MS-DOS Simulator

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MS-DOS Simulator
Startbildschirm
Entwickler Umberto Colapicchioni & Valerio Ferri, sowie Mariani G. & Sorgato F.
Verleger Systems Editoriale
Release 1986
Plattform(en) C64, C128
Genre MS-DOS Emulator
Steuerung Icon tastatur.png
Medien Icon disk525 1.png Icon kassette.png
Sprache(n) Sprache:englisch
Information Diskmag Commodore Computer Club Spezialausgabe 28,80 DM Sprache:deutsch Sprache:italienisch
erwähnt in Ausgabe No.37 Sprache:italienisch
Version 2 erwähnt in Ausgabe No.46 Sprache:italienisch - Seite 41
Versionen 1.0, 1.2 und 2.0


Beschreibung[Bearbeiten]

Als MS-DOS Ende der 1980er Jahre durch den Personalcomputerboom in den Büros bekannter wurde, erschien auch ein MS-DOS Simulator für den C64/128, der im Wesentlichen die Funktionen des Kommandozeilen-Interpreters COMMAND.COM der originalen MS-DOS Version 1.x/2.0 imitiert. Dieser wurde auf dem Commodore Computer Club Diskmag des italienischen Publishers Systems Editoriale veröffentlicht. Der erste MS-DOS Simulator für den C64 wurde am 18.04.1986 fertiggestellt. Der Simulator belegt nicht sonderlich viel Platz im Arbeitsspeicher.
Ende 1987 erschien die 2. Version des Simulators, die recht gut ausgereift ist. Diese Version gibt sich ebenfalls als MS-DOS Version 1.00 aus!
Damit der Simulator MS-DOS entsprechend simulieren kann, werden Tasten, die die Bildschirmmaske zerstören, abgeschaltet. D.h. verändern der aktuelle Zeichen- bzw. Schriftfarbe ist mit CTRL  und Commodore  plus den Zifferntasten nicht möglich, sowie das Zeichen " kann nicht genutzt werden!
Hinweis: Weiterhin ist es auch nicht möglich, 5,25"-Disketten, die unter dem realen MS-DOS z.B. der PC-Version formatiert wurden, unmittelbar über die Diskettenlaufwerke wie 1541 oder 1570 zu nutzen und eventuell Dateien, die von einem PC erstellt worden sind, zu öffnen!
Ein Manko ist leider auch der Umstand, dass die Befehle ohne Parameter und Variablen genutzt werden müssen, die bei der echten (ggf. höheren) MS-DOS-Version wichtige Anwendervorteile besitzen.

Disketteninhalt[Bearbeiten]

Die Version 2.0 besteht aus dem Starter MSDOS (BASIC-Programm), der die COMMAND.COM nachlädt und somit den eigentlichen MS-DOS Simulator startet. Anschließend wird die AUTOEXEC.BAT ausgeführt. Des weiteren sind die Dateien INFO.TXT mit einem italienischen Kurzhinweis zum GW-BASIC Emulator, CREADIR.BAT (Demo-Batch-Datei für den Umgang mit Unterverzeichnissen), DIRALL.EXE (Programm zur Anzeige des Directorys im Commodore-Standardformat) und GWBASIC bzw. GWBASIC.EXE (den GW-BASIC Emulator) auf der Diskette enthalten.
Weiterhin ist noch das Programm FCONV unter BASIC V2 für die Umbenennung von Dateinamen aus dem Commodore-DOS in das MS-DOS-Format enthalten.

