Desert Fox

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Desert Fox
Titelbild vom Spiel
Spiel Nr. 293
Entwickler Marylou O'Rourke, John Harley,
J. Stuart Easterbrook
Firma Sydney Development,
Electronic Speech Systems
Verleger U.S. Gold, Powerhouse Publishing Limited
Musiker Paul Butler
HVSC-Datei MUSICIANS/B/Butler_Paul/Desert_Fox.sid
Release 1985
Plattform(en) C64, Amstrad CPC
Genre Shoot'em Up, 3D
Spielmodi 1 Einzelspieler
Steuerung Icon Port2.pngIcon joystick.png
Medien Icon kassette.png Icon disk525.png
Sprache Sprache:englisch
Information Das Spiel war in der BRD von Juni 1986 bis Mai 2011 indiziert


Bewertung[Bearbeiten]

Bewertung der C64-Wiki-Benutzer (10=die beste Note):
6.58 Punkte bei 24 Stimmen (Rang 449).
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C64Games 6 12. Februar 2008 - "gut"
Lemon64 7,3 12. Februar 2008 - 34 votes
Kultboy.com 6.67 10. Oktober 2010 - 3 votes
ZZap64 87% Ausgabe 2/86

Beschreibung[Bearbeiten]

Wir befinden uns im Jahre 1942 n. Chr. Ganz Lybien...neee...ganz Lybyen...auch nich...ganz NORDAFRIKA ist vom Deutschen Afrikakorps besetzt...ganz Nordafrika? Nein! Einige von unbeugsamen Briten gehaltene Depots hören nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten.

Nur wenn es gelingt den feindlichen Belagerungsring um diese Depots zu sprengen kann ein Sieg der Achsenmächte noch verhindert werden. Und es gibt nur eine einzige Person, die hierfür in Frage kommt: der "Lone Wolf", der heldenhafteste alliierte Panzerkommandant aller Zeiten.

Ganz auf sich allein gestellt, gegen eine erdrückende Übermacht angeführt vom "Wüstenfuchs" Erwin Rommel höchstpersönlich, nimmt er die unglaubliche Herausforderung die ihm aufgetragen ist an.

So markig gestaltet sich der Auftakt zu "Desert Fox", einem 3D-Shooter aus dem Hause US Gold. Desert Fox ist Spiel Nummer Zwei in einer steten Reihe von Weltkriegs-Shootern, die mit "Dambusters" ihren Anfang nahm und mit "Ace of Aces" und "The Train - Escape to Normandy" erfolgreich fortgesetzt wurde. Allen diesen Spielen ist gemein, dass sie aus einer Abfolge sich immer wieder wiederholender Actioneinlagen bestehen die eintreten, während der Spieler sich mehr oder minder frei über sein Einsatzgebiet bewegt. In "Desert Fox" ist dies die Wüste östlich von Tobruk.

Aufgabe des Spielers ist es nacheinander jedes einzelne der über die Karte verstreuten Depots anzusteuern, bevor den Verteidigern der Nachschub ausgeht und der Stützpunkt in Feindeshand fällt. Geht auch nur ein einziges Depot verloren oder erleidet der eigene Panzer zu viel Schaden, endet das Spiel.

Das Spiel verfügt über Tag- und Nachtphasen.

Aschgrau präsentiert sich uns die Karte.

Als wenn der allgegenwärtige Zeitdruck nicht schon schlimm genug wäre, so wird man auch noch ständig von einem kleinen roten Hakenkreuz verfolgt. Dies stellt Rommel persönlich dar, der es gar nicht erwarten kann, den Spieler zu einem Panzerduell auf Leben und Tod herauszufordern. Da ist es nur gut, dass "Lone Wolf" im Besitz eines überaus modernen Enigma-Decoders mit Sprachausgabe ist, der die verschlüsselten Funkbotschaften des Feindes übersetzen kann und somit Aufschluss über die Lage von gegnerischen Truppen gibt. Entweder dies, oder der Feind funkt ihm zuliebe auf Englisch. Was uns auch gleich zu einem der Hauptelemente des Spiels bringt:


RADIO

Desertfoxradio.png

Mit dieser Funktion kann man seine Antenne in eine spezifische Richtung schwenken und erhält per Sprachausgabe Informationen über die Gegner, die man zu erwarten hat wenn man per "MOVE" beschließt in diese Richtung zu fahren.

