VICE
Aus C64-Wiki
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[bearbeiten] Kurzbeschreibung
VICE (Versatile Commodore Emulator) ist ein Programm, das auf verschiedenen Plattformen läuft und die Programme ausführen kann, die für die 8-Bit-Computer von Commodore programmiert wurden. Die Version für Windows nennt sich WinVICE und emuliert den C64 und C64DTV, den C128, den VC20, alle PET-Modelle (ausgenommen den SuperPET 9000), den Plus/4 und mehrere Modelle der CBM2-Reihe (C6xx/C7xx). Darüber hinaus werden für jedes jeweilige System nahezu alle gängigen Massenspeicher emuliert, sowie eine große Vielzahl von Druckern, Eingabegeräten, und verschiedene sonstige teils exotische Hardware-Erweiterungen. Die verschiedenen Systeme werden durch separate Programmdateien (z.B. "x64.exe") gestartet, die über fast identische Oberflächen verfügen. Da er für sehr viele unterschiedliche Host-Systeme frei verfügbar ist und die meisten 8-Bit-Systeme von Commodore taktgenau in hoher Qualität emuliert, gilt VICE gemeinhin als der vielseitigste und am meisten verbreitete Commodore-Emulator.
[bearbeiten] Wichtiger Hinweis
Die WinVICE-Version 1.17 enthält einen Fehler (Bug), der den Emulator nach gut einer Stunde Laufzeit bei normaler Emulationsgeschwindigkeit zum Absturz bringt. Ab der Version 1.18 und höher ist dieser Fehler behoben.
[bearbeiten] Besondere Features
Mit der History-Funktion kann man den Programmablauf speichern und abspielen. Das Ganze funktioniert so gut, dass man viele gespielte Stunden aufnehmen kann, ohne dass die Aufzeichnung zu groß für einen Mail-Anhang wird. Weiterhin kann man beim Abspielen jederzeit unterbrechen und ab dort selbst weiterspielen.
Ein Anleitung zum erstellen von Historys gibt es hier!
[bearbeiten] Kommentare
- Worf "Einer der beiden Top-Emulatoren. Hier laufen mindestens 99% aller Programme."
- Jammet "Der beliebteste Open Source C64 Emulator den es gibt. Unter einigen Betriebssystemen die einzig wahre Alternative wenn ein Emulator gebraucht wird der "so gut wie alles" drauf hat was allgemein gefordert wird."
[bearbeiten] Schnellstart
[bearbeiten] Installation unter Windows
Nach dem Download von WinVICE erhält man eine zip-Datei, die folgenden Dateinamen trägt:
WinVICE-x.x.zip wobei die beiden x durch die Programmversion ersetzt sind (z. B. WinVICE-1.21.zip)
WinVICE wird nicht automatisch installiert. Man muss nur das zip-Archiv auf der Festplatte entpacken. Bei mir befindet es sich auf: C:\Programme\WinVICE-1.21\
Um den C64-Emulator zu starten, muss man lediglich die Datei x64.exe im WinVICE-Hauptverzeichnis ausführen. Verknüpfungen im Startmenü, auf dem Desktop usw. müssen selbst angelegt werden.
[bearbeiten] Installation unter Linux
Der Emulator Vice ist in allen wichtigen Linux-Distributionen enthalten. Ihn zu installieren, macht Nutzern aber oft Kopfschmerzen, denn in den Paketen fehlt ein wichtiger Teil des Emulators: die C64-ROMS. Sie müssen zwingend nachinstalliert werden, zum Glück ist dies aber einfach.
Hier eine genaue Anleitung zur Installation von Vice unter Linux.
Je nach Distribution (SuSE, Ubuntu, Mepis etc.) wählt man im Paketmanager "Vice" aus und lässt den Emulator installieren. Zur Benutzung ist er bereit, sobald man auch die C64-ROMs installiert hat!
Am einfachsten sind die ROMs in der Windows-Variante von Vice zu finden unter http://www.viceteam.org/#download
Hier einfach das Archiv der Windows-Version von VICE herunterladen, alle benötigten ROMs sind enthalten. Das Archiv muss nun in ein beliebiges Verzeichnis extrahiert werden. Anschließend muss der Inhalt der Verzeichnisse
C64,
DRIVES und
PRINTER
in die gleichnamigen Verzeichnisse unter /usr/lib/vice oder /usr/local/lib/vice/C64 kopiert werden, je nachdem wo der Paketmanager Vice hininstalliert hat. Das ist alles. Genau geht es so:
Man sollte sich ausloggen, sich als root-User wieder einloggen. Dann kopiert man die Dateien aus dem Verzeichnis C64 ins Verzeichnis /usr/lib/vice/c64 oder eben /usr/local/lib/vice/c64, die Dateien aus Drives in das Verzeichnis /usr/lib/vice/drives oder eben /usr/local/lib/vice/drives und die Dateien aus Printer nach /usr/lib/vice/printer oder eben in /usr/local/lib/vice/printer. Manche Dateien aus Windows-Vice sind in den Zielverzeichnissen bereits vorhanden, diese braucht man dann nicht zu ersetzen.