Systemstart[Bearbeiten]

Systemstart der MS-DOS Version 2.00

Während die Versionen 1.x sich generell mit dem Prompt im Eingabemodus meldet, wird in der Version 2.0 auch die Batch-Datei AUTOEXEC.BAT verwendet. Diese automatisch startende Datei wird stets beim Systemstart von MS-DOS ausgeführt. Die auf der Diskette enthaltende AUTOEXEC.BAT beinhaltet folgende MS-DOS-Befehle:

date
time
type intro.txt
pause
gwbasic

Erklärung: Mit date und time wird das aktuelle Systemdatum bzw. -zeit eingestellt. Danach wird der Inhalt der Datei INTRO.TXT angezeigt und pause wartet auf ein Tastendruck.
Wenn an dieser Stelle nicht mit der RUN/STOP  die Ausführung der AUTOEXEC.BAT abgebrochen wird (was mit der Sicherheitsabfrage Terminate batch job (Y/N) mit Y bestätigt werden müsste), folgt danach das Laden und die Ausführung von GW-BASIC. Damit wird schlussendlich auch der MS-DOS Simulator verlassen.

  • Hinweis: Nur durch Löschen oder Bearbeiten der AUTOEXEC.BAT kann der MS-DOS Systemstart den eigenen Wünschen und Erfordernissen entsprechend angepasst werden.

DOS-Befehle[Bearbeiten]

Folgende Befehle sind laut Commodore Computer Club Ausgabe 46 in Version 2.0 vorhanden:

BREAK, CHDIR, CD, CLS, COPY CON, COPY, DATE, DEL, ERASE, DIR, DISKCOPY, ECHO, FORMAT, 
MKDIR, PATH, PAUSE, PRINT, PROMPT, REM, RENAME, RMDIR, SIZE, SYS, TIME, TYPE, VER, VOL

Die Version 1.0 kennt nur die folgenden Befehle:

A:, B:, BASIC, CLS, DEL, DIR, FORMAT, RENAME, TYPE


Folgende DOS-Befehle funktionieren in der Version 2.0:

Allgemeine Befehle[Bearbeiten]

  • cls - Löschen des Bildschirms und Wiederherstellen der Standardschriftfarbe hellgrün. (clear screen)
  • prompt [text][$systemvariable] - Editieren bzw. Verändern des Eingabeprompts mit beliebigen Text und der möglichen Systemvariablen, ohne Parameter gefolgt von einem Leerzeichen stellt Standardprompt A> ($N$G bzw. $N>) wieder her.
Variable | Bedeutung
=========|=============
$A       | nichts
$B       | : -Zeichen (pipe)
$D       | Aktuelles Datum (date)
$N       | Aktuelles Laufwerk
$G       | > -Zeichen (greater than)
$L       | < -Zeichen (less than)
$S       | 1 Leerzeichen (space)
$H       | 1 Zeichen löschen (backspace)
$V       | MS-DOS Version (version)
$$       | $ -Zeichen
  • date [mm-dd-jjjj] - Festlegen bzw. Anzeigen des Datums, optional auch ohne Parameter.
  • time [hh:mm:ss.ms] - Festlegen bzw. Anzeigen der Zeit, optional auch ohne Parameter.
  • echo [on|off|<text>] - Prompt und Systemmeldungen ein- oder ausschalten bzw. Ausgabe von Text z.B. für die Programmierung von BATCH-Dateien, ohne Parameter wir der ECHO-Status angezeigt.
  • pause - Wartet in BATCH-Dateien bis eine Taste gedrückt wird.
  • rem [text] - Kommentar (Remark) in BATCH-Dateien einfügen
  • break [on|off] - Unterbrechung mit RUN/STOP  und CTRL +C  erlauben/unterbinden. Abbruch von BATCH-Dateien oder der Editierfunktion von Dateien im ASCII-Format, ohne Parameter wird der BREAK-Status angezeigt.
  • ver - Ausgabe der aktuellen MS-DOS-Version.
  • @author@ - Ausgabe der Autoren und des Copyrights.
  • command - Restart des MS-DOS Simulators
  • basic - Verlassen des Simulators durch ein Reset nach BASIC (nur in Version 1.x !)

