Borrowed Time/Lösungsstory

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Das Adventure im "Bogart-Stil“[Bearbeiten]

Jahre, nachdem sich Sam Harlowe, unser mittelmäßiger Detektiv, aus dem Geschäft zurückgezogen hatte und sich nur noch mit Bagatellen beschäftigte, kam er auf die Idee, sein „aufregendes” Leben in seinen Memoiren festzuhalten. Wir wollen jedoch nur seinen wichtigsten Fall, den er später „Borrowed Time” nannte, hier aufführen, da sich seine restlichen Fälle sowieso nur um Beschattungen des untreuen Ehemannes oder andere langweilige Überwachungsarbeiten drehten.

Drehen wir die Zeit doch einfach um gut 50 Jahre zurück. Wir schreiben nun das Jahr 1934. Versetzen Sie sich nun in die Rolle Sam Harlowes, der in seinem verrauchten Büro in Chicago sitzt und gerade über seinem ersten richtigen Fall brütet. Er spielt mit einem Streichholz im fast überquellenden Aschenbecher herum, als das Telefon klingelt. Versetzen Sie sich also in die Lage unseres Detektivs und lösen Sie den Fall!

„Oh mein Gott”, dachte ich mir. „Hoffentlich ist dies nicht mein Auftraggeber. Er wird doch bestimmt bald erste Erfolge sehen wollen, wo ich mir schon fast einen Monat lang die Zähne an diesem Fall ausgebissen habe. Wenn das verflixte Telefon doch endlich aufhören würde zu bimmeln”. Doch das tat es nicht. Notgedrungen nahm ich den Hörer ab und wollte schon meinen altbewährten Spruch herunter leiern, als eine unbekannte Stimme wisperte: „Sam, du bist ein toter Mann!” (Klick). Nach dieser aufbauenden Warnung (immerhin ein Anhaltspunkt in dieser verworrenen Angelegenheit) beschloss ich, mit meinen Ermittlungen fortzufahren. Nur – wo sollte ich anfangen? Immerhin musste ich den Täter aus 20 Verdächtigen herausfiltern. Doch diese Entscheidung wurde mir abgenommen, als ich auf dem Schreibtisch meiner Sekretärin (und Freundin) Iris Spencer eine Nachricht fand. Mavis Brown vom „Dublin Rose”, der verruchtesten Kneipe weit und breit, hätte angerufen, um mich zu sprechen. „Also nix wie hin”, sagte ich zu mir und setzte mich in Bewegung.

Diese Bewegung sollte sich schlagartig beschleunigen, nachdem ich die zwei finsteren Gestalten gesehen hatte, die mir mit ihren „Pustehörnchen” zu verstehen gaben, dass meine Zeit abgelaufen sei. Ganz so schnell wollte ich meinen verstorbenen Vater nun doch nicht besuchen, so daß ich in das nahe gelegene Hotel flüchtete und mich dort hinter einem Sessel versteckte. Dort erspähte ich eine Tür, die auf das Dach zu führen schien. Leise schlich ich mich dorthin (leider pfiffen mir einige Kugeln um die Ohren, so musste ich etwas schneller schleichen) und verschloss die Tür hinter mir.

Aber die Killer waren hartnäckiger, als ich dachte. Schließlich rannte ich die Treppe hinauf. Dort schien Endstation zu sein. Nur ein Fenster blieb noch als Ausweg. Es führte auf einen Sims, dessen einzige Verbindung zum gegenüberliegenden Haus ein Stromkabel war, das die ganze Straße überspannte. Plötzlich kam mir eine lebensrettende Idee. Ich schlug das Fenster ein und nahm eine Glasscherbe. Danach kletterte ich durch das Fenster auf den Sims. Es war auch höchste Eile geboten, denn meine Verfolger hatten die Tür schon aufgebrochen. Also hangelte ich am Stromkabel zu dem gegenüberliegenden Haus (Dublin Rose). Dort angekommen wartete ich, bis die Killer ebenfalls einen gewagten Balanceakt vollführten, den ich aber unterbrach, indem ich das Kabel kappte. Jetzt hatte ich erst einmal Ruhe und konnte in die Kneipe hinuntergehen, um Mavis zu befragen. Sie konnte auch nur eine Warnung von Lebock, der neben Fred Mungo einer der Handlanger von Farnham ist, bestellen. Farnham ist der hiesige Chef der Unterwelt, dem man bisher noch nie etwas anhängen konnte.

