Schwert und Magie/Komplettlösung: Schwert & Magie 2 - der unheimliche Tempel

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Komplettlösung: Schwert & Magie 2 - der unheimliche Tempel

Autor: Harald Horchler (GO64! 6/2001)


Nach meinem Abenteuer mit der Sanarie beschloss ich, mich erst einmal ausgiebig zu erholen. In Daswat, der nächsten größeren Stadt, ließ ich es mir gut gehen. Da ich als Abenteurer der zweiten Stufe noch nicht allzu gut mit Geld umgehen konnte, ging mir selbiges ziemlich schnell aus. Was nun? Glücklicherweise machte mir ein reicher Kaufmann mit Namen Abussin das Angebot, seine Handelskarawane durch die Wüste Nephta bis Bisrenek als Eskorte zu begleiten. Das versprach eine geruhsame Reise zu werden, und da die Kaufmannstochter schön und mein Geld knapp war, sagte ich zu.

Der erste Teil der Reise war denn auch sehr geruhsam, fast schon langweilig, da die Gegend sicher, der Weg bekannt und die Kaufmannstochter kaum zu sehen, weil in einer Sänfte verborgen war. Auch in dem Wüstenstück, das zu durchqueren war, gab es für mich nichts zu tun...

Bis zu dem Augenblick, in dem uns ein Sandsturm überraschte! In Windeseile brach er über uns herein. Ehe wir wussten wohin, war schon ein Großteil der Packpferde und -kamele durchgegangen. Glücklicherweise war der Sturm schnell wieder vorüber, nur von den Tieren war weit und breit nichts mehr zu sehen, und ihre Spuren waren natürlich verweht. Na ja, hat Abussin, der Kaufmann, eben ein paar Ballen Seide und Samt verloren, Hauptsache, er hat noch genug Geld für meinen Lohn, dachte ich noch, als Abussin auch schon zu mir kam. Er berichtete, dass ausgerechnet die Pferde mit den Wasservorräten ausgerissen seien. Selbst ich konnte mir ausrechnen, dass das Wasser in unseren Feldflaschen nur noch wenige Stunden reichen würde. Aber woher Wasser nehmen? Da es nun mal mein Job war, das Überleben der Reisenden zu sichern, nahm ich alle leeren Ziegenbälge, ein kleines Messer sowie meine Feldflasche und machte mich auf in Richtung auf ein kleines Gebirge, das ich in der Ferne sah. Hier würde es am ehesten Wasser geben.

Allerdings verschätzte ich mich gewaltig bei der Entfernung des Gebirges. Es wollte und wollte nicht näherkommen, und mein eigener Wasservorrat war längst aufgebraucht. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich ging, aber ich war sehr erschöpft, als ich endlich in ein kleines Tal am Rand des Gebirges kam. Dort erwartete mich eine Überraschung: Ein Tempeltor! Natürlich war es verschlossen, und auf den Stufen waren dicke Sandschichten, aber immerhin war es ein Zeichen, dass hier Menschen leben oder zumindest gelebt hatten, und das hieß: Es gab hier Wasser!

Eine Untersuchung des Tempeltores ergab keinen Anhaltspunkt darauf, welche Gottheiten hier verehrt werden bzw. wurden. Auf mein Klopfen antwortete zunächst niemand. Doch dann bewegte sich der Löwenkopf, der den Türklopfer im Maul hielt, und gab mir ein Rätsel auf. Magie! Nun ja, damit hatte ich ja schon ein wenig Erfahrung, so dass mich der sprechende Löwenkopf kaum ängstigte. Das Rätsel war nicht weiter schwer (auch für euch sicherlich nicht, oder falls doch: löst ein anderes Abenteuer, denn in diesem gibt es noch eine schwierige Nuss zu knacken!). Die Lösung hieß „Schlüsselloch“. Wahrscheinlich hatte der gute Löwe die richtige Antwort schon lange nicht mehr gehört, denn vor Schreck zerfiel er zu Staub.