Es gibt hierbei sieben mögliche Meldungen: STUKA!, TIGER!, MINEFIELD!, CONVOY!, AMBUSH!!, DEPOT und ROMMEL!!! (besonders bedrohlich vorgetragen) sowie Rauschen. Rauschen zeigt an, dass die Strecke frei ist und man sich gefahrlos in diese Richtung bewegen kann. Alle anderen Meldungen, bis auf "DEPOT" lösen, wenn man in diese Richtung fährt, eine Actioneinlage aus, bei der sich der Spieler mit dem Afrikakorps auseinanderzusetzen hat. Wurde ein Depot erreicht, wird in den Actionsequenzen erlittener Schaden entsprechend dem verbliebenen Nachschub des Depots repariert.

Folgen mehrere Meldungen aufeinander, bedeutet dies, dass man zunächst mit der zuerst gemeldeten Bedrohung zu rechnen hat. Wenn man vor hat weiter in diese Richtung zu fahren, die nachfolgenden bewältigen müsste. So würde z.B. "TIGER!", "MINEFIELD!", "DEPOT" zunächst eine Panzerschlacht, dann die Durchquerung eines Minenfelds und schließlich das Erreichen eines Depots bedeuten, wenn man sich nur kontinuierlich in diese Richtung bewegt.


ZOOM und Luftunterstützung

Desertfoxzoom.png
Desertfoxbomber.png

Wie bereits erwähnt gilt es die Depots der Karte erfolgreich zu entsetzen bevor ihnen der Nachschub ausgeht. Per "ZOOM" kann man sich anzeigen lassen, wie viele Stunden jedes einzelne Depot noch aushalten kann. Sinkt bei irgendeinem Depot der Nachschub auf null hat man das Spiel verloren und eine Hakenkreuzflagge unterlegt mit einem bedrohlichen Dröhnen verkündet das Game Over.


Man kann jedoch einmal pro Spiel einen Luftangriff auf die Belagerer EINES Depots anfordern, der wertvolle Zeit erkaufen kann. Dies muss allerdings rechtzeitig geschehen, da die Bomber einige Stunden brauchen um am Ort des Geschehens anzukommen. Sie werden durch einen grünen Flieger auf der Karte dargestellt, der sich langsam auf das Zieldepot zu bewegt.

Noch 21 Stunden...



DIE ACTIONSEQUENZEN:


  • STUKA
Stukas im Visier!

Zur allgemeinen Verwunderung wird man nacheinander von fünf "Stukas" angegriffen, die dies netterweise nicht im Sturzflug (wie man es erwarten sollte) sondern ein wenig unorthodox im Tiefflug tun und so natürlich trotz Einsatz eines Panzergeschützes leichte Beute sind. Dies sind die einfachsten Gegner.


  • TIGER
Eine Geheimwaffe des Afrikakorps: riesige graue Bälle!

Fünf offensichtlich mit einem immer wieder aussetzenden Turbolader ausgerüstete Tigerpanzer gilt es zu erlegen. Diese sind mit einer mysteriösen ballförmigen Munition ausgestattet die verdächtig furzend klingende Geräusche beim Abschuss verursacht. Und abschießen kann man diese Geschosse natürlich auch. Je nachdem wie gut der Turbolader dieser "Tiger" funktioniert eine eher schwierige Mission.



  • MINEFIELD
Gute Mine zum bösen Spiel.

In bester Pole-Position bzw. Nightdriver-Manier muss man hier mit vollem Karacho durch das Minenfeld düsen, bis man 4000 Punkte erreicht hat. Eventuell erlittenen Schaden durch Minenkollision kann man durch das Abschießen(!!!) anderer Minen wieder reparieren. Je nachdem ob diese Mission tagsüber oder nachts gespielt wird mittelschwierig bis schwierig.


  • CONVOY
Bombenstimmung!

Knallrot angestrichene Bomber greifen einen verbündeten LKW-Konvoi an und werden dabei von froschgrünen alliierten Sportmaschinen belästigt. Mit zwei MGs darf der Spieler in dieses bunte Treiben eingreifen und muss aufpassen ja keine eigene Flieger abzuschießen, was Punkteverlust bedeutet und verhindern, dass Bomben den Konvoi treffen, was nämlich Schaden am eigenen Panzer verursacht (???). Vom Handling her erinnert diese Sequenz an das Tontaubenschießen aus "Hypersports". Eine mittelschwere Mission die richtig Laune macht und noch eine kleine taktische Finesse bereithält: je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad muss eine gewisse Punktzahl erreicht werden, damit das zuletzt angewählte Depot zusätzlichen Nachschub erhält. Diese Punktzahlen sind:
5000 challenger
5200 crusader
5400 strategy
5600 master
5800 grandmaster



  • AMBUSH
Im Abendrot werden wir hinterhältigst angegriffen.

