gepackter Form (Unzip64 oder Gunzip) bei, wie z.B. Formatierprogramm, Festplattenmonitor, Dateibetrachter, Scandisk, CD-Player, Musik-Player, EPROM-Updater, Anleitungen.
[bearbeiten] Weblinks
| Wikipedia: IDE64 |
- Das IDE64 Steckmodul - Die offizielle Entwicklerseite des Projekts
- Dokumentationen zur IDE64
- Erfahrungsbericht aus der GO64! Ausgabe 08/2000
- Software für IDE64
Kategorien: Hardware | Steckmodul | 1994
