Dolphin DOS

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Dolphin DOS
Bild
Typ: Kernal-ROM-Ersatz
Hersteller: Jan Bubela und Gunther Jilg, Conrad Electronic
Neupreis: 198 DM (ca. 100 €)
Erscheinungsjahr: 1985
Produktionsende: 198?

Dolphin DOS ist ein bekannter Schnelllader, den es in verschiedenen Versionen für den C64 und C128 gibt. Er wurde von Jan Bubela und Gunther Jilg entwickelt und in Deutschland im Eigenvertrieb unter dem Firmennamen Dolphin DOS-Vertrieb und einigen Zwischenhändlern wie z.B. Conrad Electronic vertrieben.
Durch die Übertragung mittels Parallelkabel am Userport und der Modifikation vom C64/128 und einer 1541 mit Hilfe von EPROMs oder Steckmodulen bekommt das Laden und Speichern, sowie andere Floppy-Operationen, einen erheblichen Geschwindigkeitsvorteil. Er beschleunigt die normalen Floppy-Operationen um das 27fache.

Hinweis: Bei der Benutzung von Dolphin DOS ist eine Nutzung der Datassette, sowie der RS232-Routinen, nicht möglich!

Features[Bearbeiten]

  • Beschleunigung:
    • LOAD (202 Blöcke in 5 s - 5.9 mit SEARCH; SEQ-Dateien 10×, REL-Dateien 3× schneller)
    • SAVE (202 Blöcke in 10 s mit VERIFY; SEQ-Dateien 8×, REL-Dateien 3× schneller)
    • Schnelles Formatieren mit 35/40 Track (664/749 freie Blöcke) unter 20 s oder in ca. 13 s mit VERIFY
    • Floppy-Operationen wie SCRATCH oder VALIDATE ca. 6× schneller
  • Vereinfachte und erweiterte Floppy-Kommandos (DOS-Befehle) mit @
  • Fehlerfreies REPLACE
  • Kein Rattern bzw. Anschlagen des Schreibe-Lese-Kopfes beim Formatieren oder bei Fehlern
  • Maschinensprachemonitor
  • 12 frei programmierbare, abspeicherbare und vorbelegte Funktionstasten (<F9> bis <F12> in Kombination mit C= )
  • Unterstützung von Centronics-Schnittstelle und -Druckern und Hardcopy-Funktion
  • Vereinfachte Umrechnung von hexadezimalen, dezimalen und binären Zahlen untereinander
  • Stark verbesserte und verschiedene Reset-Routinen
  • Verbesserte Cursor-Steuerung
  • BASIC-Erweiterung:
    • Erweiterter SYS-Befehl: Nutzung von hexadezimalen Speicheradressen (SYS $0800) oder Aufruf des Monitors mit SYS 0. Ein SYS mit einer hexdezimalen Zahl von kleiner 16 ($F) führt dazu, dass ein SYS 4096*($Zahl) ausgeführt wird. Ein SYS ohne Speicheradresse startete ein Programm an der zuletzt geladenen Adresse.
    • UNNEW-Funktion für die Wiederherstellung von gelöschten BASIC-Programmen mit &*
    • Vereinfachte Umrechnung von hexadezimalen oder dezimalen Zahlen untereinander mit &zahl; Beispiele: &$c000 oder &2049

Versionen[Bearbeiten]

  • Dolphin DOS 1.0 (April 1986) im Testpersonenkreis
  • Dolphin DOS 2.x (1986) mit 1541 für 198 DM
  • Weitere Floppy für 165 DM
  • Dolphin DOS 128 (1987) mit 1570/71 für 228 DM, wobei der C128 2 Chips benötigt (einen für den C64-Modus)!
  • Dolphin DOS 3.0 (Nov.1987 bis 1992) für 249 DM

Alle Versionen sind untereinander kompatibel!

Funktionstastenbelegung[Bearbeiten]

  • F1  CHR$(147)+LIST+CHR$(13) BASIC-Programmlisting anzeigen.
  • F2  SYS$0 Maschinensprachemonitor starten.
  • F3  CHR$(147)+RUN+CHR$(13).
  • F4  VERIFY+CHR$(13) führt VERIFY aus.
  • F5  LOAD"0:*",8,1+CHR$(13) Laden des ersten Programms einer Diskette.
  • F6  SAVE"@: Abspeichern mit REPLACE-Funktion bei Eingabe eines gültigen Dateinamens.
  • F7  @$ Anzeigen eines Directorys.
  • F8  @X+CHR$(13) Floppyfehlerkanal anzeigen. Beispiel: 02,:R+:F+:V+:P+:,00,08
  • F9 = C= +F1  OPEN4,4:CMD4:LIST Ausgabe eines BASIC-Programmlistings auf den Drucker mit Geräteadresse 4.
  • F10 = C= +F3  Vorwärts-Scrollen im Monitor oder aktuelle logische Bildschirmzeile löschen.
  • F11 = C= +F5  Rückwärts-Scrollen im Monitor oder aktuelle logische Bildschirmzeile löschen.
  • F12 = C= +F7  LOAD ,8,2 Laden eines Programms aus einem Directory im Kompatibilitätsmodus.

