Vermeer

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Vermeer
Titelbild vom Spiel
Spiel Nr. 84
Entwickler Paul Förterer, Andreas Kemnitz, Ralf Glau
Firma Ariolasoft
Release 1987
Plattform(en) Amstrad CPC, Atari ST, Amiga, C64
Genre Strategy, Trading
Spielmodi bis zu 4 Spieler (abwechselnd)
Steuerung Icon Port2.pngIcon joystick.png Icon tastatur.png
Medien Icon disk525.png Icon kassette.png
Sprache Sprache:deutsch Sprache:englisch
Information Sprache:englisch Version "+1ED" von Laxity 2014


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bewertung

Bewertung der C64-Wiki-Benutzer (10=die beste Note):
8.66 Punkte bei 32 Stimmen (Rang 15).
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C64Games 6 22. Mai 2006 - "gut" - 12426 downs
Lemon64 8,53 6. Oktober 2006 - 15 votes
Kultboy.com 8,41 26. Juni 2011 - 22 votes

[Bearbeiten] Beschreibung

Vermeer ist eine deutschsprachige Wirtschaftssimulation von Ariolasoft aus dem Jahr 1987. Die Rahmenhandlung spielt unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg. Eine wertvolle Kunstsammlung ist in den Kriegswirren verschwunden. Der vormalige Eigentümer Walther von Grünschild gibt seinen potentiellen Erben jeweils ein Startkapital und erklärt ihnen, dass er sein weltweites Wirtschaftsimperium demjenigen vermacht, der dieses Geld so verme(e)hrt, dass er ihm die Bilder zurück bringen kann. Die potentiellen Erben betätigen sich weltweit auf Plantagen im Anbau und Handel von Kaffee, Tabak, Tee und Kakao. Eine weitere Verdienstmöglichkeit sind Aktienspekulationen an der Börse. Durch die historische Einbindung des Spielgeschehens in die Weltwirtschaftskrise gibt es immer wieder starke Inflationsschübe und Währungsreformen, die zu Rückschlägen führen, aber mit etwas Geschick und Glück auch zu enormen Gewinnen genutzt werden können. Der einzige Hinweis über den Verbleib der Sammlung führt zu einem gewissen Vico Vermeer, einem der besten Kunstfälscher seiner Zeit. Die verschwundenen Bilder (nebst Fälschungen) tauchen allmählich auf internationalen Kunstauktionen auf. Die Gewinne aus den Plantagen und den Börsengeschäften dienen dem eigentlichen Spielziel, die Bilder auf den Auktionen zu ersteigern. Sowohl um die besten Plantagen in Übersee als auch um den Zuschlag auf den Kunstauktionen in Europa konkurrieren die Spieler. Wenn alle 40 Gemälde in Spielerbesitz sind, verfasst von Grünschild sein Testament und trägt den siegreichen Spieler als Erben ein, das Spiel ist zu Ende.

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... eine Animation aus dem Spiel

Steuerung: Das Spiel ist voll menügesteuert. Die Bedienung erfolgt optional mittels Cursor-Pfeiltasten und Return oder mit dem Joystick. Durch Bewegen des Joysticks VOR/ZURÜCK wählt man einen Menüpunkt an, durch Drücken des Feuerknopfs wird bestätigt. Bei Zahleneingaben stellt man durch Bewegen des Joysticks LINKS/RECHTS die Stelle ein und durch VOR/ZURÜCK verändert man diese, durch Drücken des Feuerknopfs wird bestätigt. Mit dem Menüpunkt "Ausgang" gelangt man immer zum vorhergehenden Menü. Wenn man bei Zahleneingaben Null (0000) eingibt, gilt dies als Ausgang. Namenseingaben (bei Spielstart und Savegameverwaltung) erfolgen über die Tastatur und werden mit Return bestätigt. Sollte sich ein vertikaler Doppelpfeil vor einem Menüpunkt befinden, so ist dieser Menüpunkt gesperrt (z.B. kann man nicht von einer Stadt wie Richmond im Inland einen Hafen in Übersee anlaufen).

