PC Engine

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PC Engine
Eine der ersten PC-Engine-Varianten
Typ Spielkonsole
Hersteller NEC
Neupreis
  • Japan: 24.800 ¥   (1987)
  • USA: ? $   (1989)
  • Spanien: ? Pts   (1989)
Erscheinungsjahr 1987
Produktionsende 1995
Prozessor
  • Primär: HuC6280 (7,16 MHz; 8-Bit)
  • Grafik: HuC6270A VDC und HuC6260 VCE (16-Bit)
Speicher
  • 8kByte RAM
  • 64kByte Video-RAM
Sonstiges
  • ≈ 7.000.000 verkaufte Einheiten
  • Erschien in verschiedenen Varianten und Modellen
  • Nachbauten gibt es bis heute in China und Korea


Die japanische Spielekonsole PC Engine wurde in den USA unter dem Namen TurboGrafx 16 verkauft. Die Konsole wurde von den Herstellern NEC und Hudson produziert. Sie erschien in mehreren verschiedenen, optischen Ausführungen. Datenträger waren anfangs Module, die HuCards genannt wurden, später aber hauptäschlich nur noch Spiele auf CD-ROM. Die PC Engine wurde 1987 in Japan veröffentlicht, zwei Jahre später dann auch in den USA. In Europa gab es das Gerät sehr kurze Zeit unter dem Namen TurboGrafx (ohne 16), allerdings nur in Spanien. Das war auch die einzige PAL-Variante der Konsole. Die PC Engine hatte in den meisten Bauweisen ein eher kleines Gehäuse. Weltweit wurden etwa 7 Millionen Exemplare verkauft. Die PC Engine gehört zu den Videospielkonsolen der vierten Generation.

Die hervorragende Grafik führte vor allem in Europa zur fehlerhaften Annahme, dass die PC Engine eine 16-Bit-Konsole ist. Die CPU verwendet aber 8-Bit-Register, und ist einem 6502 sehr ähnlich. Der Grafikprozessor arbeitet mit 16-Bit. Die Grafik war auf eine markante Art comic-artig und übertraf in der Qualität alle reinen 8-Bit-Systeme deutlich. Ein Maximum von 512 Farben konnte theoretisch dargestellt werden, was der kompletten Palette entsprach. Damit war die mögliche Bildqualität sogar der erst ein Jahr später erschienen 16-Bit-Konsole Mega Drive überlegen. Es waren bis zu 64 Sprites gleichzeitig möglich. Dazu wurde dem Spieler Stereo Sound mit sechs Kanälen geboten.

Spiele auf CD wurden ab 1988 veröffentlicht. Das ursprüngliche CD-Laufwerk gab es Anfangs als Peripherie zu kaufen, in den USA betrug der Startpreis satte 400 Dollar. Das als CD-ROM² bezeichnete Laufwerk wurde auch in Computern wie z. B. dem PC-8801 MC verbaut und war sogar zum Solo-Betrieb mit passendem Netzteil als Discman konzipiert. Spätere Versionen der PC-Engine hatten dann ab 1991, als das neue Super-CD-ROM² Format eingeführt wurde, ein CD-Laufwerk fest eingebaut. Dieses neue Super-CD-ROM² Format machte zusätzlichen Speicher erforderlich. Geräte mit eingebautem optischem Laufwerk haben diesen zusätzlichen Speicher bereits ab Werk integriert und benötigen deswegen zum Spielen keine spezielle System-Card, Besitzer eines alten CD-ROM² müssen zum Spielen eine länderspezifische Super-System-Card käuflich erwerben oder auf das neue, nur in Japan erhältliche Super-CD-ROM² Laufwerk umrüsten. 1994 erschien nur in Japan noch das sog. Arcade-CD-ROM² Format welches von ca. einem Dutzend Spiele unterstützt wird. Die zwei Megabyte zusätzlicher Speicher werden wiederum auf zwei verschiedenen System-Cards bereitgestellt. Besitzer eines alten CD-ROM² benötigen die Arcade-Card-Pro, Super-CD-ROM² Besitzer die Arcade-Card-Duo. Unter anderem aufgrund dieser RAM-Erweiterung konnten nun noch einige Spielumsetzungen realisiert werden, die zuvor technisch nicht möglich gewesen wären.