Verzeichnis-Befehle[Bearbeiten]

  • dir - Anzeige des aktuellen Verzeichnis im normalen MS-DOS-Format. (directory).
  • cd [[Pfad]Verzeichnisname|..] - Wechselt in das angegebene Verzeichnis. Kurzform von chdir.
  • chdir [[Pfad]Verzeichnisname|..] - Wechselt in das angegebene Verzeichnis. Parameter ".." bewirkt das Zurückwechseln in das nächst höhere Verzeichnis. Ohne Parameterangabe wird der aktuelle Verzeichnispfad (directory path) angezeigt. (change directory)
  • mkdir <[Pfad]Verzeichnisname> - Legt das angegebene Unterverzeichnis an mit max. 1 Zeichen (bestehend aus Buchstaben A bis Z und Ziffern 0 bis 9).
  • md <[Pfad]Verzeichnisname> - Legt das angegebene Unterverzeichnis an. Kurzform von mkdir. (make directory)
  • rmdir <[Pfad]Verzeichnisname> - Löscht das angegebene Unterverzeichnis. Diese muss völlig leer sein! (remove directory)
  • rd <[Pfad]Verzeichnisname> - Löscht das angegebene Unterverzeichnis. Kurzform von rmdir.
  • path [Verzeichnisname1]; [Verzeichnisname2];... - Legt eine erweiterte Liste von Suchpfaden fest, in deren Verzeichnisse bei einem Befehls- oder Programmaufruf nach weiteren Befehlen bzw. Dateien gesucht werden. Falls diese Liste nicht angelegt wird, sucht MS-DOS aufgerufene Dateien nur im aktuellen Verzeichnis. Mit path ; wird er wieder gelöscht, ohne Parameterangaben wird die Definition von PATH angezeigt.

Datei-Befehle[Bearbeiten]

Anzeige von Dateiinhalten mit TYPE
  • <[Pfad]Dateiname.[BAT|COM|EXE]> - Führt Dateien unter MS-DOS aus, die die Endung BAT, COM oder EXE (kann ggf. entfallen) haben, aber auch Dateien unter BASIC V2 (MS-DOS-Simulator wird hiermit beendet), wenn es BASIC- oder Computerprogramme sind, die an die normale Startadresse 2048 ($0800) geladen werden können und nicht größer als 48 KByte sind (Erläuterungen siehe unter dem Abschnitt Einführung Dateiverwaltung).
  • type <[Pfad]Dateiname> - Anzeige von Dateiinhalten mit ASCII-Text vorzugsweise mit Dateiendung .BAT oder .TXT, falls andere Codes wie PETSCII genutzt werden, gibt es eine unsinnige Anzeige!
  • print <[Pfad]Dateiname> - Ausdruck von Dateiinhalten mit ASCII-Text vorzugsweise mit Dateiendung .BAT oder .TXT.
  • copy <[Pfad1]Alte Datei< <[Pfad2]Neue Datei> - Kopieren bzw. Duplizieren von Dateien.
  • copy con <[Pfad]Dateiname> - Editierfunktion starten für die Zeileneingabe von MS-DOS-Befehle. Beenden des Vorgangs mit Abspeicherung der erstellten BATCH-Datei mit CTRL +C 
  • rename <Neuer Dateiname> <Alter Dateiname> - Benennt Datei im aktuellen Verzeichnis um.
  • ren <Neuer Dateiname> <Alter Dateiname> - Benennt Datei um (Kurzform von rename).
  • del <[Pfad]Dateiname> - Löscht benannte Datei.
  • erase <[Pfad]Dateiname> - Löscht benannte Datei (Synonym für del).
  • size <[Pfad]Dateiname> - Zeigt die Dateigröße der entsprechenden Datei an.
  • verify [on|off] - Verifizieren beim Kopieren an- oder ausschalten, ohne Parameter wird der VERIFY-Status angezeigt.
Disketten formatieren mit FORMAT /S/V

Datenträger-Befehle[Bearbeiten]