Es gilt mitten durch einen mit feindlichen Werferbatterien vollgestopften Canyon zu brettern, ohne allzuviel Schaden zu erleiden. Jeder Granatwerfer an dem man vorbeifährt ohne ihn abzuschießen verursacht Schaden. Diese Sequenz ist recht schwierig und sollte nach Möglichkeit gemieden werden. Nachts wird sie zum Albtraum da man dann wegen der schlechten Sicht Treffer um Treffer kassiert.




  • ROMMEL
Erwin haut in Sack. Wenn DAS der Führer wüsste!

Wenn die normalen Tigerpanzer mit einem Turbolader ausgestattet sind, so muss Rommels Panzer mindestens mit einem Raketenantrieb gepimpt sein, anders kann man die Geschwindigkeit mit der er durch die Gegend orgelt gar nicht erklären. Wenn man ihn zu Gesicht bekommt schlägt er wie wild Haken während er einen mit Dauerfeuer eindeckt. Kein Spaß und nur mit einem halbwegs intakten Panzer zu überstehen, da man hier ohne weiteres 50% und mehr an Schaden erhalten kann. Acht Treffer braucht Rommel seinerseits, bevor er das Handtuch wirft und zur Belohnung ein zufälliges Depot sofort befreit wird.


Gestaltung[Bearbeiten]

Die Grafik ist eher schlicht geraten. Blockige Sprites gibt es hier leider en masse und die Farbwahl ist todlangweilig mit Schwerpunkt grau-gelb und unpassenden rot-grünen Einsprengseln. Dafür ist der Sound umso besser gelungen, mit Ausnahme des "seltsamen" Geräuschs das die feindlichen Panzer beim schießen von sich geben. Ein zackiger Militärmarsch untermalt den Startbildschirm und die Sprachausgabe ist für 1985 recht anständig.

Der Wechsel von Tag-und Nachtphasen ist ein nicht zu unterschätzendes taktisches Element.

Hinweise[Bearbeiten]

Drückt man bei der Wahl des Schwierigkeitsgrads F1  kann man mithilfe des Joysticks Filtereinstellungen für die Explosionsgeräusche vornehmen.

Während der Actioneinlagen bewegt sich Rommels Panzer weiter auf den Spieler zu. Benötigt man für eine Sequenz zu viel Zeit kann dies schlimmstenfalls bedeuten, dass man gleich im Anschluss von Rommel attackiert wird.

In höheren Schwierigkeitsgraden sind mehr Depots zu befreien und Rommels Panzer startet näher beim Spieler, was übrigens kein Nachteil sein muss. Schaltet man ihn früh gezielt aus kann man sich später unangenehme Überraschungen ersparen.

Jeder Schwierigkeitsgrad hat eine andere Verteilung der feindlichen Verbände.

Lösung[Bearbeiten]

  • Nachts sind alle Actionsequenzen erheblich schwieriger. Insbesondere Minenfelder, Tiger und Hinterhalte werden zu einem Albtraum.
  • Rommel sollte möglichst früh erledigt werden, damit ein Depot weniger zu befreien ist. Am Anfang ist der Schaden, den man dabei erleidet auch noch eher verschmerzbar als mitten im Spiel, wo man im Kampf gegen ihn ein Game Over riskieren kann.
  • Während der Stuka- und Tiger-Missionen sind die eigenen Geschosse nach dem Abfeuern kurz korrigierbar.
  • Luftunterstützung für ein weit entferntes Depot aufsparen welches man vorhat als letztes zu befreien.
  • Radiomeldungen werden mit zunehmender Distanz immer ungenauer.
  • Konvoi-Missionen gezielt ansteuern, wenn einem Depot der Nachschub auszugehen droht. Vorausgesetzt man findet genügend Konvois kann man mithilfe der Zoom-Funktion jedes mal ein anderes Depot auffüllen (wenn man genügend Punkte macht).
  • Tiger können einen nicht treffen, sobald sie vollkommen im toten Winkel sind.
  • Zur Reparatur Minenfelder ansteuern, langsam fahren und einige Dutzend Minen abschießen.