Da mich Mavis' Hinweise kaum weiter brachten, setzte ich mich an die Bar und bekam dort wenigstens den Aufenthaltsort von Lebock und das Passwort für den Türbullen, nachdem ich ein wenig mit meiner 45er spielte. Ein bisschen enttäuscht verließ ich die Bar. Ich beschloss, Lebock einen Besuch abzustatten. Auf dem Weg dorthin traf ich Iris Spencer, die mir mitteilte, dass meine Exfrau Rita gekidnappt worden sei. Der Türsteher vor Lebocks Haus reagierte sofort auf das Passwort (TINPLAYER) und ließ mich ein. Innen wurde ich schon von Farnhams Handlanger Lebock erwartet. Beim Eintreten hatte ich in weiser Voraussicht die Eingangstür abgeschlossen, um bösen Überraschungen vorzubeugen. In dem Raum fiel mir sofort der Kamin ins Auge. Bei näherem Hinsehen fand ich ein leicht verbranntes Blatt, das ich als Indiz mitnahm. Da rief Lebock seinen Bullen, der aber wegen der verschlossenen Tür Probleme beim Eintreten hatte. Ich zog es vor, mich in das Esszimmer zu verziehen. Dort fand ich einen Kerzenständer! Anschließend ging es Schlag auf Schlag. Der Bulle stürmte herein und lief vor meinen Kerzenständer (Aua!). Mit dem Gefühl, einen Widersacher abgehängt zu haben, floh ich durch die Küche ins Freie. Meine Nachforschungen setzte ich dann beim Doktor fort. Auf ein einfaches „Ja” hin kam ich in die Praxis, wo ich aber außer einer Verbandsrolle, die ich mitnahm (nichts verkommen lassen!), nichts anderes fand. Nun begann ich mit der Suche nach der verlorengegangenen Rita. Zuerst kam ich an einem Müllberg vorbei, in dem ich nach intensiver Suche (Igittigitt) einen Knochen fand. Ich entschloss mich, diesen mitzunehmen (was sich später als gut herausstellen sollte). Endlich gelangte ich zu einer abbruchreifen Hütte. Die verschlossene Tür trat ich ein und gelangte in die Hütte. Dort saß zwar nicht Rita, aber Mavis fest verschnürt auf einem Stuhl. Während ihrer Befreiung berichtete sie, dass Mungo sie hier kaltgestellt habe. In der Bruchbude entdeckte ich noch einen alten Schmöker, der ein interessantes Lesezeichen enthielt, und eine Tube mit Brandsalbe. Mit der Tube und dem Lesezeichen (erste Beweise gegen Mungo) verließ ich die Hütte.

Nun begab ich mich auf dem schnellsten Wege zu Ritas Appartement. Die aufgebrochene Tür hätte mich eigentlich stutzig machen sollen. Leider wurde ich es erst, als ich einen Schlag auf dem Kopf verspürte und selbst gut verschnürt, nach einem ungewollten Kurzschlaf, in Ritas Wohnzimmer aufwachte. Doch mit Kerze und Streichholz, die ich beide unter dem Tisch fand, konnte ich leicht meine Fesseln (und meine Hose) durchbrennen. In Ritas Küche fand ich hinter dem Ofen einen Schlüssel. Leider verbrannte ich Trottel mir bei dieser Aktion die Pfoten. Zuerst wollte ich ja die Brandsalbe benutzen, doch dann erinnerte mich mein Verstand (so was soll's ja geben) daran, dass ich die Tube als Beweismittel einsetzen wollte. So nahm ich den Verband, den ich beim Doktor stibitzt hatte, zu Hilfe. Später entdeckte ich im Papierkorb noch ein Rezept. So verließ ich die Wohnung mit zwei weiteren Beweisen gegen Mungo.

