Pirates!/Berühmte Expeditionen

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John Hawkins und die Schlacht um San Juan De Ulua (1569)[Bearbeiten]

Ihre Streitkräfte

Eine langsame Galeone: Jesus von Lübeck
Ein Handelsschiff: Minion
Vier Pinassen: William and John, Swallow, Angel, Judith
308 Mann

Politische Lage:

Spanien ist im Kriegszustand mit Frankreich und England.

Ihre Aussichten:

Sie haben ein mächtiges Flottengeschwader, doch das Flaggschiff ist eine schwerfällige, kaum manövrierbare Galeone spanischer Bauart. Sobald Sie sich der Nordostküste Südamerikas nähern, steht Ihnen eine wichtige Entscheidung bevor: Wollen Sie friedlichen Handel betreiben oder Angriffe durchführen?

Entscheiden Sie sich für den friedlichen Handel, dann können Sie die kleineren spanischen Häfen nutzen, um Vorräte zu laden oder neue Mannschaftsmitglieder anzuheuern. Die größeren, reichen Häfen bleiben Ihnen aber verschlossen. Unglücklicherweise sind bei der friedlichen Handelstätigkeit nur geringe Gewinne zu erwarten, besonders in Anbetracht Ihrer zahlreichen Mannschaft und der eher mäßigen Geschwindigkeit Ihres Flaggschiffs.

Angriffe bieten dagegen eine gute Möglichkeit, schnelle Gewinne zu erzielen, doch ist Ihre Flotte nicht mächtig genug, die wirklich großen Städte wie Santiago, Santo Domingo oder Panama anzugreifen. Für evtl. Reparaturen stehen Ihnen die Anlegestellen der Freibeuter an der Landzunge Floridas und auf den Bahamas offen. An diesen Orten werden Sie zwar kaum Vorräte aufnehmen können, doch warten spanische Schiffe nur darauf, geplündert zu werden. Die größte Schwierigkeit, die es zu überwinden gilt, ist es, erbeutete Waren zu verkaufen und Mannschaftsmitglieder zu ersetzen, die im Gefecht gefallen sind.

Geschichtliche Chronik

John Hawkins erbte im Alter von 21 Jahren eine Schiffereigesellschaft und bereiste danach zweimal die westindischen Inseln (1562 und 1564), wo er in kleineren spanischen Ansiedlungen europäische Waren und afrikanische Sklaven verkaufte. Im Jahre 1567 organisierte er seine dritte und größte Expedition mit der Galeone Jesus von Lübeck.

An der Nordostküste Südamerikas angelangt stellte Hawkins fest, dass die Spanier immer weniger geneigt waren, mit ihm Handel zu treiben. Die spanische Regierung in Europa hatte von Hawkins Reise gehört und drängte die Bewohner der Kolonien, die Gesetze einzuhalten. Hawkins fühlte sich mehrmals gezwungen, den Handel mit der Waffe in der Hand zu eröffnen, und wurde aus anderen Hafenstädten von den Festungen aus unter Beschuss genommen und so daran gehindert, im Hafen der Stadt einzulaufen.

Von den spanischen Kolonien enttäuscht machte sich Hawkins nach Havana auf, doch ein gewaltiger Sturm trieb ihn in den Golf von Campeche. Der einzige Hafen, den er zur Reparatur seiner Schiffe nutzen konnte, war San Juan de Ulua, die auf einer Insel vor Vera Cruz liegende Anlegestelle. Zu Hawkins Leidwesen erreichte die bis an die Zähne bewaffnete und mit Galeonen und Truppen ausgerüstete spanische Schatzflotte einen Tag nach ihm das Eiland.

Nach einigen Tagen der Vorbereitung griffen die Spanier Hawkins im Hafen an, zerstörten die meisten seiner Schiffe und schlugen die restlichen in die Flucht. Die traurigen Überbleibsel machten sich ohne Lebensmittel oder Wasser auf den beschwerlichen Weg zurück nach England. Hawkins erreichte England an Bord der Minion mit einer Mannschaft von nur 15 Mann.

