Emlyn Hughes International Soccer

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Emlyn Hughes International Soccer
Emlyn Hughes International Soccer
Spiel Nr. 1017
Bewertung 8.86 Punkte bei 7 Stimmen
Entwickler Graham Blighe
Firma Audiogenic Software
Verleger Audiogenic Software
Musiker Barry Leitch
Release 1988
Plattform(en) Amiga, Amstrad CPC, Atari ST, C64, ZX Spectrum
Genre Sportspiele
Spielmodi Einzelspieler
bis zu 8 Spieler (abwechselnd)
2 Spieler (simultan)
Steuerung Icon Port1 2.pngIcon joystick 1-2.png
Medien Icon disk525.png Icon kassette.png
Sprache Sprache:englisch
Information aka Retee!


Beschreibung[Bearbeiten]

Emlyn Hughes International Soccer (EHIS) ist eines der bekanntesten und beliebtesten Fußballspiele auf dem C64. Von der Optik erinnert es sofort an den Klassiker International Soccer, ist aber deutlich vielfältiger sowohl im Spielablauf als auch bei den Menüoptionen (Turnierformen, Spielerdatenbank usw.). In Summe sind acht Teams inklusive detaillierter Spielerkader und -statistiken hinterlegt, von denen eines oder mehrere übernommen werden können. Es handelt sich um europäische Nationalmannschaften, mit denen man Turniere startet oder einfach nur ein paar Testspiele zockt. Der Namensgeber Emlyn Hughes ist ein ehemaliger englischer Nationalspieler (Spitzname "The Crazy Horse"), der in den 1970er Jahren u.a. mehrere Jahre Kapitän des FC Liverpool war und 1977 zu Englands Fußballer des Jahres gewählt wurde. Die Beliebtheit von EHIS spiegelt sich z.B. auf dem internationalen C64-Portal Lemon 64 wider, wo es im User-Voting von über 4000 Spielen auf Rang 42 liegt (Stand September 2020).


Gestaltung[Bearbeiten]


Der Startbildschirm mit dem ersten Spieltag, oben lässt sich ein Menü mit zahlreichen Optionen ausklappen
Spielszene aus Schottland gegen England



Was die grafische Gestaltung angeht, so wirkt EHIS zunächst nur wie eine leicht aufgehübschte Version des bekannten International Soccer. Beim Spielen entpuppen sich dann aber die um ein Vielfaches größeren Möglichkeiten dieses Fußballspiels: Während einer Partie sind neben Ecken, Abstößen und Einwürfen auch Elfmeter, Fouls, Freistöße, Auswechslungen, Hackentricks und Kopfballtore möglich. Insbesondere die Zahl möglicher Schussvarianten grenzt für Maßstäbe der 1980er Jahre an ein Wunder.

Ebenso umfangreich sind die Menüoptionen. Sämtliche Teams können editiert werden: Neben Team- und Spielernamen sind auch individuelle Stärken und Schwächen (Defensive, Offensive, Speed) hinterlegt und änderbar. Es können mehrere Turnierformen gewählt werden, es ist eine beliebige Mischung von computer-gecoachten und menschlich gesteuerten Mannschaften möglich, zehn verschiedene Schwierigkeitsgrade stehen zur Verfügung (plus extrem einfachem Practice-Modus). Die Farben von Ball, Linien und Spielfeld sind frei wählbar. Auch die Spielzeit kann sehr breit variiert werden (zwischen 2 und 90 Minuten, optional Verlängerung bei Play-Off-Spielen).