Sind die Dateien kopiert, ist Vice einsatzbereit. Um den C64-Emulator zu starten, muss man in der Konsole "x64" eintippen und ENTER drücken.
Die Menüs für die Einstellungen erscheinen bei Linux-Vice beim Drücken der linken bzw. rechten Maustaste. d64-Dateien lassen sich laden, indem man beim Linke-Maustaste-Menü auf den Punkte "Attach disk-Image" geht, die Datei auswählt und dann den Button -Autostart- drückt.
[bearbeiten] Einstellungen
[bearbeiten] Video Einstellungen (Video Settings)
Hier braucht man für den Anfang wenig bis gar nichts einzustellen. Wenn man eine größere Darstellung des Bildschirms wünscht, wählt man einfach die Option Doppelte Größe (Double size) im Menü Optionen (Options) aus, so wie im rechten Bild angezeigt. Eine etwas unschärfere Version des C64-Bildschirms - als Nachahmung eines Fernsehbildes gedacht - erreicht man, wenn man im selben Menü die Option PAL Emulation aktiviert.
Ein Vollbild erreicht man durch die Option Vollbild (Fullscreen), dazu kann man auch während der Emulation Alt und D gleichzeitig drücken.
Um die Auflösung des Vollbildes zu ändern, muss man sich ins Menü Einstellungen (Settings) begeben und dort den Menüpunkt Video Einstellungen... (Video settings...) aufrufen, siehe rechtes Bild. Es ist zu empfehlen an dieser Stelle auch gleich die Farbtiefe (Bitdepth) von 8 auf 24 Bit zu erhöhen, damit die PAL-Emulation auch im Vollbild funktioniert.
[bearbeiten] Joystick-Emulation
Man kann ohne Joystick ganz gut über Tastatur spielen. Entweder man wählt nebenstehende Einstellung, dann kann man einfach die Pfeiltasten auf dem Nummernblock und die rechte Strg-Taste als Feuertaste benutzen. Diese Einstellung ist sehr zu empfehlen, da es so keine Überschneidungen mit der C64-Tastatur gibt.
Oder man legt die Tasten zur Joysticksteuerung selbst fest. Dabei brauchen nur die Richtungen South, West, East, North und der Fire button festgelegt werden. Die anderen Tasten kann man aber bei Bedarf auch zuordnen.
Wichtig ist, dass man nur einen Joystick-Port belegt, wie auf den beiden Bildern zu sehen ist. Port 2 ist deshalb empfohlen, weil die meisten Spiele einen Joystick in Port 2 verlangen.
Wenn man auf ein Spiel stößt, das einen Joystick in Port 1 verlangt, kann man die beiden Ports einfach vertauschen. Dazu ruft man entweder das Menü Options auf und wählt dort Swap Joysticks oder man drückt einfach während der Emulation die Tastenkombination Alt und J.
Man kann den virtuellen C64-Joystick aber auch mit einem PC-Gamepad oder -Joystick emulieren. Dazu muss dieses PC-Joypad unter Windows schon korrekt installiert und kalibriert sein. Das heißt, das Joypad muss mit Windowsspielen einwandfrei funktionieren. Um es mit WinVICE zu benutzen, braucht man nur in den Joystick settings den Joystick aus der Liste auswählen. Ein Beispiel ist im rechten Bild zu sehen (es ist dort übrigens ein Competition Pro USB).
[bearbeiten] Sonstige Einstellungen
Wichtig sind noch die beiden Einstellungen True drive emulation und Virtual device traps im Menü Options. Beide Einstellungen sind standardmäßig aktiviert und daran braucht man auch nichts ändern. Nur wenn mal ein Spiel nicht funktionieren sollte, kann man die Virtual device traps ausschalten und es erneut versuchen. Die True drive emulation sollte immer eingeschaltet sein. Um t64-Dateien zu starten muss die Einstellung Virtual device traps aktiviert sein.
[bearbeiten] Turboloader
Auch wenn man unter Vice über den Menüpunkt Optionen->Warp Modus Vice beim laden beschleunigen kann, kann es sicherlich interessant sein einen Turbolader zu benutzen.
