Hauptplatine

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Die Hauptplatine in einem geöffneten C64.

Die wichtigste Platine eines Computersystems wird Hauptplatine (engl. Motherboard, Mainboard, System Board, Logic Board) genannt.

Auf ihr befinden sich die wichtigsten elektronischen Komponenten eines Computersystems wie Prozessor, Grafikchip, ROM und RAM. Außerdem interne und externe Schnittstellen für den Anschluss weiterer Peripherie.


Bekannte Versionen und Revisionen im C64[Bearbeiten]

Die erste Hauptplatine für den C64 erschien im August 1982. Im Laufe der Produktionszeit des C64 (bis 1993) erschienen zum Zweck der Kostenoptimierung, Fehlerbehebung und Steigerung der Effizenz mehrere Revisionen der Hauptplatinen. Seltene Einzelfälle von Prototypen, die in einem sehr frühen Entwicklungsstadium gebaut wurden, haben teilweise gar keine Version auf die Platine gedruckt. Von der ASSY 326298-01 sind auch Platinen ohne Revisions-Angabe bekannt.


  • Es gab folgende Platinen für den C64:
    • 1982: ASSY 326298-01 in den Revisionen: 6, A, B und C
    • 1982: KU14194HB
    • 1983: ASSY 250407-01 in den Revisionen: A, B und C
    • 1984: ASSY 250425 in den Revisionen: A oder B
    • 1986: ASSY 250466
    • 1987: ASSY 250469 in den Revisionen: 1, 3, 4, A und B


  • Beim SX64 wurde die ASSY-Nummer nicht auf die Platine gedruckt, sie ist aber dokumentiert:
    • 1983: ASSY 250408-01


  • Die Commodore Max Machine gab es nur mit einer Platinen-Version, die sich aber in vieler Hinsicht von einem richtigen C64 unterscheidet:
    • 1982: ASSY 325565 in den Revisionen A und B


Unterschiede wegen der Fernsehnorm[Bearbeiten]

Es gibt von allen Platinen die vertrieben wurden, PAL- und NTSC-Modelle. Auch wenn es bei den meisten ASSY nicht deutlich an der Beschriftung erkennbar ist, unterscheiden sie sich durch die Version des VIC II, den Oszillator und eine Datenleitung auf dem Board.

Für die SECAM-Fernsehnorm wurden keine eigenen Platinen hergestellt, solche Rechner sind nachträglich modifiziert. SECAM-C64 gab es beispielsweise in Frankreich fertig umgebaut im Handel, alternativ konnte man die Platine zum Umbau auch einzeln erwerben und in einen PAL-Rechner einbauen.


Bilder von C64-Hauptplatinen[Bearbeiten]

ASSY 326298-01
ASSY 325565


KU14194HB


ASSY 250407-01
ASSY 250425


ASSY 250466


ASSY 250469


Die C64-Hauptplatinen[Bearbeiten]

ASSY 326298-01[Bearbeiten]

Ur-C64[Bearbeiten]

Die C64-Computer, die auf der Winter Consumer Electronics Show in Las Vegas im Jahr 1982 gezeigt wurden, hatten die Hauptplatine ASSY 326298-01 mit der Revision 6.[1]. Diese C64 werden als Prototypen eingeordnet, die Hauptplatinen-Revision kann aber noch vereinzelt gefunden werden. Solche Boards wurden meistens noch mit keramischen Chips bestückt.

  • 5-Pin Hauptplatine (CN5-Video Port bzw. Anschluss hat 5 Pins).
  • PCB (Printed Circuit Board) Nummer 326298-01.
  • Schematic (Schaltplan) Nummer 326106.
-> Bestückungsplan

CBM4064[Bearbeiten]

In diesen C64-Modellen steckte eine gewöhnliche ASSY 326298, häufig in der Revision A.


Bestückungsliste[Bearbeiten]

PCB Bezeichnung Code Benennung     PCB Bezeichnung Code Benennung     PCB Bezeichnung Code Benennung     PCB Bezeichnung Code Benennung
U1 6526 CIA 1 U2 6526 CIA 2 U3 2364 ROM (BASIC) U4 2364 ROM (KERNAL)
U5 2364 ROM (Zeichensatz) U6 2114L-30 SRAM U7 6510 Prozessor U8 7406 Logisches NOT (Hex Inverter)
U9 4164 RAM U10 4164 RAM U11 4164 RAM U12 4164 RAM
U13 74LS257 Multiplexer U14 74LS258 Multiplexer U15 74LS139 Demultiplexer U16 4066 Quad Bilateral Switch
U17 82S100 PLA U18 6581 SID U19 6567 VIC-II U20 LM556 Dual Timer
U21 4164 RAM U22 4164 RAM U23 4164 RAM U24 4164 RAM
U25 74LS257 Multiplexer U26 74LS373 Multiplexer U27 74LS08 Logisches AND U28 4066 Quad Bilateral Switch
U29 74LS74 Logisches NOR (Divider) U30 74LS193 Binary Counter U31 74LS629 Oszillator U32 MC4044 Logic (Phase Detector)


KU14194HB[Bearbeiten]

Diese Platine wurde nur kurz verbaut, und bald durch die 250407 abgelöst. Sie ist recht selten zu finden.