Es gibt letztlich kaum etwas, das es nicht gibt. Kurzfristige Spielverlegung innerhalb des Spieltages? Kein Problem, siehe POSTPONE MATCH. Zwischendurch ein Testspiel mitten im Turnier einlegen? Warum nicht, drücke ARRANGE FRIENDLY. Natürlich lassen sich auch die Trikotfarben selbst bestimmen, und selbstverständlich wird hier noch einmal separiert zwischen Heim- und Auswärtstrikots. Wer (zu) viel Freizeit hat, kann sogar die Partien zwischen den Computer-Teams in voller Länge als Zuschauer angucken. Dabei wird er echte Stadionatmosphäre genießen können: Denn auch beim Sound zeigt sich EHIS abwechslungsreich. Neben einem Zuschauer-Grundrauschen sind anfeuernde Tröten und Trommeln zu hören, bei Torraumszenen geht ein Raunen durchs Publikum, und wenn ein Tor fällt, explodiert der Hexenkessel!


Hinweise[Bearbeiten]

Auch ein umfangreicher Artikel kann kaum alle Details von EHIS auflisten, daher werden im Folgenden primär mögliche Turnierformen, das Bearbeiten und Aufstellen der Mannschaften sowie die eigentliche Steuerung im Spiel dargestellt.

Turniere: Vier Grundformen, einige Extras[Bearbeiten]

Vier verschiedene Turniere lassen sich bei EHIS auswählen. Wer wenig Zeit hat, sollte den Cup wählen: ein reines Play-Off-Turnier, beginnend mit dem Viertelfinale. Etwas mehr Zeit kostet die League, hier spielt man gegen jeden Gegner um Punkte. Die Season als dritte Variante kombiniert Cup und League, sodass gleich zwei Titel zu erlangen sind. Für nervenstarke Spieler bietet sich schließlich das Championship an. Hier wird zunächst in einer League um vier Play-Off-Plätze gespielt, der Titel wird dann mit Halbfinale und Finale ermittelt. Als Extra kann man noch ein wenig Feintuning betreiben: So lässt das Ligasystem Rückspiele zu. Zudem ist es möglich, die Verlängerung ein- und auszuschalten oder auch zwischen zwei-Punkt-Modus und drei-Punkt-Modus zu unterscheiden.

Die Mannschaften: Edit your team![Bearbeiten]

Vor Turnierbeginn kann jedes Team (auch das gegnerische) komplett editiert werden. Spielernamen und -stärken sind frei wählbar, auch der Teamname ist nicht in Stein gemeißelt. Wer eine kleine Bundesliga gestalten will – bitte sehr! Über EDIT TEAM kein Problem. Die Anzahl der Punkte hinter DEF, OFF und SPD stehen natürlich für die individuelle Qualität in Defensive, Offensive und Geschwindigkeit (Speed).

Im Turnierverlauf kann dann nur noch PICK TEAM gewählt werden. Hier lassen sich schwache Spieler aus der Stammelf nehmen, indem man die Rückennummer wechselt. Lediglich der Goalkeeper bleibt unantastbar. Die Spieler mit der 12 und der 14 lassen sich übrigens mit der Commodore-Taste während des Spiels einwechseln, sobald der Ball im Aus ist. Um überhaupt eine Mannschaft auswählen zu können, muss oben rechts im Team der Besitzer von COMPUTER auf einen beliebigen anderen Namen geändert werden. Dies geht nicht während eines laufenden Turniers, stattdessen muss zunächst ein neues Turnier gestartet werden (z.B. START CUP), aber es darf noch nicht die erste Partie absolviert sein.


Mit dem Editor lassen sich auch Fantasieteams zusammenstellen, hier zum Beispiel die C64 Allstars
Auch wildes Schneegestöber wie bei der WM 1930 lässt sich simulieren



Steuerung[Bearbeiten]