[bearbeiten] JiffyDOS
Um JiffyDOS zu benutzen benötigt man mindestens 2 der JiffyDOS-ROMs (je ein Floppy-ROM und ein Computer-ROM).
Ist dies gegeben, so kann man im Vice diese Aktivieren.
- Optionen -> Präzise Foppy Emulation muss aktiv sein
- Unter Einstellungen -> Floppy muss nun das zum ROM passende Floppy ausgewählt erden (z.B. 1541)
- Unter Einstellungen -> Rom Einstellungen -> Computer muss für den C64 als Kernal das C64-JiffyDOS-Kernal ausgewählt werden. Beim C128 heist der Punkt Kernal Int. und es muss ein C128-JiffyDOS-Kernal ausgewählt werden
- Unter Einstellungen -> Rom Einstellungen -> Drive wird nun das Floppy-JiffyDOS-Kernal ausgewählt.
- Anschließend muss noch File -> Reset -> Hard ausgeführt werden.
Mittels @ui lässt sich übrigens die Version abfragen. Weitere Befehle finden sich unter JiffyDOS Benutzung
Über Einstellungen -> ROM Einstellungen -> ROM Satz kann man diese ROM-Einstellungen über den Punkt ROM Satz Daten für VICE hinterlegen und so einfacher laden.
Achtung: Wenn man nun im Filerequester ein Image auswählt, darf man anschließend nicht die C64-Dateien im Filerequester markieren, da sonst die "True Drive Emulation" ausgeschaltet wird.
[bearbeiten] Sichern der Einstellungen
Schließlich sollte man noch die gemachten Einstellungen abspeichern, damit man sie nicht bei jedem Aufruf des Emulators erneut vornehmen muss. Dazu begibt man sich ins Menü Settings und wählt den Menüpunkt Save current settings.
Das Häkchen hinter Comfirm on exit ganz unten kann man wegmachen, so erspart man sich den lästigen Warnhinweis beim Schließen des Emulators.
[bearbeiten] Starten von Programmen
Es können verschiedene Arten von Images geladen werden. Eins der am häufigsten gebrauchten ist das Disk-Image (.d64). Man geht ins Menü File und wählt den ersten Menüpunkt Autostart disk/tape image. Es erscheint dann ein Fenster wie im rechten Bild zu sehen. Man wählt die richtige D64-Datei aus und klickt auf Attach oder man macht einen Doppelklick auf die Datei, schon wird das Spiel geladen und automatisch gestartet. Den Ladevorgang kann man übrigens mit einem Druck auf Alt+W beschleunigen. Bei diesem sogenannten Warp mode wird die gesamte Emulationsgeschwindigkeit erhöht. Nach dem Ladevorgang den Warp mode mit derselben Tastenkombination wieder ausschalten.
Falls man ein D64-Image mit mehreren Spielen besitzt oder das entsprechende Spiel nicht mit der ersten Datei gestartet wird, muss man das richtige Spiel bzw. die richtige Startdatei aus dem Inhaltsverzeichnis des D64-Images auswählen. Dazu klickt man einmal auf die D64-Datei und klickt dann doppelt auf das entsprechende Spiel im Inhaltsverzeichnis des D64-Images, das in dem Bereich Image Contents angezeigt wird. Im Beispiel wurde das Spiel Snooker ausgewählt.
Für Neulinge des VICE-Emulators ist die manchmal sehr lange Wartezeit, bis ein Programm geladen oder später gestartet wird, oft schon der erste unüberwindbare Stolperstein. Viele brechen diesen Vorgang verfrüht ab, weil sie einen Rechnerabsturz vermuten, und kommen dadurch nicht in den Genuss eines Spiels. Es empfiehlt sich, bis zu einer Minute zu warten, bevor man einen solchen Wartevorgang abbricht, auch wenn sich am Bildschirm nichts tut. Dieses Verhalten des Programmes beruht auf der Emulation des Floppylaufwerks (man konnte sich auch beim echten C64 schon mal eine Tasse Kaffee holen während ein Spiel geladen wurde) und dem meistens nachfolgenden Entpacken eines Programms (Entpacken dauert nicht so lange wie Laden, deshalb auf dem echten C64 Zeitersparnis). Da VICE (und auch kein anderer C64-Emulator) keinerlei Hinweis darauf geben kann, (das Laden kann man in der Track/Sektor-Anzeige rechts unten verfolgen) sollte man sich in Geduld üben.