[Bearbeiten] Gestaltung

Vermeer präsentiert sich in Sachen Grafik recht minimalistisch. Das Spiel wurde größtenteils als Cursorgrafik mit modifizierten Zeichensätzen gestaltet. Doch die Möglichkeiten dieses Verfahrens wurden mit viel Detail-Liebe eingesetzt und optimal ausgeschöpft, so dass man das Spiel nicht mit reinen Print-Orgien (wie in vielen von Hobby-Programmierern in Basic erstellten Wirtschafts-Simulationen) vergleichen kann. Die Screens sind zweckmäßig und übersichtlich in Fenster unterteilt. Durch invertierte Schrift wird signalisiert, welches Fenster das gerade aktuelle Menue darstellt, in dem man navigieren kann. Ein paar Ausnahmen von der reinen Cursorgrafik bilden recht simple einfarbige Grafiken wie die geheimnisvoll blinzelnde Dame im Titel-Screen, ein süffisant posender Vico Vermeer bei Meanwhiles oder die Karte im Reisemenü. Es gibt sogar kleine Animationen während der Schiffs- bzw. Bahnreisen. Diese Abweichungen von der reinen Cursorgrafik sind nette kleine optische Auflockerungen. Sie bleiben zwar dem Minimalismus treu, sind also keinesfalls beeindruckend, stören aber zumindest nicht, da sie dezent sind und sich schnell aufbauen (anders etwa als bei dem 1 Jahr vorher von Ariolasoft veröffentlichten Titel Hanse aus dem gleichen Genre; dort dauerte das Zeichnen der Landkarte nach jeder Runde gefühlte Ewigkeiten).

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Spielstart

Von wenigen Mini-Jingles abgesehen ist der einzige Sound das Piepsen, das ertönt, wenn man sich in einem Menü bewegt oder Änderungen in seiner Plantage durchführt. Bei Auswahl eines Menüpunktes mittels Feuerknopf ertönt ein besonders hoher Piepser. Man kann es als akustische Hilfe annehmen, die einem signalisiert, dass die Steuerung reagiert hat. Wenn man sich gestört fühlt, kann man den Sound ja leise drehen. Allzu viel anderes verpasst man dann nämlich auch wieder nicht. Bei Monatsberichten, Termingeschäftsangeboten oder Nachrichten ertönt ein Ticker-Geräusch, während der Text ausgegeben wird. Einerseits schafft dies eine Atmosphäre von Wichtigkeit und signalisiert, dass nun etwas Besonderes passiert. Andererseits ist der Effekt recht simpel mit ein paar Pokes zu erzielen und kann Zartbesaitete auf die Dauer womöglich enervieren.

Alles in allem liegt hier bei der Gestaltung der Fokus ganz klar auf der Zweckmäßigkeit. Es gibt sicher aufwendiger gestaltete Wirtschaftssimulationen (Oil Imperium wäre ein Beispiel) aber auch noch spartanischere (z. B. wurde bei Oel nicht einmal der Zeichensatz modifiziert).

[Bearbeiten] Hinweise

[Bearbeiten] Spielanleitung

Eine vollständige Anleitung zum Spiel von H.T.W sowie Lösungen gibt es online auf C64Games.de - Spiel Nr. 190.

[Bearbeiten] Was wächst wo am besten?

  • Ankara: Tee & Tabak
  • Bombay: Tabak & Tee
  • Colombo: Tee
  • Mombasa:Tee & Kaffee
  • Duala: Kaffee & Kakao
  • Abidjan: Kaffee & Kakao
  • Rio: Tabak & Kakao & Kaffee
  • Bogota: Kakao & Kaffee
  • Guatemala: Kaffee
  • Mexiko: Kaffee & Tabak
  • Richmond: Tabak
  • St. Louis:Tabak

Wenn möglich mit einem Feld am Fluss beginnen für einen höheren Ertrag. Auch bei kleineren Plantagen lohnt es sich, die maximale Anzahl Arbeiter (500) einzustellen, da die Produktion pro Arbeiter konstant bleibt (bei Feldgröße >30 ha).

[Bearbeiten] Bilderauktionen

Bildnummer (beim ersteigern einer vorhandenen Nummer wird das gekaufte Bild als Fälschung entlarvt)

Vermeer: Barock: Klassizismus: Romantik:
1. Vermeer 6. Rembrandt 11. David 16. Turner
2. Vermeer 7. Hals 12. Goya 17. Constable
3. Vermeer 8. Rubens 13. Ingres 18. Gericault
4. Vermeer 9. Brueghel 14. Chardin 19. Friedrich
5. Vermeer 10. Murillo 15. Millet 20. Runge
Impressionismus: Symbolismus: Expressionismus: Moderne:
21. Monet 26. Moreau 31. Derain 36. Van Gogh
22. Pissaro 27. Klimt 32. Kirchner 37. Gauguin
23. Cézanne 28. Holder 33. Marc 38. Klee
24. Degas 29. Whistler 34. Macke 39. Picasso
25. Renoir 30. Khnopff 35. Munch 40. Braque

[Bearbeiten] Lösung

[Bearbeiten] Lösung 1

Das Spiel startet für alle Spieler in London. Seinen Zug beginnt man mit dem Kauf von Aktien aller vier Reedereien. Man sollte darauf achten, dass man von seinem Startkapital ca. 2000 DM übrig hat. Das Geld nutzt man für die Reise nach New York. Dort angekommen, verbringt man den Rest des Monats dort. Nachdem die Kursänderungen durchgegeben wurden, verkauft man dann die zwei Posten wieder komplett, die sich am schwächsten entwickelt haben.