Erklärungswürdig ist bei der Steuerung vor allem das Passen und Schießen. Während der Feuerknopf für diverse Zwecke intuitiv bedient werden kann (Ausführen von Standardsituationen, Grätschen bei gegnerischem Ballbesitz, Kopfball, Torwartparade usw.) und auch die Laufbewegung der Kicker mit dem Stick sehr einfach zu steuern ist, liegt die eigentliche Genialität (und Schwierigkeit) von EHIS in den unzähligen Schussarten, die dank cleverer Programmierung verfügbar sind: Denn sobald man bei eigenem Ballbesitz den Feuerknopf drückt, legt man sich fest, dass man gleich schießt. Die Länge des Drückens bestimmt dann die Schussgeschwindigkeit und -weite. Und die Stickbewegung während (!) des gedrückten Feuerknopfs bestimmt, welche Schussart gewählt wird. Denn hat man erst einmal begonnen, den Knopf zu drücken, so ändert der Kicker seine Laufbewegung nicht mehr, sondern jede Stickbewegung determiniert nun nur noch den folgenden Schuss. Hierbei stehen zur Auswahl (Beispiel für einen gerade nach rechts laufenden Spieler):

Joystick nach rechts und Feuerknopf drücken Flachschuss nach vorn
Joystick nach rechts und Feuerknopf drücken und dann kurz Joystick rechts-vor und Feuerknopf drücken Flachschuss mit ca. 20 Grad Neigung nach oben
Joystick nach rechts und Feuerknopf drücken und dann kurz Joystick rechts-zurück und Feuerknopf drücken Flachschuss mit ca. 20 Grad Neigung nach unten
Joystick nach rechts und Feuerknopf drücken und dann lang Joystick nach vorne und Feuerknopf drücken Flachschuss mit ca. 70 Grad Neigung nach oben
Joystick nach rechts und Feuerknopf drücken und dann lang Joystick zurück und Feuerknopf drücken Flachschuss mit ca. 70 Grad Neigung nach unten
Joystick nach links und Feuerknopf drücken Hochschuss nach vorn
Joystick nach links und Feuerknopf drücken und dann kurz Joystick links-vor und Feuerknopf drücken Hochschuss mit ca. 20 Grad Neigung nach oben
Joystick nach links und Feuerknopf drücken und dann kurz Joystick links-zurück und Feuerknopf drücken Hochschuss mit ca. 20 Grad Neigung nach unten
Joystick nach links und Feuerknopf drücken und dann lang Joystick nach vorne und Feuerknopf drücken Hochschuss mit ca. 70 Grad Neigung nach oben
Joystick nach links und Feuerknopf drücken und dann lang Joystick zurück und Feuerknopf drücken Hochschuss mit ca. 70 Grad Neigung nach unten
Joystick nach links und Feuerknopf drücken und dann wieder Joystick nach rechts und Feuerknopf drücken Hackentrick

Diese 11 Schussarten können in jede der 8 Laufbewegungen ausgeführt und mit beliebiger Schussweite kombiniert werden, sind aber immer relativ zur Laufrichtung zu verstehen. Ein nach links laufender Spieler muss also für den Flachschuss nach vorn den Joystick nach links halten.

Die eigentliche Herausforderung des Spiels liegt darin, in jedem Moment einer Partie den sinnvollsten Schuss auszuwählen und dann mit großer Meisterschaft exakt auszuführen, hinsichtlich Timing und Weite. So können bei entsprechender Erfahrung auch aus unmöglichsten Situationen Klärungsversuche gelingen oder spektakuläre Tore erzielt werden.


Aufstellung und taktisches Verhalten[Bearbeiten]

Ballbesitz: Sololäufe statt Tiki-Taka[Bearbeiten]

Doppelpässe und Kombinationsfußball sind bei EHIS möglich und machen vor allem zu zweit gegen den Computer eine Menge Spaß, sind aber vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden oft nicht zielführend. Spektakuläre Sololäufe mit frühem und starkem Abschluss aus der Ferne sind hingegen das Mittel der Wahl. In der Offensive verfügt man in der Regel über vier Spieler: der Zehner ganz vorn im Zentrum, der Mann mit der Rückennummer 8 kurz dahinter, der Neuner am unteren Bildschirmrand auf dem Flügel, der Elfer auf der anderen Seite ganz oben (anders als im echten Fußball bleiben die Außenstürmer nach dem Seitenwechsel nicht auf ihrer Seite, sondern kleben weiter am gleichen Bildschirmrand. Offensichtlich sind sie durchweg beidfüßig ausgestattet und können links wie rechts).