[bearbeiten] Diskettenwechsel
Bei Spielen, die über mehrere Diskettenseiten gehen, hat man beim Emulieren auch mehrere D64-Images. Man wird dann im Spiel gelegentlich aufgefordert, eine andere Diskette oder Diskettenseite einzulegen. Also muss man beim Emulieren das entsprechende D64-Image irgendwie dem Emulator nahebringen. Dazu wählt man im Menü File den Menüpunkt Attach disk image und dann auf Drive 8 oder man drückt als Abkürzung einfach nur Alt+8 ohne erst ins Menü File zu müssen. Es erscheint dann ein sehr ähnliches Fenster wie bei der vorher beschriebenen Autostart disk/tape image Funktion. Der Unterschied ist nun, dass die gewählte D64-Datei nicht direkt ausgeführt wird sondern nur ins virtuelle Laufwerk eingelegt wird, wenn man auf Attach klickt. Das entspricht also dem Vorgang am echten C64, eine Diskette ins Laufwerk einzulegen. Meistens muss man dann zur Bestätigung noch den Feuerknopf, die Leertaste, oder eine andere Taste drücken. Das wird einem aber zumeist durch das Spiel mitgeteilt.
[bearbeiten] Snapshot
In diesem Menü kann der momentane Zustand des Emulators abgespeichert werden.
Zur Auswahl stehen "Spielstand" (snapshot image), "Spielverlauf" (history) und "Video/Screenshot" (mediafile).
[bearbeiten] Screenshot (media file)
Zum Erstellen eines Screenshots wählt man im Menü Snapshot den Menüpunkt save media file aus. Es öffnet sich eine Auswahlbox, in der man das Bildformat auswählt und den Dateinamen eingibt.
[bearbeiten] Netplay
Mittels Netplay können zwei Spieler über Vice online gegeneinander spielen. Folgende Schritte sind durchzuführen:
- Beide Spieler sollten sicher stellen, dass sie die gleiche Version von VICE benutzen, z.B. 2.1.
- Wenn Firewalls betrieben werden, sollte dort TCP-Port 6502 freigegeben werden.
- Ein Spieler klickt bei "Snapshot -> Netplay (experimental)..." auf die Schaltfläche "Start Server".
- Derselbe Spieler legt rechts bei Control über ein paar Häkchen noch fest, welche Einstellungen (z.B. Joysticks) er selbst als Server oder der zweite Spieler als Client verwaltet.
- Das gewünschte .D64- bzw. .T64-Image muss über "File" attacht werden.
- Der Server-Spieler teilt dann dem zweiten Spieler seine IP-Adresse mit.
- Der zweite Spieler attacht ein identisches .D64 bzw. .T64-Image.
- Als nächstes trägt Spieler Zwei über "Snapshot -> Netplay (experimental)..." rechts von der Schaltfläche "Connect" die IP-Adresse des Server-Spielers ein und klickt anschließend auf "Connect".
- Spieler 1 kann nun das gewünschte Spiel laden und starten.
- Wenn alles richtig eingestellt wurde, sollte bei Spieler 2 (Client) im VICE nun nur noch der Server-Spieler 1 die Kontrolle haben. Das heißt, der Client macht nichts, bis der Server ein Zwei-Spieler-Game startet.
Der Hinweis "experimental" deutet an, dass diese Funktion noch nicht voll ausgereift ist. Beim Synchronisieren können je nach Verbindung, vielleicht auch abhängig vom benutzten Joystick Verzögerungen auftreten. Nichtsdestotrotz funktioniert die Methode bereits sehr gut und ermöglicht mit sehr wenig Aufwand eine spontante 2-Player-Internet-Spiele-Session auf VICE.
[bearbeiten] Hinweise
Manchmal kommt es vor, dass beim Betrieb des Emulators plötzlich der Mauszeiger von Windows verschwunden und nicht wieder auffindbar ist, egal wie heftig man die Maus bewegt. Die Ursache ist so gut wie immer, dass man versehentlich beim Aktivieren oder Deaktivieren des Warp-Modus zusätzlich die Tastenkombination Alt und Q gedrückt hat. Letztere schaltet nämlich die 1351 mouse emulation ein und aus. Also einfach nochmal Alt+Q drücken und schon müsste der Mauszeiger wieder auftauchen.
[bearbeiten] Download
[bearbeiten] Links
- Offizielle Website
- Tastaturlayout
- FAQ-Liste
- VICEplus VICE-Fork mit C64DTV-Unterstützung (mittlerweile tot, Änderungen sind jetzt im regulären VICE)
- VICE für Ubuntu
- Anleitung zum kompilieren und erstellen eines DEB-package von VICE unter Ubuntu
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