Jetzt wollte ich Farnham erst einmal einen Besuch abstatten. Doch auf dem Weg dorthin kam ich am Parkplatz vorbei und wurde Zeuge einer Schlägerei zwischen Mungo und meinem Freund Jake. Meine 45er trennte beide Streithähne. Jake rief die Polizei, während ich Mungo in Schach hielt. Danach händigte mir Jake noch zwei weitere Beweise gegen Mungo, ein Paar Handschuhe und drei Kanister, aus. Als die Cops kamen, zeigte ich ihnen meine Beweise gegen Mungo (Rezept, Tube, Lesezeichen, die Handschuhe und die Kanister). Bei seiner Verhaftung erzählte mir Mungo, dass der Schlüssel, den ich bei Rita gefunden hatte, ein Schlüssel für das Postfach 999 sei.

Kurze Zeit später saß ich Farnham und einem seiner abgerichteten Wachhunde gegenüber. Während unseres Gesprächs musste er das Tier einmal mit einem speziellen Wort (HIYO) beruhigen. Sonst fiel nichts Besonderes vor, so dass ich sein Domizil wieder verließ. Auf meinem Rückweg wollte ich noch die alte Villa unter die Lupe nehmen. Mein Forscherdrang wurde im Garten jäh gebremst, als ich zwei von Farnhams Wachhunden ins Auge blickte. Zum Glück fiel mir ein, wie Farnham seinen Hund beruhigt hatte, sonst wäre meine Hose womöglich ganz zum Teufel gewesen. Daraufhin betrat ich die Villa, in der meine Exfrau Rita und Wainwright, ein wohlhabender Geschäftsmann, von Jim Shuman festgehalten wurden. Nachdem ich Shuman überwältigt hatte, befreite ich die Gefangenen. Bevor wiederum die Polizei kam, unterhielt ich mich mit Wainwright, der mir im Laufe des Gespräches einen Bericht über Farnhams Machenschaffen aushändigte. Endlich kam die Polizei (also immer diese Kaffeepausen) und führte Shuman ab. Nach diesen Ereignissen begab ich mich auf dem schnellsten Wege zur hiesigen Post, um das Schließfach zu öffnen. Im Fach fand ich ein Gedicht, auf dessen Rückseite die Zahl 6316 zu lesen stand. Ich las das Gedicht mehrmals, bis ich den Sinn heraus fand. Unter der berühmten Parkstatue des George Washington grub ich einen ominösen Koffer mit einer Schaufel, die ich in einem Schuppen fand, aus. Der Schuppen war mit einem Kettenschloss gesichert, das ich mit der Kombination 6316 öffnen konnte. Gerade wollte ich den Koffer näher untersuchen, als meine Verfolger, die ich im Hotel abgeschüttelt zu haben hoffte, mit gezückten „Blasröhrchen” auf mich zuliefen.

Jetzt half nur noch die Flucht. Schnell rannte ich zu dem Müllhaufen, wo ich mich versteckte. Gerade als ich aufatmen wollte, sah ich einen knurrenden Hund, der jeden Moment zu bellen und mich zu verraten drohte. Schnell besann ich mich auf den Knochen, den ich früher hier gefunden hatte. Meine Verfolger rannten vorbei, ohne dass mich der Köter verriet. „Jetzt sollen die Cops auch mal was für ihr Geld tun”, meinte ich und begab mich zur Polizei.

Im Office öffnete ich den Koffer und nahm eine Mappe heraus, die ich als gesondertes Beweismittel benutzen wollte. Jetzt meinte ich, alle Beweise zusammengetragen zu haben, um Farnhams finstere Machenschaften zu beweisen. Mein Puzzle (man höre und staune!) war komplett. Also zeigte ich Farnham an (ARREST FARNHAM). Zusammen mit Inspektor Hawkeye fuhr ich zu Farnham. Dort bewies ich schnell seine Schuld, indem ich meine Beweise (Koffer, Mappe, angekokeltes Papier und Wainwrights Report) vorzeigte. Dies reichte, um ihn für längere Zeit hinter Gitter zu bringen ...

(Artikel "Kopfnuss" aus der ASM 9/1987; Autor: Torsten Blum)


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