  • [Laufwerk:] - Diskettenlaufwerk A: (Laufwerk bzw. device 0, standard) oder B: (Laufwerk bzw. device 1), funktioniert nicht zu 100% !
  • format [Parameterfolge] - Schnellformatierung der aktuellen Diskette (Bei Version 1.x: Ohne Sicherheitsabfrage und Parameter; nur Standardbezeichnung MS-DOS FORMAT mit ID:UC). Mögliche Parameter:
    • /s Systemdiskette mit COMMAND.COM erzeugen.
    • /v Eingabe der Datenträgerbezeichnung (label) nach dem Formatieren mit max.11 Zeichen plus , und 2 Zeichen (ohne ID-Veragbe !); Beispiel: C64WIKI2012,99
  • vol - Zeigt die Volumeninformationen des aktuellen Laufwerks (der Diskette), wie z.B. die Datenträgerbezeichnung (label).
  • sys <Laufwerk:> - Eine weitere MS-DOS-Startdiskette/-Bootdiskette erstellen.

Ergänzende Befehle[Bearbeiten]

Diese Befehle sind eigentlich im weiteren Sinne separate Programme und funktionieren nur von der originalen Systemdiskette!

  • diskcopy - Diskette kopieren bzw. duplizieren. Ist ein separates Programm namens DISKCOPY.COM. Es fragt wie bei anderen Diskettenkopierprogrammen immer nach Quell- (source disk) und Zieldiskette (destination disk).
  • dirall - Directory im Commodore-Standardformat anzeigen. Ist ein separates Programm namens DIRALL.EXE!
  • gwbasic - Ruft das separate Programm GW-BASIC Emulator auf und beendet damit den MS-DOS Simulator!

Funktionstasten & wichtige Tastenkombinationen[Bearbeiten]

Außerdem sind folgende Funktionstasten belegt:

  • F1  - letzte Eingabe zeichenweise wiederherstellen
  • F3  - letzte Eingabe wiederherstellen
  • CRSR←  - In der Eingabzeile 1 Zeichen nach links
  • CRSR→  - In der Eingabezeile 1 Zeichen nach rechts
  • SHIFT +INST/DEL  - 1 Zeichen nach rechts verschieben, um Platz zu machen
  • RUN/STOP  und CTRL +C  - Befehle oder Bildschirmausgaben abbrechen, wenn break on.
  • CTRL  - Verlangsamen der Anzeige von längeren Directorys und Dateien auf dem Bildschirm
  • CTRL +S  - Anhalten bzw. Aufheben der der Anzeige von längeren Directorys und Dateien auf dem Bildschirm (ggf. länger Drücken !)
  • CTRL +M  - Gleiche Funktion wie RETURN  bzw. Enter , d.h. Befehlsbestätigung
  • Anmerkung: Der MS-DOS Simulator überschreibt immer die Zeichen in der Eingabezeile. Es gibt keinen Einfügemodus !

Fehlermeldungen[Bearbeiten]

  • Werden MS-DOS Befehle falsch benutzt oder kennt der MS-DOS Simulator den Befehl nicht bzw. existiert das aufgerufene Programm nicht, gibt er oft die allgemeine Fehlermeldung Bad command or file name aus.
  • Falls Befehle mit falschen Parametern aufgerufen werden, wie format /a erscheint die Fehlermeldung Invalid parameter
  • Wird der Befehl falsch benutzt, gibt es gelegentlich bei einigen Fehlermeldungen Hilfen wie z.B. Must specify ON or OFF.
  • Bei bestimmten Befehlen gibt es eine speziellere Fehlermeldung, z.B. das Löschen eines nicht leeren Unterverzeichnisses führt zur Fehlermeldung Invalid path, not directory, or directory not empty.
  • In einigen Fällen kann es vorkommen, dass MS-DOS bei einem aktiven Vorgang nachfragt, ob dieser abgebrochen (abort), wiederholt (retry) oder ignoriert (ignore) werden soll. Für die Auswahl reicht es aus, den Anfangsbuchstaben einzugeben, gefolgt von RETURN .

