Chuck Peddle

Aus C64-Wiki

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Chuck Peddle (geboren 1937 in Bangor, Maine) ist ein Elektronik-Ingenieur, der für seine Entwicklung des MOS 6502 Mikroprozessors in den 70er und 80er Jahren bekannt geworden ist. Auf Grundlage dieses Prozessors wurde der Commodore C64 entwickelt. Weiterhin war er an der Entwicklung des Commodore PET, des VC-20, des Victor Sirius und des Tandon PAC 286 beteiligt. Die letzten 3 Computersysteme, sowie der C64 wurden zum Computer des Jahres gewählt.


[Bearbeiten] Biographie

Sein erster Arbeitsplatz als Elektroingenieur war im Jahr 1961 in der Computerabteilung des amerikanischen Stromkonzerns General Electric. Hier erstellte er ein neues Konzept für die Zeitvergabe von Rechenzeit für die firmeninternen Großrechner und entwickelte elektronische Registrierkassen. Da hiermit allerdings wenig Geld verdienen zu war, verließ er mit einigen Mitarbeitern im Jahr 1970 General Electric und gründete eine eigene Firma, um weitere Erfindungen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Da er jedoch hierzu nicht genügend Eigenkapital hatte, scheiterte er und half ab dem Jahr 1973 der Firma Motorola bei der Entwicklung des ersten 8-bit Prozessors 6800 mit.

Nach Meinungsverschiedenheiten wechselte er mit weiteren ehemaligen Motorola-Mitarbeitern von Motorola zur Firma eines alten General Electric Arbeitskollegen namens MOS Technology. Dort wollte er endlich einen billigen Mikroprozessor produzieren. Zuerst entwickelte er den MOS 6501, der allerdings nach einer Klage von Motorola wieder vom Markt verschwand, weil dieser dem Motorola Prozessor 6800 stark ähnelte. Im gleichen Jahr 1975 erschien der Nachfolger, der MOS 6502. Während im Vergleich andere Mikroprozessoren etwa 300 bis 400 US-Dollar kosteten, wurde sein Prozessor für etwa 20 bis 25 US-Dollar verkauft. Im Folgejahr (1976) brachte MOS Technology basierend auf den MOS 6502 sein erstes Computersystem namens KIM-1 (Keyboard Input Monitor) auf den Markt. Kurze Zeit später kaufte Commodore die Firma MOS Technology auf.

Bei Commodore stieß er auf offene Ohren beim Firmenchef Jack Tramiel, ein günstiges Computersystem (etwa 500 US-Dollar) zu entwickeln, das in grossen Mengen produziert und verkauft werden könnte. Angeblich war die Entwicklungszeit nur ca. 6 Wochen lang. Dies war der Commodore PET 2001 (Personal Electronic Transactor), der im Jahr 1977 erschien. Da dieser allerdings etliche Mängel aufwies, verkauften sich die Computer TRS-80 (Tandy) und Apple II besser als der PET. Die PET-Nachfolgecomputer hießen wegen eines Namenskonfliktes mit der Firma Philips CBM.

Eigentlich als Abfallprodukt bei der Entwicklung eines noch preisgünstigeren Computersystems (unter 300 US-Dollar) mit mehr Arbeitsspeicher (64 KByte RAM) wurde der Videochip VIC (Video Interface Chip) entwickelt, der mit dem MOS 6502 in den Heimcomputer VIC-20 eingebaut wurde. Der VIC-20 erschien 1981 auf dem Markt. Ein Jahr später (1982) war der neue günstige Computer mit 64 KB RAM fertig, der als C64 weltbekannt wurde. Dieser beinhaltete u.a. einen weiterentwickelten MOS 6502, den MOS 6510, und VIC, den VIC-II, sowie einen Soundchip SID und 2 CIAs.

Im Jahr 1980 verließ er Commodore wegen Meinungsverschiedenheiten mit Jack Tramiel und gründete die Firma Sirius Systems Technologys. Dort entwickelte er mit weiteren ehemaligen MOS-Mitarbeitern den 16-Bit Computer Sirius I. Jedoch geriet durch den großen Erfolg des IBM PCs und durch eine nicht 100%-ige Kompatibilität zum Betriebssystem MS-DOS die Firma 1983 in Konkurs. Die in Stockholm ansässige Firma Datatronic und europäischer Vertreiber für Commodore-Produkte kaufte 1984 die angeschlagene Firma, die nun unter Victor Technologies firmiert, auf. Datatronic baut auf der Basis des Sirius weitere Computersysteme namens Apricot.

Im Jahr 1986 stieg er bei dem Laufwerkspezialisten Tandon Corporation ein, wo er später Präsident wurde. Hier entwickelte er im Jahr 1987 unter anderem den Tandon PAC 286 mit austauschbarer Festplatte. 1993 ging die Firma Tandon ebenfalls in Konkurs. 1994 gründete der Firmengründer von Tandon eine neue Laufwerksfirma namens JTS, bei der Chuck Peddle wieder Chefentwickler wurde. Im Jahr 1996 war JTS wiederum nahe am Konkurs, fand aber mit Jack Tramiels Atari einen neuen Geldgeber, wobei die Firma Atari in JTS aufgegangen ist. 1998 wurden die Rechte an Atari verkauft und JTS wurde bedeutungslos.

Heute arbeitet Chuck Peddle bei einem internationalen indischen Elektronikhersteller namens Celetron, der im Jahr 2002 aus verschiedenen ehemaligen Tandon Firmen entstanden ist.

[Bearbeiten] Links

WP-W11.png Wikipedia: Chuck Peddle
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