Bestückungsliste[Bearbeiten]


ASSY 250407-01[Bearbeiten]

C64 Goldene Edition[Bearbeiten]

C64 Gold Edition: ASSY 250407-01

In denr goldenen C64, die 1987 anlässlich einer Million verkaufter Geräte in Deutschland verschenkt wurden, ist eine gewöhnliche ASSY 250407-01 verbaut.


Bestückungsliste[Bearbeiten]


ASSY 250425[Bearbeiten]


Bestückungsliste[Bearbeiten]


ASSY 250441-01[Bearbeiten]

Über die Hauptplatine ASSY 250441-01 wurde von einem Commodore-Mitarbeiter ausgesagt, dass sie das selbe Leiterbahn-Layout wie die ASSY 250425 habe, und nur wenige Kleinteile geändert wurden. Angeblich wurde einige wenige Modelle bereits verteilt. Trotzdessen gibt es bis heute keinen Hinweis auf die tatsächliche Existenz dieser ASSY. Es gibt keine weiteren Aussagen dazu, und keine Fotos oder Schaltpläne. Da die aufgeführten Änderungen minimal waren, ist ohnehin fraglich, warum Commodore deswegen eine neue ASSY-Nummer vergeben sollte. Realistisch gesehen hätte man es bestenfalls als neue Revision der 250425 bezeichnet.

Auf der anderen Seite darf man nicht vergessen, dass schon mehrfach eine bis dato unbekannte Platine aufgetaucht ist.


Bestückungsliste[Bearbeiten]


ASSY 250466[Bearbeiten]

Seltener als 250407 und 250425 ist die ASSY 250466. Sie ist vor allem in den ersten C64C-Gehäusen verbaut worden. Bei dieser Platine wurden die acht 8-KByte-RAM durch zwei 32-KByte-RAM ersetzt. Meist wurde ein VIC-II 6569 Rev.5 verbaut. Typisch war hier auch der SID 6581-R4AR.


Bestückungsliste[Bearbeiten]


ASSY 250469[Bearbeiten]

Die 250469 war die letzte Version der C64-Platine. Farbram, PLA und einige weitere Schaltungen wurden in einen Multifunktions-Chip mit 63 Pins integriert. Wie auch schon bei der 250466 waren nur noch 2 RAM-IC mit je 32KByte verbaut. Die Revisionen 3, A und vor allem B sind sehr häufig. Revision 1 dagegen ist eines der seltenen Boards, von Revision 2 ist bisher noch gar kein Exemplar bekannt.

Hinter der ASSY-Nummer stand oft die Endung -10 für PAL, bzw. -09 für NTSC-Rechner.

C64 Aldi[Bearbeiten]

Aldi-C64 von Quelle: ASSY 250469 Rev 3

Der C64 Aldi besitzt eine ganz gewöhnliche 250469-Platine, meist Revision 3. Wegen eines fehlerhaften Berichtes in der Zeitschrift 64'er, hält sich aber hartnäckig das Gerücht, dass die Aldi-Rechner eine eigene, kostenreduzierte Platine erhalten hätten. Angeblich fehlt bei diesen die 9V-Spannungsversorgung am Userport. Das ist aber schlicht falsch.


C64 Game Station[Bearbeiten]

Die C64GS wurde zwar zu einer Spielkonsole reduziert, gleicht vom technischen Innenleben her aber weitgehend den normalen C64-Homecomputern. Verbaut wurde eine leicht abweichende Bauform der Platine 250469. Meistens wurde die damals aktuelle, letzte, Revision B verwendet. Unterschiede sind der um 90° nach oben gedrehte Expansionsport, zudem fehlen der Tastatur-Anschluss und die serielle Buchse. Die Game Station hat auch ein eigenes Kernal/Basic-ROM. Da diese Variante aber keine Neuentwicklungen oder Verbesserungen bietet, ist sie keine eigenständige Revision.


Bestückungsliste[Bearbeiten]

PCB Bezeichnung Code Benennung     PCB Bezeichnung Code Benennung     PCB Bezeichnung Code Benennung
U1 6526 CIA 1 U2 6526 CIA 2 U3 SN74LS08
U4 251913-01 ROM U5 901225-01 ROM U6 8500 Prozessor
U7 8565 VIC II U8 251715 Multfunktions-Chip U9 8580 SID
U10 4464 RAM U11 4464 RAM U12
U13 U14 U15
U16 U17 U18 D4066BC
U19 LC3514A U20 8701 Timer U21 D4066BC
U22 7406 U23 SN74LS14


Quellen[Bearbeiten]

  1. archive.org-Kopie vom 3. März 2016 der Seite http://www.vintage.org/special/2003/c64prototype C64 Prototypes Sprache:englisch

Weblinks[Bearbeiten]

WP-W11.png Wikipedia: Hauptplatine