Mit dem Geld bewaffnet geht's weiter nach Richmond. In der Bank leiht man sich einen Kredit von 20000 DM und kauft damit ca. 60 HA Plantage und bepflanzt diese mit Tabak. Zum Schluss stellt man ca. 150 Arbeiter ein. Man sollte nach dem Kauf der Plantagen + Tabak noch ca. 5000 DM übrig haben. Sollte das nicht der Fall sein: Keine Panik! Die Aktien liegen sicher im Schrank und warten nur drauf eingelöst zu werden. Hat man mehr Geld übrig, kann man es auch zur Vergrößerung der Plantage nutzen. Wichtig ist dabei, dass mit der Vergrößerung der Plantage auch mehr Arbeiter eingestellt werden. Faustregel ist 1 HA -> ca. 1,5 Arbeiter.

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind geht's für 14 Tage auf Aufenthalt (oder auf Spazierfahrt mit Vico Vermeer). Nach den 14 Tagen hat die Plantage bereits einen Ertrag erbracht. Der Ertrag wird komplett nach New York geschickt, wo er umgehend verkauft wird. Jetzt nochmal 12 Tage in New York verbringen um direkt im Anschluss zurück nach Richmond zu fahren. Mit dem jetzt vorhandenen Ertrag die Plantage ausbauen (Arbeiter einstellen nicht vergessen ^^). Diesen Absatz jetzt im 30 Tage-Rhythmus solange wiederholen, bis man einen schönen Betrag auf dem Konto erwirtschaftet hat und die Plantage in Richmond ihre maximale Ausdehnung erreicht hat.

Das ganze kann und sollte man jetzt für St. Louis wiederholen. Mit den beiden Orten Richmond und St. Louis ist man für die Zukunft finanziell eigentlich gut versorgt und kann dann regelmäßig zu den verschiedenen Hauptstädten pendeln, um dort die Gemälde Stück für Stück zu erwerben. Einige Ereignisse und Bedingungen sollten jedoch zusätzliche Beachtung finden:

Die Arbeiter verlangen passend zur Inflation ab und an höhere Löhne. Die sollten immer gestattet werden, da sich die höheren Löhne durch die ebenfalls steigenden Verkaufspreise in New York und London und die teilweise extrem guten Termingeschäfte immer rechnen. Sollte es zwischenzeitlich zu einer Währungsumstellung (5:1) kommen, hat man meist nicht das Geld um seine Arbeiter zu bezahlen. Hier hilft es, die Plantage solange nicht zu besuchen, bis die Arbeiter streiken. Die letzte Ernte ist damit verloren, aber die Löhne müssen nicht mehr gezahlt werden. Desweiteren lassen sich die Arbeiter ohne große Schwierigkeiten direkt wieder zu einem kleineren Lohn neu einstellen.

Termingeschäfte sollten, wenn möglich, immer eingegangen werden: Dabei sollte die Menge der zu liefernden Waren das doppelte der Felderträge für 30 Tage nicht überschreiten. Termingeschäfte haben den Vorteil, dass die vereinbarten Preise sich auch nach einer Währungsumstellung nicht ändern. Mit ein wenig Glück wird man dadurch quasi über Nacht reich.

Wirtschaften mehrere Spieler auf der gleichen Plantage, sollte man sich zuerst die Arbeiter mit Hilfe höherer Löhne sichern. Hohe Löhne machen das Abwerben teuer und damit schwer.

Alternativen zu Tabak in Richmond und St. Louis sind Kaffee in Zentral- und Südamerika und Tee in Ankara und Bombay. Jedoch wird es hier schwieriger, da Unruhen in der Bevölkerung an der Tagesordnung sind und keine Orte so nah an New York oder London liegen wie die oben genannten.

Die am Anfang des Spiels gekauften Aktienpakete stellen eine zusätzliche finanzielle Sicherheit für den Spieler dar und sollten nur verbraucht werden, wenn Not am Mann ist. Den Kredit von 20000 sollte man spätestens dann zurück zahlen, wenn man die erste Plantage voll bebaut hat und entsprechend große Gewinnbeträge erwirtschaftet hat.