Nach dieser Reise wurde Hawkins zum Erzfeind Spaniens und diente England als Schatzmeister und Revisor der Marine, als Admiral der Victory im Feldzug gegen die Spanische Armada, als Führer von Angriffen gegen Spanisch-Südamerika, und zuletzt als Parlamentsmitglied. Er starb 1595 im Alter von 63 Jahren.

Francis Drake und der Überfall auf den Silberzug (1573)[Bearbeiten]

Ihre Streitkräfte

Ein Handelsschiff: Pasha
Eine Pinasse: Swan
73 Mann

Politische Lage:

Spanien befindet sich im Kriegszustand mit England.

Ihre Aussichten:

Nur ein Mann von geradezu tollkühnem Mut würde es wagen, die spanischen Gewässer der Südkaribik mit zwei Schiffen und lächerlichen 73 Mann Besatzung ausgerechnet zu einer Zeit anzugreifen, da sich die Spanier auf dem Gipfel ihrer Macht befinden. Es erscheint beinahe unmöglich, aus diesem waghalsigen Unternehmen Gewinn zu ziehen. Ein vorsichtiger Mann verließe sich auf eine Handelsstrategie, würde in kleinere Häfen einlaufen und sowohl sein Vermögen als auch seine Mannschaft vergrößern, bevor er sich ans Plündern anderer Schiffe machte. Nur ein Mann von Drakes Mut würde seinem Glück und Schicksal in diesem Maße vertrauen und sofort und ohne Umwege Schiffe und Städte angreifen und plündern.

Dies ist eine extrem schwierige Expedition, selbst für die Kämpfer unter Ihnen. Sie müssen sich auf Ihre herausragenden und charismatischen Fähigkeiten als Anführer verlassen können, um die Feinde im Kampf Mann gegen Mann zu überwältigen, bevor es ihnen gelingt, Ihre sehr dürftige Streitmacht gänzlich auszulöschen. Nutzen Sie den Kampfgeist Ihrer Mannschaft, und seien Sie stets bemüht, die Moral der Mannschaft zu stützen. Vermeiden Sie offene Gefechte, und versuchen Sie stattdessen, die gegnerischen Anführer mit dem Degen zu stellen und sie schnellstmöglich zu besiegen. Es erübrigt sich zu sagen, daß geschicktes Fechten von großem Nutzen ist.

Geschichtliche Chronik

Drake kam im Juni 1572 mit zwei kleinen Schiffen an der Nord-Ostküste Südamerikas an. In nur fünf Tagen gelang es ihm, Nombre de Dios zu überfallen und große Mengen Silber aus dem Haus des Gouverneurs zu schaffen, bevor er von einer Muskete außer Gefecht gesetzt wurde. Bald danach kaperte er vor Cartagena ein Schiff (die Stadt selbst war für ihn uneinnehmbar).

Im September erreichte er den Golf von Darién, wo er spanische Schiffe aufbrachte, um seine Vorräte aufzustocken. Kurz darauf versuchte er, den Silberzug zwischen Panama und Nombre de Dios zu überfallen. In jenem Winter sollte es ihm noch nicht gelingen: Die Spanier waren auf der Hut. Drake kehrte zu seinem entlegenen geheimen Stützpunkt auf der Insel der Pinien (vor der Südwestspitze Kubas) zurück und überdachte die Lage. Aus den Reihen der ihm wohlgesonnenen französischen Freibeuter und Cimaroon-Rebellen rekrutierte er Verstärkungskräfte. (Cimaroons waren afrikanische Sklaven, die den Spaniern entflohen waren.)