Einführung Dateiverwaltung[Bearbeiten]

Anzeige und Aufbau des Diskettenverzeichnis mit DIR, sowie Disketteninhalt der MS-DOS Version 2.0 im MS-DOS-Format

Im Gegensatz zum Commodore-DOS, das eine flache Dateistruktur verwendet, verwaltet MS-DOS einen Datenträger, wie etwa eine Diskette oder Festplatte, hierarchisch mit Unterverzeichnissen. Daraus ergeben sich folgenden Eigenschaften:

  • In jedem Directory können eine gewisse Anzahl von Dateien und Unterverzeichnisse vorhanden sein.
  • Eine Datei besteht aus einem Dateinamen gefolgt von einer Dateierweiterung.
    Analog zu MS-DOS kann auch in diesem MS-DOS Simulator ein Dateiname maximal 8 Zeichen umfassen und eine Dateierweiterung von maximal 3 Zeichen besitzen.
  • Anhand der Dateierweiterung erkennt die COMMAND.COM, ob es sich um ausführbare Dateien, also Programme handelt. Diese können einfach durch Eingabe des Dateinamens gestartet werden.
    • .EXE ← selbstständig ausführbares Programm (engl. EXEcutable), i.d.R. Maschinencode enthaltend, erstellt mit Hilfe eines Compilers oder Assemblers.
    • .COM ← selbstständig ausführbares Programm (engl. COMmand), das im Original-MS-DOS mit einem limitierten Speichermodell ausgeführt wird. Im Simulator ist das nicht relevant und mit einem .EXE-Programm gleichzusetzen.
    • .BAT ← ausführbares BATCH-Programm im ASCII-Format, das MS-DOS-Befehle enthält und von COMMAND.COM abgearbeitet wird.
      • Reine Texte im ASCII-Format werden in der Regel mit der Dateiendung .TXT versehen.
      • Ein GW-BASIC-Programm hat die Endung .BAS.
      • Ein Unterverzeichnisname in einem Directory besteht immer nur aus genau einem Zeichen und wird bei der Ausgabe des Inhaltsverzeichnisses mit <DIR> markiert dargestellt.
    • Ein Directory-Eintrag wird angezeigt mit Dateiname, Dateierweiterung, Dateigröße in Bytes und einem Datum (MM.DD.JJJJ) samt Uhrzeit (HH:MM). Im Original-MS-DOS zeigen Datum und Uhrzeit üblicherweise jenes der letzten Änderung, aber im Simulator ist es stets das aktuelle Datum und die Uhrzeit zum Zeitpunkt des Kommandoaufrufs!
    • Die letzte Ausgabezeile des Directory-Befehls beinhaltet die Gesamtzahl aller im Directory aufgelisteten Dateien (engl. Files) und die Anzahl der noch verfügbaren, freien Bytes (Bytes free) am jeweiligen Datenmedium.
    • Jedes Unterverzeichnis verbraucht einen Disk-Block, von dem aber tatsächlich nur 38 Byte mit einem Copyright-Hinweis bestehend aus Datum und Namen der Autoren belegt ist.
  • Bei der Verwendung von MS-DOS-Befehlen mit Dateinamen erwartet MS-DOS immer die vollständige Angabe des Dateinamens; z.B. print autoexec.bat.
  • Jokerzeichen wie "*" und "?" sind erlaubt: Dabei steht "*" stellvertretend für beliebig viele Zeichen (inkl. "keine") und das "?" für genau ein beliebiges Zeichen. Z.B. löscht ein
    • del *.* alle Dateien im aktuellen Verzeichnis,
    • del test?.txt alle .TXT-Dateien, die aus 5 Zeichen bestehen und mit TEST anfangen.
  • Mit MS-DOS kann recht einfach eine sehr komplexe Directory-Struktur mit verschachtelten Unterverzeichnisse verwaltet werden. Allerdings ist die Hierarchietiefe auf 5 Unterverzeichnisebenen beschränkt. Zur besseren Navigation in der Struktur kann ein entsprechender Verzeichnispfad (engl. directory path) angegeben werden. Im Gegensatz zum realen MS-DOS wird als Trennzeichen bei der Pfadangabe statt dem Zeichen "\" (engl. backslash) das normale "/" (engl. slash) verwendet. Wie üblich bezeichnet "." das aktuelle und ".." das übergeordnete Verzeichnis.
    Beispiele:
    • cd 1/a/b Es wird vom aktuellen Verzeichnis ins dritte untergeordnete Unterverzeichnis namens "B" hineingewechselt.
    • cd ../../.. Es wird aus dem aktuellen Verzeichnis in das dritte übergeordnete Verzeichnis gewechselt.
  • Wichtige Verzeichnis- und Dateibefehle können nur mit relativer Pfadangabe genutzt werden. Absolute Pfade, die mit einem "/" beginnen würden, sind nicht möglich (da dies für Optionsangaben des Kommandos vorgesehen ist). So können Dateien über mehrere Verzeichnisebenen hinweg und aus verschiedenen Unterverzeichnissen genutzt werden. Beispiele:
    • copy ./a/wiki.exe wikineu.exe Kopieren einer Datei aus dem Unterverzeichnis "A" des aktuellen Verzeichnisses in eben dieses aktuelle (Unter)Verzeichnis unter einem neuen Namen.
    • copy demo.bat ../2/demoneu.exe Kopieren der Datei DEMO.BAT (aus dem aktuellen Verzeichnis) in das Geschwisterverzeichnis "2" als DEMONEU.EXE.
    • copy ../a/wiki.bat ../t/1/wiki.txt Kopieren der Datei WIKI.BAT aus dem Nachbarverzeichnis "A" in das Nachbarunterverzeichnis "T/1" mit der neuen Dateibezeichnung WIKI.TXT. Hierbei ist z.B. das aktuelle Verzeichnis "B".
    • print ../../1/2/text.txt Ausdruck der Datei TEXT.TXT, die sich im Unterverzeichnis "1/2" 2 Ebenen höher befindet, wobei das aktuelle Unterverzeichnis ebenfalls 2 Ebenen tiefer als das Hauptverzeichnis (main bzw. root directory) angesiedelt ist.