Trotzdem bekam ich das Tor nicht auf. Das ging nämlich, wie ich später erfuhr, nur mit dem passenden Schlüssel, aber leider gab es hier keine Fußmatte. Daher schaute mich mich mal ein bisschen um. Aha, da gab es ja noch zwei mit Öl gefüllte Schalen. Das Öl zündete ich an, da ich mir beim Hineingreifen in das Öl nur die Hände verbrannt hätte. Als das Öl abgebrannt war, entdeckte ich in der linke Schale einen Schlüssel und in der rechten eine Inschrift, die einen Hinweis auf das Lösungswort gab. Mit dem Schlüssel habe ich dann das Tor geöffnet und bin eingetreten. Mit einem lauten Knarzen hatte sich das Tor geöffnet, als ich im Tempelvorraum ein Skelett liegen sah. Abgebrüht, wie ich damals schon war, nahm ich einen Knochen des Skeletts, wickelte ein Stück Stoff darum, zündete es an und hatte eine schöne Fackel. Ein heftiger Windstoß wehte das Tempeltor wieder zu, und ich konnte es nicht mehr öffnen. Gefangen! Nein, immerhin gab es noch den Weg nach vorn (wie sonst könnte ich euch diese Zeilen schreiben?). Die vor mir liegenden Räume glichen fast einem Labyrinth. Ich kämpfte gegen ganze Horden von Ratten, Höhlenspinnen, Schlangen und Fledermäusen. Aber es lohnte sich, denn ich fand einen Raum mit einer merkwürdigen Inschrift, von der ich seltsam fasziniert war.

Fast am Ende, entdeckte ich in der Nähe der Inschrift einen großen Raum, wohl den eigentlichen Tempelraum. Er mutete sehr merkwürdig an, in der Mitte gab es einen Feuerstrahl und mehrere Säulen, vier Türen führten weiter (das Programm stellt hier eine Karte zur Verfügung). Die Säulen stellten jeweils einen Gott dar, eine Säule war jedoch blank. Außerdem fand ich eine Steinscheibe, in die ein Symbol eingeritzt war. Die nahm ich mit. Danach machte ich mich daran, die hinter den Türen liegenden Räume zu erforschen, denn irgendwo dort vermutete ich die Lösung des Rätsels.

Eine Tür war verschlossen, hinter einer anderen erwartete mich eine Armbrustfalle. Mist! Hatte der Bolzen schon sehr schmerzhaft getroffen, zog ich mir beim Herausziehen des Geschosses noch weitere Verletzungen zu. Hätte ich mich nicht in einem Tempel befunden, hätte ich mit Sicherheit geflucht! Trotzdem hat sich das Öffnen der Tür gelohnt, denn ich fand weitere Steinscheiben, die scheinbar in einem Zusammenhang mit den Säulen standen. Natürlich gab es hier auch Ratten, die mich alten Kämpen aber vor kein Problem stellten.

In einem anderen Raum befand sich ein Sarkophag, den ich aus Neugierde öffnete. Es folgte ein schwerer Kampf mit einer Mumie, der mir aber eine weitere Scheibe einbrachte. In der verwüsteten Bibliothek las ich die wenigen Bücher, die das Feuer überstanden hatten. Das Feuer? Ja, hier hatte vor nicht allzu langer Zeit ein Feuer gewütet! Die ganze Geschichte konnte ich in einem der Bücher lesen, und ich sage euch, nach deren Lektüre zitterte selbst ich...

Immerhin fand ich hier einen kleinen Schlüssel, mit dem ich den verschlossenen Raum öffnen konnte, und eine weitere Steinscheibe.

In dem bis dahin verschlossenen Raum fand ich weitere Steinscheiben. Was nun? Stand nicht in einem der Bücherregale eine Abhandlung über die Götter und ihre Symbole? Natürlich. Schnell schrieb ich mir die Zuordnung auf, ging zurück zu den Säulen und steckte die Steinscheiben mit den Symbolen in die Aussparungen der entsprechenden Säulen. Jedes Mal geschah etwas mehr oder weniger Angenehmes:


Gottheit Symbol Aktion

Aesculap Elixierfläschchen Tapferkeit des Abenteurers steigt Aphrodite Herz Die Vitalpunkte des Abenteurers steigen an Apollon Heilende Hand Ein Heiltrank erscheint Asmodeus Leere Ein Dämon erscheint Bacchus Weinbecher Eigenschaften des Abenteurers ändern sich Levana Schützende Hand Eine Rüstung erscheint in einem der Räume Mars Schwert Ein Schwert erscheint in einem der Räume Pluto Totenschädel Die Skelette werden lebendig Poseidon Wasserwellen Die Zisterne wird mit Wasser gefüllt


Der Kampf mit dem asmodeischen Dämon war einer der schlimmsten Kämpfe meines Lebens, auch aus heutiger Sicht. Außer mit dem furchtbaren Gegner hatte ich auch mit großer Übelkeit zu kämpfen, die mir dessen Anblick verursachte. Ohne die Hilfe der Götter wäre dies damals bereits mein letztes Abenteuer gewesen.