Im März 1573 segelte er erneut gen Darién, und diesmal gelang es ihm endlich, den Silberzug in Nombre de Dios aus dem Hinterhalt zu überfallen und den Goldschatz zu erbeuten. Unglücklicherweise musste er umfangreiche Mengen Silber zurücklassen, weil sie für den Transport zu schwer waren! Drake segelte eilends nach England und erreichte am 9. August 1573, einem Sonntag, endlich Plymouth. In seiner Begleitung waren nur noch dreißig Engländer, doch jeder der Überlebenden genoss lebenslangen Reichtum.

1577 - 1580 suchte Drake die Pazifikküste Spanisch-Südamerikas heim und kehrte im Verlauf einer Weltumsegelung über Asien nach England zurück. Als Admiral besiegte er zusammen mit Hawkins im Jahre 1588 die spanische Armada. Nach einem Angriff auf einige spanische Schatzgaleonen, die in San Juan Zuflucht gesucht hatten, verstarb er 1596 im Alter von 56 Jahren an einer schweren Erkrankung.

Piet Heyn und die Schatzflotte (1628)[Bearbeiten]

Ihre Streitkräfte

Vier schnelle Galeonen: Vergulde Valk, Hollandia, Dolfijn, Haarlem
Zwei Schaluppen: Tijger, Postpaard
700 Mann

Politische Lage:

Holland befindet sich im Kriegszustand mit Spanien und hat sich mit England verbündet. Auch England und Frankreich befinden sich im Kriegszustand mit Spanien.

Ihre Aussichten:

Sie befehligen ein mächtiges, wenn auch etwas schwerfälliges Geschwader, die Vorhut einer holländischen Freibeuterflotte. Die spanische Schatzflotte ist ein hervorragendes Ziel. Leider geht das Jahr schon dem Ende zu. Sie müssen Ihre Suche deshalb sofort vor der Küste Havannas oder in der Floridastraße beginnen. Sie werden zweifelsohne auf eine Anzahl kleinerer Schiffe stoßen, mit etwas Glück und Ausdauer kann es Ihnen aber auch gelingen, die mit reichen Schätzen beladenen Galeonen zu finden. Verpassen Sie die Schatzflotte, dann scheuen Sie sich nicht, stattdessen einige spanische Hafenstädte anzugreifen. Ihre Schiffe mögen etwas schwer zu manövrieren sein, doch wird dies durch ihre Stärke wettgemacht. In der gegebenen Situation sind ein guter Plan, die geduldige Ausführung desselben und eine gehörige Portion Glück der Schlüssel zum Erfolg.

Geschichtliche Chronik

Piet Heyn war bereits ein berühmter Kapitän, als er unter Admiral Willekens segelte. 1623 führte er den Angriff, der zu der Eroberung der spanischen Kolonie San Salvador (Bahia) an der Küste Brasiliens führte. Obwohl dieser Feldzug nur ein Jahr dauerte, erwarben die Holländer wertvolle Kenntnisse über die Herstellung feinen Zuckers aus Zuckerrohr. Im folgenden Jahrzehnt verbreiteten sie dieses Wissen in der ganzen Karibik. Im Jahr 1626 produzierte San Salvador erneut Zucker für Spanien, was einen weiteren Angriff Heyns zufolge hatte!

1628 segelte Heyn mit einer mächtigen Kriegsflotte aus neun großen Kriegsschiffen und fünf Schaluppen auf die Westindischen Inseln zu. Er kreuzte auf spanischen Gewässern und machte sich dann zur Nordküste Kubas auf. Vor Havanna sichtete er endlich die spanische Schatzflotte, bestehend aus vierzig bis fünfzig Schiffen. Ohne lange zu überlegen, brachte er neun Nachzügler auf, während die übrigen Schiffe in alle Richtungen flüchteten und zwei strandeten.