Der Zehner und der Elfer sind die wichtigsten Spieler, daher sollte man bei der Aufstellung vor der Partie bereits darauf achten, hier Kicker mit hohen Skills und hoher Fitness aufzustellen. Idealerweise passt man den Ball auf den Zehner und geht mit ihm auf einen Sololauf über das Zentrum oder die obere Bildschirmseite. Attackierende Gegner kann man durch schnellen und gekonnten Richtungswechsel ins Leere grätschen lassen. Schon vor dem Strafraum muss der Abschluss erfolgen, da es im gegnerischen Strafraum immer sehr eng zugeht und man entweder den Ball verliert oder die Schüsse geblockt werden. Für den perfekten Torschuss sind im Abschnitt Lösung einige Tipps vorhanden (s.u.).


Jetzt schnell auf den besser postierten Nebenmann passen, denn Abseits gibt es bei EHIS nicht!
Ein harter Flachschuss aufs kurze Eck führt aus dieser Situation zum sicheren Treffer.



Verteidigung: Weg mit die Kirsche![Bearbeiten]

Auch in den 80ern begann beim Fußball die Verteidigung bereits im Angriff. Wenn der Gegner sein Spiel aufbaut, ist frühes Stören mit den eigenen Stürmern angesagt. Insbesondere auf den leichteren Schwierigkeitsgraden lässt sich der C64 auch mal auf ein Dribbling am eigenen Strafraum ein. Auf den höheren Skill Leveln zieht er hingegen ein anständiges Passspiel auf. Statt zu grätschen, sollte man als Anfänger besser mit den eigenen Angreifern nah auf Tuchfühlung gehen, drängeln und so versuchen, den Ball zu erlangen. Erfahrene Spieler können auch Grätschen dosiert einsetzen.

Ist der Gegner bereits hinter der Mittellinie, so ist es meist ratsam, die vier eigenen Offensivspieler gegen die Laufrichtung aus dem Bildschirm zu bewegen, da nur dann das dreiköpfige Mittelfeld früh nachrückt. Spätestens jetzt muss der Computer eng attackiert und am Torschuss gehindert werden, da er selten bis in den Strafraum kombiniert.

Die Abwehr ist bei EHIS noch mit Libero und zwei Vorstoppern ausgestattet. Befinden sich Ball und Gegner letztlich also doch im eigenen Sechzehner, so sollte mit diesen drei Gesellen schnellstmöglich der Ball ergattert und aus der Gefahrenzone gebracht werden. Jetzt bloß nicht mit neumodischem Ballbesitzfußball starten, sondern die Kirsche einfach hoch und weit weghauen! In der eigenen Spielhälfte ist gepflegter Spielaufbau bei EHIS nämlich besonders riskant.

Torwart: Autogoalie oder selber steuern?[Bearbeiten]

EHIS bietet die Wahl zwischen einem selbst gesteuerten Torwart und dem automatisch agierenden „Autogoalie“. Letzterer ist ziemlich gut und hält wie einst Eike Immel nahezu optimal. Mehr Spaß und die größere Herausforderung bringt jedoch die Entscheidung zum selbst gesteuerten Schlussmann. Hierbei muss lediglich der Feuerknopf im richtigen Moment gedrückt werden, damit der Torwart seine Parade ausführt. Der richtige Moment ist in der Regel kurz bevor der Ball den Keeper passieren würde. Etwas Übung ist schon nötig, um das Niveau des Autogoalies zu erreichen, aber früher oder später sollte es klappen.

Mensch vs. Mensch: Hoch und weit gibt Sicherheit![Bearbeiten]

Das Duell gegen menschliche Gegner macht natürlich noch viel mehr Spaß als gegen die künstliche Intelligenz unseres Brotkastens. Nur leider kennen menschliche Gegner in der Regel auch alle Standardtricks, mit denen man den Computer simpel düpieren kann. Mit Sololäufen kommt man daher längst nicht so weit, lange Bälle sind nun eher das Mittel der Wahl, britischer Fußball ist jetzt angesagt.