Laden von externen Programmen[Bearbeiten]

Der MS-DOS Simulator erlaubt das Laden von externen Programmen. Das können BASIC V2 Programme oder solche sein, die von einem Assembler oder Compiler für BASIC (z.B. PETspeed oder Austrospeed) bzw. einer anderen Computersprache erstellt wurden und ein entsprechendes BASIC-Intro, wie SYS(x), aufweisen. Sie dürfen nicht den Speicherbereich von $C8B0 bis $CFFF (51376 bis 53247) belegen, nicht größer als 48 KByte sein und die Startadresse sollte bei $0801 (2049) liegen. Das Nachladen von mehreren kleinen 48 KByte-Programmen ist möglich. Die Programme müssen mit jedenfalls mit RUN startbar sein.
Damit der MS-DOS-Simulator die entsprechenden Programme findet, müssen diese im richtigen Format im Directory der Diskette vorhanden sein und die Dateiendung ".COM" oder ".EXE" besitzen (siehe unten)!
Nach dem Laden wird der MS-DOS Simulator verlassen und kehrt zur BASIC-Umgebung zurück. Der Simulator befindet sich aber noch im Speicher!
Durch Eingabe von SYS 49152 erscheint zunächst diese Systemmeldung:

System Load error:
insert command.com disk
Strike a key when ready 

Nach dem Einlegen der MS-DOS Systemdiskette gefolgt von einem Tastendruck wird der Simulator wieder aktiv.