Vier der königlichen Schatzgaleonen flohen in die Bucht von Mantanzas vor der kubanischen Küste. Heyn folgte ihnen, lenkte seine eigenen Schiffe neben die der Spanier in die Untiefen und enterte nach einigen Breitseiten. Die arg gebeutelten und demoralisierten Spanier ergaben sich oder flohen an Land, und so gelangten 46 Tonnen Silber in den Besitz der Holländer. Dieser Verlust ruinierte die spanische Wirtschaft und verschaffte der holländischen Regierung an einem entscheidenden Punkt des Dreißigjährigen Krieges dringend benötigte finanzielle Mittel. Ganz Amsterdam brach in Jubel aus, als eine schnelle Pinasse mit der erfreulichen Nachricht von Heyns fabelhaftem Sieg in den Hafen einfuhr.

L’Olonnais und die Plünderung Maracaibos (1666)[Bearbeiten]

Ihre Streitkräfte

Eine Schaluppe
Fünf Pinassen
400 Mann

Politische Lage:

Frankreich befindet sich im Kriegszustand mit England und Spanien und ist mit Holland verbündet. Auch England und Holland befinden sich im Kriegszustand.

Ihre Aussichten:

Ihre Stärke liegt in der Zahl Ihrer Männer, doch lässt Ihre Seemacht zu wünschen übrig. Wie L’Olonnais’ sind daher auch Ihre Aussichten am günstigsten, wenn Sie Häfen angreifen, offene Seegefechte jedoch vermeiden. Bis auf die stärksten spanischen Städte sind für Sie alle Ansiedlungen einnehmbar.

Leider läßt die Moral Ihrer Männer zu wünschen übrig. Diese aus Tortuga stammenden Seeräuber können es kaum erwarten, reich zu werden. Sie sind nicht bereit, lange, fruchtlose Reisen hinzunehmen. Dennoch muss ein Ziel sorgfältig ausgewählt werden. Eine einzige Enttäuschung, und eine Meuterei ist kaum mehr aufzuhalten!

Diese Expedition ist wohl eine Herausforderung, stellt Sie aber nicht vor unüberwindliche Schwierigkeiten. Überdenken Sie zu Anfang sorgfältig die Lage, und führen Sie dann Ihren Plan schnell und zuversichtlich durch.

Geschichtliche Chronik

Jean-David Nau kam aus Les Sables d’Olonne in der Bretagne auf die westindischen Inseln, um bei einem Pflanzer zum Diener ausgebildet zu werden. Nach Abschluss dieser Ausbildung ging er sofort nach Tortuga und kommandierte innerhalb weniger Jahre seine eigenen Raubzüge als Pirat. Nau, genannt L’Olonnais (der Mann aus d’Olonne), war einer der grausamsten und unmenschlichsten Piraten der Weltmeere.

Im Jahre 1666 reichte sein grausamer Ruf aus, eine Flotte kleiner Schiffe zu sammeln, die mit Männern vollbeladen gen Maracaibo segelte. Er überraschte die Wachen auf den Festungen und nahm die Stadt im Sturm. Trotz der blutigen Plünderung, die zwei Wochen andauerte, erbeutete die Piratenschar in der Stadt nur geringe Mengen an Gold und Silber.

Sein nächstes Ziel war Gibraltar. Die Spanier unterhielten dort eine starke Miliz, doch nach einem harten Kampf, erschwert durch sumpfiges Terrain, gewannen L’Olonnais’ Piraten erneut die Oberhand. Die Stadt wurde gründlich geplündert, ihre Einwohner gefoltert und gemeuchelt, die Gebäude bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Sechs Monate nachdem er Panama verlassen hatte, lief L’Olonnais mit derartig großen Schätzen in Tortuga ein, dass er als wohlhabender Mann nach Frankreich hätte zurückkehren können. Doch seine Gier fand kein Ende. So geschah es, das L’Olonnais sich zu einer weiteren Expedition zur Küste Nicaraguas und Honduras aufmachte. Trotz immer weiter ausufernder Barbarei und Grausamkeit fand er nur geringe Mengen Goldes, so dass seine Begleitschiffe bald davonsegelten und seine kleine Gruppe verzweifelt und hungernd zurückließ. L’Olonnais und seine Mannen zogen daraufhin ins Landesinnere und überfielen Indianerdörfer auf der Suche nach Nahrungsmitteln.

