VICE kompilieren für Ubuntu
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[Bearbeiten] Kompilieren des VICE-Quellcodes für Ubuntu 10.10
Diese Anleitung wurde mit Ubuntu 10.10 und vice-2.3 in einer virtuellen Umgebung (VirtualBox) getestet, des weiteren funktioniert die Anleitung auch mit Ubuntu 10.4 und Debian 6.
Die Anleitung wurde für Ubuntu 12.04 und vice-2.4 angepasst: libreadline5-dev durch libreadline-dev ersetzt, Bibliothek libvte-dev hinzugefügt und checkinstall Abhängigkeit von libreadline5 auf libreadline6 aktualisiert.
[Bearbeiten] Diese Anleitung setzt die Kenntnisse folgender Seiten voraus
- Installation von Programmen
- Ein Terminal öffnen (für Kommandozeilenbefehle)
- Pakete aus dem Quellcode erstellen
- Archive entpacken
[Bearbeiten] System aktualisieren
Als erstes sollte man sein System aktualisieren, das geht am einfachsten über die Kommandozeile (später auch Shell oder Terminal genannt):
sudo apt-get update
gefolgt mit dem Benutzer-Passwort und dann:
sudo apt-get upgrade
Nun wird ein systemweites Update gemacht.
[Bearbeiten] Pakete
Folgende Pakete werden benötigt:
- build-essential
- libgettext-ruby-util
- xaw3dg-dev
- libxaw7-dev
- libgtk2.0-dev
- libavformat-dev
- libmp3lame-dev
- libreadline-dev
- libgtkglext1-dev
- libvte-dev
- ffmpeg
- libpulse-dev
- libswscale-dev
- checkinstall
Man könnte jetzt alle Pakete über Synaptic oder das Ubuntu Software-Center installieren, das ist etwas zeitaufwändig. Schneller geht es über die Shell, wo man folgenden Befehl eingibt (rein kopiert):
sudo apt-get install build-essential libgettext-ruby-util xaw3dg-dev \ libxaw7-dev libgtk2.0-dev libavformat-dev libmp3lame-dev libreadline-dev \ libgtkglext1-dev libvte-dev ffmpeg libpulse-dev libswscale-dev checkinstall
[Bearbeiten] VICE-Quellcode runterladen
Den Quellcode vom VICE findet man auf der Sourceforge-Projektseite:
[Bearbeiten] Quellcode-Archiv entpacken
Jetzt startet man eine Shell (Terminal) und wechselt in das Verzeichnis mit den runter geladenem Archiv:
cd <Verzeichnisname>
Das Archiv mit
tar xzvf <Dateiname>
entpacken und mit
cd vice-x.y
in das entpackte Verzeichnis (für Version x.y) wechseln.
[Bearbeiten] VICE Quellcode konfigurieren
Vorher muss man den Quellcode konfigurieren. Dies geschieht mit:
./configure --with-xaw3d --enable-gnomeui
Wenn man den VICE mit anderen Optionen kompilieren will, kann man sich die configure-Parameter mit:
./configure -h
anzeigen lassen.
[Bearbeiten] VICE Quellcode kompilieren
Nach erfolgreichem Durchlauf des configure-Vorgangs wird nun mit dem Befehl
make
der Quellcode in ausführbare Programme umgewandelt.
Wenn man einen Mehrkernprozessor hat, kann man diesen Vorgang mit folgenden Optionen beschleunigen:
- für zwei Kerne
make -j2
- oder vier Kerne
make -j4
[Bearbeiten] make install (checkinstall)
Meistens werden fertig kompilierte Programme mit "make install" installiert. Der Nachteil ist, dass dies unter Umständen die Paketverwaltung stört. Mit dem Befehl "make checkinstall" wird aus dem kompilierten Programm ein deb-Paket gebaut und dann über die Paketverwaltung installiert. Um den vice zu installieren braucht man root-Rechte und setzt aus diesem Grund das Kommando sudo davor. Dies geschieht mit:
sudo checkinstall --requires=libgtkglext1,libreadline6,ffmpeg
gefolgt von der Eingabe des root-Passwortes. Danach kommen noch eine Reihe von Fragen, die man einfach mit der Enter-Taste bestätigt. Nun erstellt der checkinstall-Vorgang ein deb-Paket, welches sich dann im vice-x.y-Verzeichnis (x.y für die entsprechende Version) befindet und installiert den vice über die Paketverwaltung. Falls bei checkinstall eine Fehlermeldung kommt und abbricht, sollte man doch noch ein sudo make install durchführen und dann nochmal sudo checkinstall ausführen. Wenn man will kann man eine Beschreibung des Paketes wärend des checkinstall angeben:
Der vielseitige Commodore-Emulator
und mit Enter bestätigen. Dann kommt die nähere Beschreibung:
VICE emuliert die Hardware der Commodore Business Machines aus der Zeit vor dem Amiga. Unterstützt werden verschiedene Pets, der VIC-20, der Commodore 64, der Commodore 128, die CBM-II Serie und der PLUS/4.
dies dann zweimal mit Enter bestätigen. Wer will kann auch noch bei den Vorgaben seine E-Mail-Adresse bei Maintainer eintragen, das ist Wichtig wenn man die Pakete der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.
[Bearbeiten] VICE starten
Die ausführbaren Dateien befinden sich im Verzeichnis /usr/local/bin/.
Danach kann man die VICE-Emulatoren und dazugehörige Tools über die Kommandozeile mit folgenden Befehlen starten:
- x64 - C64 Emulator
- x64sc - C64 Emulator mit genauerer VIC-Emulation als x64 und braucht deutlich mehr Rechenleistung
- x64dtv - Emulator für den C64 DTV
- x128 - C128 Emulator
- xcbm2 - CBM-II Emulator
- xpet - PET Emulator
- xplus4 - PLUS4 Emulator
- xvic - VIC20 Emulator
- c1541 - ist ein Kommandozeilen-Programm, um Disketten-Images zu erstellen, zu extrahieren und zu manipulieren
- petcat - wandelt BASIC-Programme in Text-Dateien und umgekehrt um
- cartconv - konvertiert zwischen verschiedenen Cartridge-Image-Formaten sowie dem Binärformat