Cheats[Bearbeiten]

Der Crack von Sitzgruppe bietet Trainer für Unverwundbarkeit, unendlich viel Zeit, unbegrenzte Luftangriffe sowie weitere Modifikationsmöglichkeiten. Zudem wurde ein Bug des Originals beseitigt, der das Erobern des nördlichsten Depots im Master Level unmöglich machen konnte und das Spiel gelegentlich abstürzen ließ.

Kritik[Bearbeiten]

Robotron2084: "Desert Fox strotzt vor lauter Ungereimtheiten, dass einem Militärhistoriker glatt der Clausewitz aus der Hand fallen würde und es gibt einige höchst hirnrissige Features wie z.B. Reparatur durch das Abschießen von Minen oder die Möglichkeit feindliche Granaten abzuballern. Und dennoch ist es ein wirklich unterhaltsames wüstes Ballerspiel mit Renneinlagen. Die Stimmausgabe ist oberkultig ("ROMMEL!") und auch ein wenig Taktik ist gefordert, wenn man sich z.B. entscheiden muss, ob man auf dem Weg zum nächsten Depot einen direkten aber gefährlicheren Weg oder einen Umweg nimmt und riskiert, dass einem die Zeit davonläuft. Oder ob man nachts lieber durch einen Hinterhalt fahren oder sich mit kaum sichtbaren Tigern rumärgern möchte. Leider wird die Startpositionen vor Spielbeginn nicht zufällig ermittelt und vielleicht ist es auch ein ganz klein wenig zu einfach. Dennoch ein schöner Klassiker der sogar seine Nachfolger Ace of Aces und das langweilige The Train - Escape to Normandy in Punkto Gameplay in die Tasche steckt. 8 von 10 Punkten."

mombasajoe: "Das habe ich früher tatsächlich mal gespielt. Vielleicht aus den Gründen, aus denen es indiziert wurde und somit "böse" war, vielleicht wegen der Sprachausgabe...keine Ahnung. Wegen des Spieles an sich kann es nicht gewesen sein. Einige "Disziplinen" sind leider spielerisch öde und technisch wenig ansprechend, wie z.B. "Stuka" oder "Tiger". Im Gegensatz dazu sind andere "Teilaufgaben" spielerisch zwar auch nur untere Schublade, dafür aber wenigstens technisch eine totale Grütze, wie z.B. der oberpeinliche "Convoy"-Angriff. So hat man immerhin was zu lachen. Nee, das ist nichts. Das strategische Element kann dies leider nicht kompensieren. Für die wilde Stocherei im Pixelbrei gibt es von mir 3/10 Punkten. NACHTRAG: Wegen seines Mixes aus Einfachheit, "Bosheit" und unfreiwilliger Komik ist das Spiel für "mal eben zwischendurch" geeignet. In Verbindung mit DTV-Kompatibilität und Steuerung ohne Tastatur erhöhe ich zum ersten... zweiten...und zum dritten... auf 5/10. Das Spiel ist aus vorgenannten Gründen fester Bestandteil meines Mini-Arcade-Cabinets auf DTV-64 Basis geworden (auf dem 7" Display fallen auch die groben Pixeleien nicht so auf)."

Shakermaker303: "Konnte an dem Spiel nicht viel positives entdecken, aber habe es immer wieder mal angespielt. Vermutlich wegen der Sprachausgabe, sowas gefällt mir immer. Aber so würde ich das Spiel nur für mittelmäßig befinden, daher 5 von 10 Punkten."

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Die Punkteanzeige reicht nur bis 99.999, eine Punktzahl die man in höheren Leveln mühelos erreicht.
  • Die Indizierung des Spiels wurde im Mai 2011 von der BPjM durch Listenstreichung gemäß §18 Abs. 7 JuschG (Zeitablauf) aufgehoben (Quelle).


Cover

"Cover"

Highscore[Bearbeiten]

Topscore von Robotron2084
  1. Robotron2084 - 99.999 - Level Grandmaster (12.02.2008)
  2. Blubarju - 63.900 - Level Crusader (12.04.2012)
  3. TheRyk - 40.000 - Level Crusader (22.07.2015)
  4. Werner - 31.000 (13.02.2008)

2. Platz von Blubarju 3. Platz von TheRyk
2. Platz von Blubarju 3. Platz von TheRyk


Weblinks[Bearbeiten]