Diese letzte Missetat war sein Verderben. Jean-David Naus Mannschaft begehrte auf und meuterte. Schließlich desertierten seine Männer, als die Gruppe in einen Hinterhalt der nach Rache dürstenden Indianer geriet. Durch Giftpfeile außer Gefecht gesetzt, wurde er schließlich zu Tode geprügelt.

Henry Morgan, Freibeuter des Königs (1671)[Bearbeiten]

Ihre Streitkräfte

Eine Fregatte: Satisfaction
Zwei Handelsschiffe: Lilly, Dolphin
Eine Barke: Mayflower
Zwei Schaluppen: Fortune, William
Eine Pinasse: Prosperous
600 Männer

Politische Lage:

Sowohl England als auch Frankreich befinden sich im Kriegszustand mit Spanien.

Ihre Aussichten:

Sie verfügen über eine beeindruckende Streitmacht, die sowohl zu Wasser als auch an Land einzusetzen ist. Sie könnten nun zusätzliche Leute anheuern, Ihre Lebensmittelvorräte aufstocken oder aber direkt und mit guten Erfolgsaussichten beinahe jeden beliebigen Ort in der Karibik angreifen. Im Augenblick stellt die ausreichende Ernährung Ihrer Männer die größte Schwierigkeit dar. Außerdem müssen Sie auf Ihrer Reise genügend Schätze ansammeln, um die Kampfmoral Ihrer Männer aufrechterhalten zu können. Dieses Unternehmen mag anfänglich einfach erscheinen, doch kann es sich schnell als eine echte Herausforderung entpuppen!

Geschichtliche Chronik

Henry Morgan war ein erfolgreicher Freibeuter und Piratenanführer. Frühere Beutezüge hatten ihn nach Puerto Principe und Gran Granada (auf der anderen Seite Nicaraguas) geführt, wo er reiche Beute machte. Er überwand die Festungsmauern Puerto Bellos und folgte L’Ollonais Spuren nach Maracaibo und Gibraltar, obschon beide Orte wenig Beute bargen und hitzige Kämpfe gegen die spanischen Verteidigungskräfte unausweichlich waren.

Am 24. August 1670 segelte Morgan als Admiral der Freibeuter unter der Schirmherrschaft des Gouverneurs von Jamaika, Modyford. Er verbündete sich mit französischen Piraten aus Tortuga und West-Hispaniola, wodurch die Zahl seiner Männer auf mehr als 2000 Mann anwuchs. Nun war er stark genug für jedwedes Unternehmen. Sein Ziel war Panama, die wohlhabendste Stadt des spanischen Reiches in Übersee. Er segelte flussaufwärts, marschierte dann mit seinen Mannen über Land und erreichte die Grenzen der Stadt im Januar 1671. Hier hatte der Gouverneur der Provinz, Don Juan Perez de Guzman, seine Truppen und die Miliz versammelt.

Auf der Ebene vor den Toren der Stadt entbrannte daraufhin ein harter Kampf. Die Spanier verloren schließlich, die Stadt wurde eingenommen, geplündert und bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die Beute fiel jedoch enttäuschend mager aus. Viele der reichsten Spanier hatten die Stadt mit ihren Familien und ihrem Hab und Gut verlassen, anstatt zu warten und sie letztlich gegen die Piratenhorden verteidigen zu müssen.

Die Plünderung Panamas war die Krönung der Laufbahn Morgans als Pirat. Er trat klugerweise in den Ruhestand, solange er die Oberhand hatte. Obgleich Modyford seines Gouverneurspostens enthoben und aufgrund der Affäre inhaftiert wurde, schlug man Morgan zum Ritter. Als reicher Mann von hohen Ehren setzte er sich in Jamaika zur Ruhe. Im Jahre 1688 starb er an den Folgen exzessiven Alkoholgenusses im Alter von 53 Jahren.