Als ich den Dämon besiegt hatte, verschwand die Feuersäule. Todesmutig ließ ich mich hinab, da ein Steinwurf ergeben hatte, dass es nur drei Meter Höhenunterschied zu überwinden gab. Natürlich, Todesmut und Dummheit sind eigentlich zwei verschiedene Dinge, doch nicht für mich! Ich kam die Wand nämlich nicht mehr hoch, so dass es mal wieder nur einen Weg gab: Nach vorn! Vorsichtig tastete ich mich weiter, bis ich in eine grottenähnliche Erweiterung des Ganges gelangte. Dort fand ich Aquarius, einen Priester, von dem ich bereits gelesen hatte, an die Wand geklebt! Während ich ihn befreite, erzählte er mir von seinem Schicksal. Furchtbar! Immerhin wusste Aquarius, wie man aus dem Loch wieder nach oben kommen und so der Hölle entgehen konnte. Allerdings störten uns drei niedere Teufel bei unserem Plausch, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als mit ihnen zu kämpfen. Glücklicherweise waren sie ziemlich feige und auch nicht magiebegabt, allerdings konnte ich ihren aufgeregten Stimmen entnehmen, dass „ER“ bald kommen würde...

Also schnell mit Aquarius zurück und nach oben. Bald war es soweit, „ER“ kam. Die folgenden Minuten waren wohl damals für mich so schlimm, dass ich mich nicht mehr an sie erinnern kann. Wahrscheinlich haben die Götter gnadenhalber meine Erinnerung daran ausgelöscht. Falls dem so ist, muss ich ihnen wohl auf ewig dankbar sein. Jedenfalls gab es einen Kampf mit Asmodeus, und mit Hilfe der Götter konnte ich ihn besiegen – für dieses Mal...

Schon dachte ich, das Abenteuer sei endlich vorbei, als mir Aquarius erzählte, dass der Weg zum Wasser mit tödlichen Fallen gespickt sei, die der verräterische Priester (von dem ich bereits gelesen hatte und dessen Mumie ich auch schon besiegt hatte) angebracht habe. Immerhin wies er mir noch den Weg zur Zisterne. Da er aber zu sehr geschwächt war, um mir helfen zu können, schickte ich ihn zurück, damit er sich schonen sollte.

Wie immer todesmutig schritt ich langsam und vorsichtig den Gang entlang, immer auf der Hut vor möglichen Fallen. Ich konnte das Wasser schon beinahe riechen! Doch da: Einen Moment nicht aufgepasst, und schon war ich in einem kleinen Raum gefangen, dessen Decke sich langsam herabsenkte. Zu allem Überfluss war sie auch noch mit Speerspitzen gespickt! Na prima! Aber auch der Priester musste hier durchgekommen sein, um Wasser zu holen, also musste es auch einen Ausweg geben. Und den gab es in Form von zehn Schaltern und einer Hinweistafel. Des Rätsels Lösung (im Kopfrechnen war ich durch das ständige Nachzählen meines kümmerlichen Lohns gut trainiert) war:


 1       2      3       4      5      6       7      8      9

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Damit kam ich an die Zisterne, konnte die Wasserschläuche füllen (und vor allem mich selbst an dem kühlen Nass laben) und mich auf den Weg zu meinen Kameraden machen. Durch die schwere Last kam ich nur langsam voran und musste den Vorrat sogar anbrechen, aber immerhin hatten sie mitgedacht und ein kleines Feuer entzündet, dessen Rauch mir den Weg wies. Endlich kam ich der Lagerstätte näher, aber wieso waren es jetzt viel mehr Leute als vorher? Und warum rannten alle auf mich zu?

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Quelle: C64Games.de - Spiel Nr. 1001