Sinclair ZX81

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Sinclair ZX81
ZX81 2.jpg
Typ: Heimcomputer
Hersteller: Sinclair
Neupreis: DM 398,-/ATS 2999,-
(EUR 218,-)
Erscheinungsjahr: 1981
Produktionsende: -
Prozessor: Z80 @ 3,25 MHz
Speicher: 1 KByte, max. 64 KByte
OS: Sinclair-BASIC (8 KByte ROM)
Sonstiges: Vorgänger: ZX80

Der Sinclair ZX81 ist ein früher Heimcomputer und eine Weiterentwicklung des Sinclair ZX80, sowie direkter Vorläufer des bekannteren ZX Spectrum. Der Name des ZX81[1] deutet auf das Erscheinungsjahr 1981 dieses Computer hin, der seinen extrem günstigen Einführungspreis dem Genius des Schöpfers Sir Clive Sinclair zu verdanken hat. Das Gerät war auch als Bausatz (noch billiger) erhältlich und äußerst kompakt aufgebaut (auf der Platine befanden sich lediglich 4 ICs).

Der Sinclair ZX81 mit Z80 Mikroprozessor von Zilog besitzt in der Grundausstatung 1 KByte RAM. Eine Speichererweiterung (RAM-PACK mit 16 KByte oder 64 KByte) ist daher sinnvoll. Der Computer besitzt einen integrierten HF-Modulator und wird an einen Fernsehapparat (Kanal 36 UHF) angeschlossen. Die Stromversorgung erfolgt über einen Adapter, der 9V Gleichstrom liefert.

Der ZX81 besitzt ein bereits im ROM befindliches BASIC.
Das Laden von Programmen erfolgt über einen handelsüblichen Kassettenrecoder. Beim Laden erscheinen flatternde Streifen auf dem Bildschirm. Mit Hilfe des Lautstärkereglers muss zwischen "zu laut" und "zu leise" eine brauchbare Einstellung experimentell ermittelt werden.

Der Tastaturbereich (QWERTY) ist eine druckempfindliche Folie mit bis zu 5-facher Belegung und entsprechender Beschriftung. Hervorzuheben ist die Kommandobeschriftung (26 Schlüsselwörter). So kann und muss mit einem einzigen Tastendruck ein komplettes Kommando eingeben werden. Dieser Eingabemodus ist anhand des Buchstabens K in inverser Darstellung am unteren linken Bildschirmrand ersichtlich. K steht dabei für Keyword, weitere Modi sind L (Letter), G (Graphics) , F (Function) und S (Syntax-Fehler).

Nach jedem Programmlauf erscheint unten links eine Meldung bestehend aus einem der [2] (0-9,A-F, E wird nicht verwendet) und der Zeilennummer, mit der das Programm beendet wurde.

  • 0 = kein Fehler, Programm beendet.
  • 1-9, A-D,F = Fehler in unterschiedlichen Kontexten.

Die Bildschirmdarstellung ist monochrom (schwarz/weiß) und der Textmodus umfasst 24 Zeilen zu 32 Zeichen und davon abgeleitet ist eine Semigrafik mit 64×48 Blöcken möglich. Ein Hires-Grafik-Modus ist nicht vorhanden, vielmehr ist die CPU schon im Textmodus derart in dessen Aufbereitung integriert, dass von der mit 3,25 MHz getakteten CPU nur noch rund 1 MHz effektiv als Rechenleistung verbleibt. Aus diesem Grund gibt es auch einen FAST-Modus, der ohne Bilddarstellung die volle CPU-Leistung zur Verfügung stellt. Trotzdem war gerade wegen dieses CPU-orientierten Konzepts auch eine (nicht von BASIC unterstützte) Pseudo-Hires-Darstellung möglich.

Soundunterstützung war nicht vorgesehen. Mit einem Sound-Expansion-Modul als steckbare Erweiterung konnte man dieses Manko beseitigen. Aber auch trickreiche Zugriffe auf die RAM-Erweiterung können ein kontrolliertes, melodisches Zirpen als Pseudo-Sound-Funktion hervorbringen.

Am Erweiterungsport kann neben dem (für Spiele meist notwendigen) RAM-PACK auch ein spezieller Drucker angeschlossen werden, der Thermopapier benötigt (Befehle: COPY, LLIST, LPRINT).
Rund um den ZX81 entstand in den frühen 1980er Jahren eine umfangreiche Zubehörindustrie, mit deren Hilfe der Computer in beliebigen Ausbaustufen individuell verbessert werden konnte. Die zahlreichen Angebote umfassten u.a. professionelle Tastaturen, Soundsysteme, diverse RAM-Erweiterungen, Joystick-Anschlüsse, Modulverteiler, Drucker und viele weitere Artikel. Softwareseitig entstanden in erster Linie Spielprogramme, da der Computer durch seinen Aufbau zumindest in der Grundversion für professionelle Anwendungen ungeeignet war.

Bis zum Erscheinen des ZX81 waren Computer aufgrund ihres hohen Anschaffungspreises als Hobby- und Freizeitgeräte kaum verbreitet, und vorwiegend an Schulen und in Büros zu finden. Der ZX81 ermöglichte es durch seinen günstigen Preis vielen Neueinsteigern, erstmals ein solches Gerät zu erwerben und erste Erfahrungen auf dem Gebiet der Computertechnik zu sammeln. Viele ZX81-Besitzer blieben ihrem Hobby treu und stiegen nach dem Erscheinen größerer und besser ausgestatteter Computer auf Modelle wie den ZX Spectrum und Heimcomputer anderer Hersteller um. Daher kann der ZX81 zurecht als einer der Pioniere und Wegbereiter des Heimcomputermarkts der 1980er Jahre betrachtet werden.

Quellenen[Bearbeiten]

  1. ist ein geschütztes Warenzeichen der Sinclair Research, Ltd.
  2. ZX81-Basic Report Codes Sprache:englisch

Weblinks[Bearbeiten]

WP-W11.png Wikipedia: Sinclair ZX81
WP-W11.png Wikipedia: Clive Sinclair Sprache:english