Baron de Pointis und die letzte Expedition (1697)[Bearbeiten]

Ihre Streitkräfte

Fünf Fregatten
Eine Schaluppe
1200 Männer

Politische Lage:

Frankreich befindet sich im Kriegszustand mit England und Spanien.

Ihre Aussichten:

Ihre Streitmacht ist die mächtigste in der Karibik. Sie können daher jedes beliebige Ziel wählen und angreifen. Die eigentliche Frage ist jedoch, wie viele der zu erwartenden Schätze Sie davontragen können. Um das ganze etwas spannender zu gestalten, sollten Sie den Schwierigkeitsgrad “Säbelrassler” wählen. Schließlich wurden während der wirklichen Expedition sowohl de Pointis als auch du Casse im Gefecht verwundet!

Geschichtliche Chronik

Im März 1697 befand sich Baron de Pointis als Kommandeur von dreizehn Kriegsschiffen der Königlichen Französischen Marine in Saint Domingue (den französischen Kolonien im westlichen Hispaniola). Frankreich zu Zeiten Louis’ XIV. war im Krieg mit England und Spanien; Männer, Schiffe und Geld waren rar. Das Ziel des Barons: Cartagena. Zweck dieses Unterfangens: Spanien empfindlich zu treffen und umfangreiche Mittel zu erbeuten, um die Kosten des Krieges zu decken.

Jean Baptiste du Casse, seit 1691 im Amt des französischen Kolonialgouverneurs, erhielt den Befehl, de Pointis zu unterstützen. Er rekrutierte Hunderte von ortsansässigen Piraten und Freibeutern und übertrug das Kommando an Jean Bernard Louis Desjeans, der während der ‘80er Jahre des 17. Jahrhunderts mit den französischen Freibeuterflotten gesegelt war.

Die französische Expedition erreichte die Küstengewässer vor Cartagena im April und begann unverzüglich, die spanischen Verteidigungskräfte zu dezimieren. Aussenliegende Forts wurden kurzerhand eingenommen, oft mit den Freibeutern in der Vorhut, während die Flotte zur Unterstützung nachrückte. Isoliert und demoralisiert zogen sich die Spanier in die Stadt zurück. Die Franzosen eröffneten mit mächtigen 36-Pfünder-Belagerungsmörsern das Feuer und zerstörten die Befestigungen der Stadt.

Am 6. Mai 1697 gab Gouverneur Don Diego de los Rios y Quesada Cartagena auf. Baron de Pointis trug alle auffindbaren Schätze der Stadt davon und bezahlte den Piraten dieselben Anteile wie seinen eigenen Männern (was sich im Vergleich mit der Zahlungspolitik der Freibeuter als bloßer Hungerlohn erwies). Besorgt über ein mächtiges englisches Geschwader, dass ihm augenscheinlich auf den Fersen war, machte sich de Pointis mit einem Schatz im Wert von 20 Millionen Livres auf den Heimweg.

Die Piraten, erzürnt über ihren kläglichen Anteil, suchten die noch völlig niedergeschmetterte Stadt erneut heim. Nun brach eine unselige Zeit des Plünderns, Brandschatzens, Vergewaltigens und Folterns an, und schließlich gelang es den Seeräubern, weitere 5 Millionen Livres aus den Bewohnern der Stadt herauszupressen. In der Zwischenzeit war de Pointis südlich von Jamaika von Nevilles englischer Flotte abgefangen worden, doch während der Nacht überlisteten die Franzosen die Engländer und machten sich davon.

Die Plünderung Cartagenas im Jahre 1697 war die letzte große Expedition, an der Seeräuber teilnahmen. Ohne de Pointis’ mächtige und gut ausgestattete Truppen hätte dieses Ereignis nicht stattfinden können. Nun stationierten die Nationen reguläre Militär- und Marineeinheiten in der Karibik. Die Freiheit der Meere hatte für die Seeräuber ein Ende gefunden.


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