Diskettenmagazin

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Ein Diskettenmagazin (umgangssprachlich oder abgekürzt als Diskmag bezeichnet) ist eine elektronische Zeitschrift, die mit Hilfe eines Computers gelesen werden kann. In der Regel werden diese mit einer grafischen Oberfläche und Hintergrundmusik versehen. Für die C64/128 Heimcomputer erschienen die Diskmags ausschliesslich auf 5,25"-Disketten.

Man unterscheidet zwischen kommerziellen Diskettenmagazinen, die in der Regel von Verlagen angeboten wurden und neben Text grundsätzlich auch Programme enthielten, und kostenlosen Szene-Diskmags, wo der Text im Mittelpunkt steht, welche früher aber nur über Kontakte zur Szene (Swapper) erhältlich waren, nicht im Zeitschriftenhandel.

Die im Zeitschriftenhandel erhältlichen Diskettenmagazine entsprachen - mehr oder weniger - dem Konzept eines Printmagazins auf einem anderen Medium - statt Papier befand sich der Text eben auf der Diskette. Das interessante waren dabei vor allem die Spiele und Anwenderprogramme auf den Disketten, vor allem weil das Preis/Leistungsverhältnis extrem gut war. Selbst die günstigsten Spiele kostetet auf Kassette z.B. 9,90 DM, durchschnittlich waren 49 DM und mehr zu bezahlen. Anwendersoftware war entweder noch teurer oder nur in Szenekreisen zu haben (z.B. gute Zeichensatz-Editoren). PD-Software hingegen war günstig bzw. kostenlos, jedoch oft nicht sehr brauchbar. Kommerzielle Diskettenmagazine wie die Magic Disk 64 oder gar die noch etwas günstigere Game On boten für unter 10 DM nicht nur ein Stück Software, sondern sogar mehrere Spiele und Anwenderprogramme. Die Qualität war zwar stark schwankend, dies wurde bei dem Preis aber gern in Kauf genommen.

Szene-Diskmags hingegen waren die C64-Entsprechung dessen, was erst viele Jahre später in Form von Online-Magazinen und Blogs im Internet entstand. Anstatt Firmen/Verlagen standen User dahinter, die Spaß am Schreiben hatten und ihre Artikel relativ frei formuliert einer breiten Leserschaft zugänglich machen konnten. Während manche einfach über diverse Themen innerhalb und außerhalb der Computerwelt berichteten, gab es auch einige, die regelrecht Meinungsmache betrieben. Sie trugen damit u.a. zum Niedergang der C64-Cracker-Szene in den 1990er Jahren bei: So wurden z.B. regelmäßig Cracks bewertet - allerdings nicht nach Spielbarkeit, sondern nach Kriterien wie Anzahl der Trainer oder Menge der benötigten Diskblocks. So kamen Crack-Versionen, in denen z.B. das Titelbild des Spiels weggelassen wurde, die Anleitung fehlte und ein extrem langsamer Levelpacker die Ladezeiten in die Länge zog, unter Umständen besser weg als Versionen mit Zusatzmaterial und schnelleren Loadern. Ferner wurden regelmäßig in sog. Charts die angeblich besten Crackergruppen gefeiert. Dabei galt als besonders gut, wer quantitativ viele Cracks herausbrachte, was dazu führte, dass sehr viele Gruppen enorme Mengen an Zeit in Cracks von völlig uninteressanten bis grauenhaft schlechten Spielen investierte, anstatt kreativ auf dem C64 tätig zu sein.

Liste von Diskettenmagazinen (Auswahl)[Bearbeiten]

Über die Jahre gab es eine sehr große Zahl Diskmags, einige kommerzielle und noch viel mehr Szene-Mags. Die folgende Liste kann deshalb nur eine kleine Auswahl sein. Die CSDb ist für Interessenten eine schier unerschöpfliche Quelle von Diskmags. Die meisten Szene-Mags sind auf Englisch, es gibt aber auch welche auf Deutsch, Polnisch, etc.

Input 64 - Ausgabe 3/1987
Loadstar - Ausgabe 99 (1992)
Commodore Free - Ausgabe 55 (2011)
Dawn - Ausgabe 1 (2015)

Weblinks[Bearbeiten]