Und eines können die menschlichen Gegner in der Regel nicht besser als der C64: eigene Einwürfe! Daher ist es ein probates Instrument, den Ball nicht nur weit in die gegnerische Hälfte zu kloppen, sondern dort möglichst auch ins Aus zu schießen. Nun stellt man alle Gegenspieler schön zu und sieht den Angstschweiß beim Kontrahenten auf der Stirn, denn ein kleiner Fehler kann einen Ballgewinn direkt vor seinem Tor bedeuten.

Dummerweise gibt es hierzu kein gutes Gegenmittel – wenn der Gegner also die gleiche Spielweise anwendet, wird es hinten auch schnell mal brenzlig. Gute Schusstechnik macht in menschlichen Duellen meist dann den Unterschied zwischen Sieger und Verlierer aus. Denn wer auch unter Druck sehr komplizierte Fernschüsse exakt ausführten kann, wird sich in der Defensive schneller befreien und in der Offensive auch aus kleineren Chancen eiskalt Tore erzielen können.


Sonstige Besonderheiten zum Gameplay[Bearbeiten]

Standardsituationen: Ecken von unten vermeiden![Bearbeiten]

Während Anstoß, Abstoß und Elfmeter weitgehend selbsterklärend sind, soll hier das Augenmerk auf Freistöße, Einwürfe und vor allem Ecken gerichtet werden. Bei diesen Standards achtet der computergesteuerte Schütze nämlich durchaus genau auf Laufwege von Freund und Feind. Man sollte sich daher nie dort platzieren, wo man den Ball serviert bekommen möchte, sondern sich insbesondere bei Einwürfen auf die jeweils andere Seite stellen. Dort wird man dann gedeckt. Nun startet man durch in die eigentlich gewünschte Richtung und drückt kurz danach den Knopf, sodass man den Ball punktgenau zugeworfen bekommt. Lediglich im Duell gegen menschliche Gegner versagt diese ansonsten sichere Strategie für Einwürfe.

Bei Freistoß und Ecke verhält es sich ähnlich, allerdings gibt es für die verteidigenden Spieler eine verbotene Zone, in die sie vor Ausführung des Standards nicht hineindürfen. Das ist vor allem bei den Freistößen hilfreich, denn diese werden immer relativ kurz gespielt, sodass sie ohnehin wenig bringen und man für jeden Freiraum bei der Ballannahme dankbar ist. Ecken kommen hingegen immer lang. Hier ist es schlau, analog zum Einwurf, mittig von links (erste Halbzeit) bzw. rechts (nach dem Pausentee) in den Strafraum hineinzulaufen und dabei die Ecke per Feuerknopf zu starten.

Erhält der Computer einen Standard, so gilt es, wie im echten Fußball den Gegner, aber vor allem auch die Richtung zum eigenen Tor zuzustellen. Besondere Vorsicht gilt bei Ecken. Sinnvoll ist es, sich im Zentrum zu postieren. Der Computer ist bei Ecken recht torgefährlich, vor allem, wenn sie von der unteren Bildschirmseite geschossen werden. Es lohnt sich, die eigene Spielweise so anzupassen, dass gegnerische Eckstöße von unten minimiert werden.

Die hohe Kunst der Kopfballtore[Bearbeiten]

Schön spielen ist bei EHIS nicht immer effizient, macht aber Spaß. Eine besondere Herausforderung ist es, Kopfballtore zu erzielen. Da die automatisch gesteuerten Mitspieler gern mal zur Grätsche oder zum Kopfball ansetzen, wenn der Ball bei ihnen vorbeikommt, ist es durchaus möglich, ihnen von außen eine maßgeschneiderte Flanke zu servieren und auf einen Kopfballtreffer zu hoffen.