[Bearbeiten] Lösung 2

  1. Kredit von 32000 aufnehmen, nach Ankara reisen.
  2. 2 Plantagen, jeweils ca. 35 Hektar mit Tabak bepflanzen (Es bleiben ca. 30.000 Mark).
  3. 70 Arbeiter bei 1.00 Tageslohn anstellen.
  4. 30 Tage Aufenthalt (die Ernte müsste ca. 50 betragen).
  5. Plantagen um ca. 20 Hektar erweitern, restliche Ernte nach London transportieren.
  6. Arbeiter um 20 erhöhen, 30 Tage Aufenthalt.
  7. Die gesamte Ernte nach London transportieren, nach London reisen, dort die Ernte verkaufen.
  8. Nach Ankara reisen, die Plantage erweitern bis ca. 15.000 Mark übrigbleiben, Arbeiter einstellen (1 Arbeiter pro Hektar).
  9. 30 Tage Aufenthalt, Ernte nach London, nach London reisen, Ernte verkaufen, nach Ankara reisen, Plantage erweitern, 30 Tage Aufenthalt, u.s.w. bis die Plantage komplett ist.
  10. In Mombasa Tee anbauen bis Plantage komplett ist.
  11. Wenn Sie Ihre 1. Million besitzen, sollten Sie beginnen Bilder zu ersteigern.

[Bearbeiten] Lösung 3

Man geht vor wie oben beschrieben, je nach eigenem Gusto. Sobald sich aber eine Währungsreform durch einen hohen Dollarkurs ankündigt, nimmt man jedes Termingeschäft mit dem maximalen Wert an. Ist die Währungsreform dann durch, kauft man in den Plantagen das Saatgut, mit dem man sein Termingeschäft erfüllen muß. Und zwar soviel, wie hoch das Termingeschäft eben ist. Das Saatgut verschickt man dann zum Termingeschäft und macht dabei einen Riesengewinn.

[Bearbeiten] Cheats

  • Bei genau 12 Tagen Aufenthalt bekommt man ein Geldgeschenk von seiner Tante. (meistens die letzte Rettung).

Pokes

  • In den 64'er Ausgaben 9/91 und 12/91 sind eine Menge Manipulationscodes für Freezer oder dem Monitor in WinVICE.
  • Die POKEs für viel Dollars lauten (über ein Freezer-Modul einzugeben):
POKE 29385,... (nicht größer als 125, sonst Absturz)
POKE 29386,... ( von 0 bis 255)
oder im VICE Monitor
> 72c9 .. (nicht größer als 7d, sonst ...)
> 72ca .. (von 00 bis ff)

[Bearbeiten] Kritik

Guybrush: "Nette Handelssimulation bei der man auch etwas über Geschichte lernen konnte. Trotzdem ein Spiel mit einigen Schwächen, so wird man mit Kaffee und Kakao im Gegensatz zu Tabak kaum Kohle scheffeln. Trotzdem nett, 8 Punkte von mir.".

Andy027: "Nach wie vor mein absolutes Lieblingsspiel auf dem C64. Viele Stunden sind dabei draufgegangen und (natürlich) musste ich später auch eine Version für den PC haben. Da ich für andere Spiele (die es verdient haben) bereits 10 Punkte vergeben habe, würde ich hier natürlich liebend gerne 11 geben :-) "

rldml: "Das Spiel ist einfach nur Klasse - Obwohl gerade die schwierigen Orte wie Ankara oder alle auf dem afrikanischem Kontinent sich nur selten bis gar nicht lohnen. Vermeer stammt noch aus der Zeit, als Balancing noch nicht erfunden worden war ^^"

dregenrocks: "Etwas, was mich an Vermeer besonders fasziniert hat, war die grandiose Präsentation. Die akustische und grafische Darstellung verbreitet trotz aller Einfachheit (oder vielleicht auch gerade deswegen) eine Menge Flair. Daran reichten spätere PC-Umsetzungen und selbst die Amiga-Version bei weitem nicht heran. 9/10"

MVH: Ich hab Vermeer geliebt, meist wurde ich in Ankara ansässig und habe bevorzugt Tee und Tabak angebaut, trotz vieler Enteignungen war es für mich der einfachste Weg und letztendlich auch der erfolgreichste. Nebenbei liefen die ??? und ich hab Onkelchens Bilder zusammengerafft.

[Bearbeiten] Sonstiges

Cover

(thumbnail)
"Cover"

[Bearbeiten] Highscore

Ein Highscore ist bei diesem Spiel eigentlich nicht sinnvoll, da derjenige gewinnt, der als Erbe im Testament eingesetzt wird und keine weitere Endabrechnung erfolgt.

[Bearbeiten] Weblinks

WP-W11.png Wikipedia: Vermeer

Videos