Abspeichern von BASIC-Programmen unter BASIC V2 im MS-DOS-Format[Bearbeiten]

Aufruf einer BATCH nicht bestehend ASCII-Code bzw. TYPE WIKI.EXE

Der MS-DOS-Simulator zeigt mir dir das Directory im MS-DOS-Format an. Damit abgespeicherte BASIC-Programm oder o.g. Computerprogramme auch auf den MS-DOS-Simulator-Disketten gefunden und auch geladen werden können, müssen sie wie folgt unter BASIC V2 abgespeichert werden (im Hauptverzeichnis mit Namen BASIC.EXE oder BASIC.COM):

SAVE "     BASICEXE",8
SAVE "     BASICCOM",8
Der Dateiname des MS-DOS Simulators in der Ansicht des Commodore-DOS besteht immer aus 5 Zeichen am Beginn, welche für den Verzeichnispfad bestehend aus max. 5 Ebenen (mit Leerzeichen aufgefüllt) stehen, gefolgt von max. 11 Zeichen für den Dateinamen, wobei die letzten 3 Zeichen immer die Dateierweiterung angeben, also z.B. für startbare Programme "COM" oder "EXE". Der Punkt (.), welcher bei der Directory-Anzeigen aufscheint, braucht damit nicht extra abgespeichert werden und kommt hier nicht weiter vor!
  • Eine Abspeicherung mit der Endung "BAT" empfiehlt sich nicht, da hier der Simulator in diesem Fall nur reinen ASCII-Text erwartet, während BASIC-Programme PETSCII-Code und binär kodierte Schlüsselwörter enthalten. Wird es dennoch versucht, werden genauso wirre Zeichen angezeigt, wie bei bei der Ausgabe von Programmen mit Hilfe der Befehle type oder print. Eventuell kann sogar der MS-DOS Simulator abstürzen!
Es kann sich hierbei leider auch die Zeichenfarbe des Editors ändern! Abhilfe schafft hier die Eingabe von cls.
  • Wem das zu kompliziert und fehlerträchtig ist, kann auch das zusätzliche Programm FCONV unter BASIC V2 laden und starten. Es ändert Dateinamen aus dem Commodore-DOS-Format in das MS-DOS-Format. Allerdings reagiert es recht empfindlich mit einer Fehlermeldung, falls die Angaben falsch sind oder derselbe Dateiname im MS-DOS-Format schon vorhanden ist.
  • Tipp: Das Programm FCONV mit sich selbst z.B. in FCONV.EXE (also unter CBM-DOS auf " FCONVEXE") umbenennen, sodass dieses Programm direkt unter dem MS-DOS Simulator als Befehl aufgerufen werden kann!

Einführung BATCH-Programmierung[Bearbeiten]

Cover der deutschsprachigen Ausgabe

Durch die Erstellung von eigenen BATCH- bzw. Stapelverabreitungsprogrammen, die viele MS-DOS-Befehle hintereinander abarbeiten können, erhält MS-DOS eine gewisse Anwendungsfreundlichkeit. Das Erstellen von BATCH-Programmen wird mit dem Befehl COPY CON C64WIKI.BAT eingeleitet. Anschließend können Texte und MS-DOS-Befehle zeilenweise eingegeben werden (rem-Zeilen dienen nur der Erklärung und können weggelassen werden!), etwa den folgenden Text (Programmcode):

echo off
break on
echo .
echo === C64-Wiki BATCH ===
echo .
echo Abbruch jederzeit mit <RUN/STOP>
echo .
pause
echo on
cls
rem === Erstellen der Unterverzeichnisse A, B und den weiteren Unterverzeichnisse 1, 2 ===
md A
md B
md A/1
md A/2
md B/1
md B/2
rem === Neuen Suchpfad für neue Unterverzeichnisse festlegen ===
path A; B; A/1; A/2; B/1; B/2;  
dir 
pause 
cls

Abschließend beendet die Tastenkombination CTRL +C  die Eingabe und mit C64WIKI.BAT zum Testen die Batch-Datei aufgerufen werden.
Durch den Wegfall von wichtigen Befehlen wie Verweise, Schleifen, Sprünge zu Labels und der Benutzung von Variablen, macht das Programmieren von Batch-Dateien unter dieser MS-DOS Version weniger Sinn.

Weblinks[Bearbeiten]