Hierzu muss aber wirklich alles passen. Etwas leichter ist es natürlich mit einem menschlichen Mitspieler oder auch nach Standards. Bei einer Ecke von oben ist es mit etwas Übung gar nicht so schwer, im richtigen Moment in den Strafraum zu laufen und die Ochsenblase per Kopf ins Gehäuse zu wuchten. Auch bei gegnerischen Einwürfen kann ein schräger Kopfball Richtung Tor durchaus mal bis ins Netz trudeln.

Schubsen beim Einwurf: Nicht fair, aber wirksam[Bearbeiten]

Eine von vielen Besonderheiten des Spiels ist das leichte Schubsen, das man bei größerer Erfahrung dosiert einsetzen kann, um z.B. im Spiel zu zweit gegen den Computer den eigenen Mann freizublocken. Hierzu bewegt man einfach den eigenen Mann leicht gegen andere Kicker. Besonders kurios ist aber das Schubsen vor Ausführung eines Einwurfs. Wenn man knapp führt und nicht mehr viel Zeit auf der Uhr ist, so ist es nämlich auch möglich, den Gegenspieler an der Aufnahme des Balls zu hindern, indem man ihn permanent wegschubst. Das erfordert ein gewisses Training und ist nicht besonders fair, sieht aber lustig aus und ist durchaus wirksam, wenn etwas Glück dazukommt. Denn der Einwerfer kann den Ball dann schlicht nicht aufnehmen und so verstreichen die Sekunden und der Sieg rückt näher – wenn man denn überhaupt auf diese wenig sportliche Art ein Spiel gewinnen will.

Schuerrle flankt mustergültig von außen
Herrliche Ballannahme von Götze



1:0 für Deutschland im WM-Finale 2014!



Lösung[Bearbeiten]

Entscheidend bei EHIS ist, aus jeder Position heraus einen gefährlichen Torschuss abgeben zu können, sobald man in die Nähe des Sechzehners kommt. Gegen niedrige Schwierigkeitsgrade lassen sich Tore zwar auch durch Sololäufe oder Kombinationen in den Strafraum erzielen. Nicht selten kommt es dann zu Treffern aus kurzer Distanz nach Abprallern. Sehr gut ist es generell, wenn man bereits frei auf den Torwart zuläuft, dann hat man mit einem hoch angesetzten, direkt vor dem Keeper abgefeuerten Schuss immer ein sicheres Tor. Sobald man jedoch gegen höhere Schwierigkeitsgrade oder menschliche Gegner spielt, sollte man früh den Abschluss suchen, also jede Gelegenheit aus der Ferne sofort nutzen. Die wichtigsten Varianten für Weitschüsse hier im Überblick:

Das Cheap Goal[Bearbeiten]

Man wechselt auf die obere Bildschirmseite, spielt gekonnt oder mit Glück den äußeren Mittelfeldspieler des Gegners aus und zieht dann schon vor dem Strafraum (bei Blickrichtung gerade zur Torauslinie) einen leicht angewinkelten Schuss auf das lange Eck ab. Das ist die sicherste Methode für ein Tor insbesondere gegen Level 10 oder starke menschliche Gegner.

Tore aus dem Zentrum[Bearbeiten]

Noch etwas einfacher zu realisieren sind Distanzschüsse aus zentraler Lage vor dem Strafraum, da man hier nicht zwingend gegnerische Mittelfeldspieler austanzen muss. Stattdessen lässt sich auch schon vorher das runde Leder kraftvoll aufs Tor hämmern, allerdings mit geringeren Erfolgsaussichten, da der Keeper gerade Schüsse eher hält als schräge. Tipp: Zieht man auf Höhe des Pfostens ab, springt der Schlussmann seitwärts und lässt dabei schneller mal einen Ball passieren.