Ein CD-Laufwerk war damals seiner Zeit weit voraus. Bei Konsolen etablierte es sich erst Jahre später mit dem SEGA Saturn und der Sony Playstation. Das CD-Laufwerk für den Mega Drive gab es bereits zuvor, es war aber nicht sonderlich erfolgreich. Nintendo stellte Entwicklung eines optischen Laufwerkes für das Super NES noch in der Planungsphase wieder ein. Die letzte Variante erschien 1994 unter dem Namen PC-Engine Duo-RX und wurde als Besonderheit ab Werk mit einem 6-Button-Pad ausgeliefert. In manchen asiatischen Ländern werden bis heute Nachbauten der ursprünglichen PC-Engine produziert und vertrieben.

Die HuCards sowie System-Cards der japanischen Konsole sind nicht auf TurboGrafx Geräten lauffähig und umgekehrt, passende Adapter wurden aber seinerzeit hergestellt und verkauft. CD-Spiele sind uneingeschränkt kompatibel sofern die geforderte System-Card eingesteckt bzw. im Gerät verbaut ist.

In Japan waren die Launchtitel Bikkuriman World und Shanghai, in den USA vor allem R-Type. Einer der ersten Titel auf CD war Street Fighter I unter dem Namen Fighting Street.

In Spielerkreisen wurde die Konsole gern als "Spielhalle für Zuhause" bezeichnet. Mit exakt diesem Slogan machte dann Jahre später die Firma SEGA - wohl unbewusst - in Deutschland Werbung für den Mega Drive.

Der Nachfolger hieß SuperGrafx und war zwar immer noch ein 8-Bit Gerät, allerdings mit einigen Neuerungen wie mehr RAM und einem zusätzlichen Videochip. Sie ist abwärtskompatibel zur PC Engine, bietet aber keine bedeutenden technischen Fortschritte. Zum Betrieb am alten CD-ROM² wird ein spezieller Adapter benötigt (RAU-30), das neuere Super-CD-ROM² Laufwerk lässt sich hingegen einfach hinten anstecken. Es erschienen auch nur fünf Spiele für diese Konsole sowie zwei PC-Engine Spiele, welche von den zusätzlichen Hardwarefähigkeiten Gebrauch machen. Die Verkauf begann 1989 und wurde bald wieder eingestellt während die Vorgängerkonsole noch jahrelang unter der Bezeichnungen Core-Grafx sowie ab 1991 als Core-Grafx II weiterproduziert wurde.

Die PC Engine GT war eine Handheld-Konsole und erschien 1990 sowohl in Japan als auch in Nordamerika, dort allerdings unter anderem Namen. Ein Jahr später erschien in Japan bereits der Nachfolger, die PC Engine LT, welche eher einem kleinen Laptop ähnelt und sich deswegen auch an den beiden CD-Laufwerken betreiben lässt.

Die PC-Engine verfügt nur über einen einzigen Joypadanschluss im Mini-DIN-Format, für Multiplayerspiele wird deswegen immer ein Mehrspieleradapter benötigt. Als Verlängerung für die relativ kurzen Joypadkabel eignen sich alte Verlängerungskabel für z. B. den Druckeranschluß eines Apple-Macintosh. Die Turbografx Varianten haben hingegen einen Joypadanschluß im DIN-Format und benötigen deswegen andere Kabel und Multiplayeradapter. Der Joypadanschluß der 1992 in Nordamerika veröffentlichen Turbo-Duo (Turbografx-16 und Super-CD-ROM² in einem Gerät) entspricht allerdings wieder wie beim japanischen Gegenstück, der 1991 erschienenen PC-Engine Duo, dem bereits vom Apple-Macintosh bekannten Mini-DIN-Format.

Viele Spiele können für die Nintendo Wii aus dem Internet heruntergeladen, und dann gespielt werden.

PC-Engine-Konsolen und vor allem einige seltene Spiele erzielen mittlerweile bei Online-Auktionen Liebhaberpreise.

Es gibt Emulatoren für die PC Engine, zum Beispiel TurboEngine für Windows oder MESS für Linux. Auch OpenEmu für Mac OS X kann neben anderen Systemen eine PC Engine emulieren, wie auch Mednafen, den es für alle drei Betriebssysteme gibt.


Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Das amerikanisches Model Turbo Grafx 16
Eine Systemplatine
Die Konsole hat nur einen Controlport. Abhilfe: Das Turbo Tap




Ein TurboExpress - Die PC Engine als Handheld
Der Nachfolger: Super Grafx
Eine HuCard




Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WP-W11.png Wikipedia: PC Engine
WP-W11.png Wikipedia: TurboGrafx 16 Sprache:english
WP-W11.png Wikipedia: SuperGrafx
WP-W11.png Wikipedia: PC Engine SuperGrafx Sprache:english
Handheld
WP-W11.png Wikipedia: PC Engine GT
WP-W11.png Wikipedia: TurboExpress Sprache:english