Tore von außen[Bearbeiten]

Bei einem Angriff über die Flügel kann es geschehen, dass der Gegner so clever attackiert und zustellt, dass man bis zur Torauslinie abgedrängt wird. Statt nun, wie im echten Fußball, in den dichten Strafraum zu flanken oder den tödlichen Pass im Stil von Uwe Bein in den Rücken der Abwehr zu suchen, ist ein gekonnter Torschuss aus spitzem Winkel das effektivste Mittel.

Welchen Schuss man wählen sollte, ist bei EHIS abhängig davon, in welcher Ecke des Spielfelds man sich gerade befindet: Oben rechts ist die Devise, fast bis zur Torauslinie zu laufen und erst kurz davor einen hohen, extrem angewinkelten Schuss nach unten abzugeben (bei Blickrichtung nach rechts). Oben links nimmt man den analogen Laufweg, spielt den Ball aber unbedingt flach. Am unteren Bildschirmrand gilt es wegen der 3D-Optik schon deutlich vor der Torauslinie den Abschluss zu suchen. Flachschüsse auf das lange oder kurze Eck sind am besten, wobei beim rechten Gehäuse der Blick auch schräg aufs Tor gerichtet sein kann (dann den Schuss nicht anwinkeln).

Spezialschüsse unter Druck[Bearbeiten]

Wer selbst vom EHIS-Fachpublikum noch ein anerkennendes Raunen bekommen möchte, sollte sich an nachfolgenden Spezialschüssen versuchen. Sie können den entscheidenden Unterschied ausmachen, wenn in einem mehrstündigen Championship mit den besten Kumpels endlich das Halbfinale oder gar das große Finale angepfiffen wird.

Denn gegen echte EHIS-Experten ist es manchmal kaum möglich, Richtung Strafraum zu laufen, um einen der Standard-Distanzschüsse abzugeben. Hier greifen nun die kongenialen Spezialschüsse, für die man gar nicht auf das gegnerische Gehäuse zulaufen muss. Stattdessen sind folgende Alternativen zu wählen: Wenn nahe am Seitenaus der Ball gewonnen wird, so kann man auch einfach gerade nach oben bzw. unten laufen und dann unmittelbar einen stark angewinkelten Weitschuss auf das lange Toreck abgeben. Die Schusskraft muss in Abhängigkeit von der Feldposition justiert werden, auch das Timing muss exakt passen (Übung macht den Meister!).

Letzteres gilt auch für die andere mögliche Variante. Hierbei läuft der ballführende Spieler schräg auf das Seitenaus zu, bereits in der Nähe des Strafraums. Dies sieht zunächst nicht gefährlich aus, meist wurde der Angreifer in diese Position unfreiwillig gedrängt. Mit einem stark angewinkelten Hochschuss in Richtung des langen Ecks kann hier aber aus dem Nichts eine brandgefährliche Spielsituation heraufbeschworen werden, denn bei perfekter Ausführung geht der Ball entweder direkt ins Tor oder wird zumindest vom Torwart nach vorne abgeklatscht, sodass sich Chancen auf einen klassischen Abstauber ergeben.


Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen
Rahn schießt...



Tor! Tor! Tor! Das Wunder von Bern 1954!




Cheats[Bearbeiten]

  •  :  : Laufende Halbzeit wird sofort abgepfiffen und gewertet
  • RUN/STOP  Im Spiel: sofortiger Spielabbruch, Spiel wird nicht gewertet. Außerhalb des Spiels: Ton aus.
  • RESTORE : Laufendes Spiel beginnt sofort von vorne.
  •  : Beim Einlaufen: Anstoß beginnt sofort. Nach einem Tor: Anstoß beginnt schneller. Nach dem Abpfiff: Die Animation der in die Kabine laufenden Spieler wird nicht gezeigt.
  • In der CSDb ist eine Version aus dem Jahr 2000 verfügbar, die die Teams der Europameisterschaft 2000 enthält.


Bewertung[Bearbeiten]

Bewertung der C64-Wiki-Benutzer (10=die beste Note):
8.86 Punkte bei 7 Stimmen (Rang 4).
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C64Games 9 7. Mai 2011 - "9" - 25343 downs
Lemon64 8,6 18. November 2020 - 154 votes
READY64 9,1 18. November 2020 – "9,08 – 61 voti "
Kultboy 8,1 18. November 2020 – "8,11 – 19 Stimmen "
c64.com 8,5 18. November 2020 - "It got the total rating of 8.5 points from the viewers "
Zzap!64 9 November 1988 - "90%"
Powerplay 8 Ausgabe 1/89 - 79% Wertung - S.30


Kritik[Bearbeiten]

Pattensen Power: "Das beste Computerspiel, seit es den Brotkasten gibt! Weiß Gott, wie viele Stunden ich damit verbracht habe (und manchmal noch verbringe) - besonders gern mit meinen Brüdern. Ich habe das Gefühl, jeden Grashalm des Spielfelds persönlich zu kennen und jedwede denkbare Spielsituation oder Turnierkonstellation schon einmal erlebt zu haben. Kein Soccerspiel ist so variabel, keines bietet so viele Möglichkeiten und fordert Dir so viel Präzision, mentale Stärke und Expertise ab. Ganz klare 10 Punkte!"

Sonstiges[Bearbeiten]

Cover[Bearbeiten]

Oben lächelt freundlich Emlyn Hughes himself, im Zentrum sieht man hingegen eine spektakuläre Szene von der WM 1986 aus dem Vorrundenspiel zwischen Argentinien und Uruguay.

Trivia[Bearbeiten]

Etwas kurios: Da bei EHIS alle Kicker nur Fantasienamen tragen, steht selbst der Namensgeber Emlyn Hughes bei „seinem“ Spiel nicht im Kader der englischen Nationalelf. Zum Glück kann man ihn ja im Teameditor nachmelden.

Easteregg[Bearbeiten]

Erst bei häufigem Spielen wird man folgende, von den Programmierern versteckte Besonderheit bemerken: Wenn ein Freistoß unmittelbar vor dem Strafraum gepfiffen wird, so entscheidet sich hin und wieder der Torhüter des verteidigenden Teams für einen Ausflug aus seinem Kasten. Er verlässt das Tor und wie von Geisterhand wechselt er dabei seine Trikotfarbe, er ist nun von den Feldspielern seiner Mannschaft nicht mehr zu unterscheiden und während er lustig durch den Sechzehner wuselt, steht sein Tor leer.

Je nach dem, ob es der eigene oder der gegnerische Schlussmann ist, ergibt sich nun also eine chancenreiche oder aber eine sehr riskante Spielsituation, die man zudem ob des Farbwechsels manchmal gar nicht rechtzeitig bemerkt. Tore fallen trotzdem selten, da Freistöße bei EHIS kurz ausgeführt werden und die Torhüter direkt nach der Ausführung dann meist doch sehr schnell zwischen die Pfosten zurück eilen.


Highscore[Bearbeiten]

Analog zu anderen Fußballspielen zählt zunächst das höchste bezwungene Level, dann die Höhe des Sieges (Tordifferenz vor Anzahl geschossener Tore). Alle Grundeinstellungen von EHIS müssen so übernommen werden, wie sie nach erstmaligem Laden und Starten des Originalspiels voreingestellt sind (z.B. 10 Minuten Spieldauer usw.). Die Teams können frei gewählt werden.

Topscore von Pattensen Power
  1. Pattensen Power - 8:1 gegen Level 10 (24.11.2020)
  2. Niemand - 0 (tt.mm.jjjj)
  3. Leer - 0 (tt.mm.jjjj)


2. Platz von Niemand 3. Platz von Leer
2. Platz von Niemand 3. Platz von Leer


Weblinks[Bearbeiten]

WP-W11.png Wikipedia: Emlyn Hughes International Soccer
WP-W11.png Wikipedia: Emlyn Hughes International Soccer Sprache:english


Videos