Folgende zusätzlichen Funktionen zu den Funktionstasten gibt es noch:

  • CTRL +X  Funktionstasten- und CTRL -Belegung abschalten.
  • CTRL +&  Funktionstasten- und CTRL -Belegung einschalten.
  • & kann die Standard-Funktionstastenbelegung wiederhergestellt und aktiviert werden.
  • &"dateiname" lädt eine abgespeicherte Funktionstastenbelegung von Diskette.

Die Funktionstastenbelegung liegt in den Speicherbereichen $0293 bis $0299 und $0334 bis $03FF und kann dort entsprechend geändert werden. Mit dem dazugehörigen Monitor können diese Speicherbereiche abgespeichert werden.

Reset-Funktionen[Bearbeiten]

In Kombination mit dem Reset-Taster und der Taste RESTORE  ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, wenn beim Reset folgende Tasten gehalten werden:

  • SPACE  Abbruch von Programmen und zurück in den BASIC-Eingabemodus.
  • RUN/STOP  Warmstart wie bei RUN/STOP +RESTORE  aber ein BASIC-Programm bleibt erhalten.
  • Q  Warmstart/Reset ohne Veränderung der Hardware-Vektoren.
  • 1 +  RAM mit Nullen überschreiben.
  • CTRL  springt zum aktiven Monitor.

Weitere Kombinationen, die nicht in allen Programmen funktionieren sind:

  • RESTORE  bei gedrücktem RUN/STOP : analog der Taste RESTORE 
  • RESTORE  bei gedrücktem SPACE : ähnlich einem Reset
  • RESTORE  bei gedrücktem Q 
  • RESTORE  bei gedrücktem 1 + 
  • RESTORE  bei gedrücktem CTRL : startet den Monitor mit korrektem PC-Register

Tastenbelegung Bildschirmeditor & Hotkeys[Bearbeiten]

  • CTRL +@  Floppyfehlerkanal auslesen und anzeigen.
  • CTRL +*  Bildschirm ausdrucken (Hardcopy).
  • CTRL +A  Tastenwiederholung an-/ausschalten.
  • CTRL +D  Directory anzeigen.
  • CTRL +B  Cursor an Anfang der letzten Zeile.
  • CTRL +G  Cursor 20 Spalten nach rechts.
  • CTRL +L  Löscht Zeilentext links vom Cursor.
  • CTRL +K  Löscht Zeilentext rechts vom Cursor.
  • CTRL +*  Bildschirm ausdrucken (Hardcopy).
  • CTRL +V  Videocontroller initialisieren (Grundeinstellung im Textmodus).
  • CTRL +X  Funktionstastenbelegung abschalten.
  • CTRL +&  Funktionstastenbelegung einschalten.
  • CTRL +RETURN  Programm anhalten.
  • CTRL +DEL  kopiert Text in den Puffer und löscht ihn auf dem Bildschirm.
  • C= +DEL  kopiert Text aus dem Puffer und zeigt ihn auf dem Bildschirm an; mit RETURN  können Änderungen im Speicherbereich übernommen werden.
  • C=  Anzeige des Programmlistings anhalten bzw. weiter ausführen.
  • CTRL  Anzeige des Programmlistings verlangsamen bzw. kurzzeitig anhalten.
  • SHIFT +RUN/STOP  Laden und Starten eines Programm aus einem Directory.
  • RUN/STOP  Deaktivieren des Steuerzeichen-/Insert-Modus.

Diskettenbefehle[Bearbeiten]

Floppy-Befehle ähnlich wie beim DOS-Wedge 5.1 und weitere DolphinDOS-spezifische Befehle:

  • @$ oder @"$ Anzeigen des Directorys.
  • @befehl",geräteadresse Eine bestimmte Floppy ansprechen (Standard ist immer 8!).
  • @N:Name, ID New bzw. Formatieren einer Diskette.
  • @N:Name, ID+ New bzw. Formatieren einer Diskette.
  • @C:Neu=Alt Copy bzw. Kopieren einer Datei Alt auf eine neue Datei Neu.
  • @R:Neuer Name = Alter Name Rename bzw. Umbenennen einer Datei.
  • @S:Name Scratch bzw. Löschen der angegebenen Datei.
  • @I Diskettenlaufwerk initialisieren.
  • @V Diskette validieren.
  • @XL:Name Datei vor dem Überschreiben schützen (Schreibschutz).
  • @XU:Name Den Schreibschutz einer geschützten Datei wieder aufheben .
  • @X+/- Softwareseitige Ein-/Abschaltung von Dolphin DOS und 35-Track-Modus fixieren
  • @XR+/- Dolphin DOS RAM aktivieren/deaktivieren. Bei abgeschaltetem RAM verdoppelt sich die Geschwindigkeit.
  • @XF+/- Schnelle Datenübertragung aktivieren/deaktivieren, Kompatibilitätsmodus.
  • @XV+/- VERIFY nach Schreibzugriff aktivieren/deaktivieren.
  • @XP+/- Parallel-Bus-Übertragungsmodus aktivieren/deaktiv.ieren.
  • @XT+/- 40-Track-Modus ein-/ausschalten
  • @XT Automodus zur Trackerkennung einer Diskette.
  • @Xgeräteadresse; Beispiel: @X9; Festlegung der Standard-Floppy (2. Diskettenlaufwerk) auf Geräteadresse 9.
  • @geräteadresse; Beispiel: @9; Benutzung des 2. Diskettenlaufwerks mit Geräteadresse 9.
  • @geräteadresse1,geräteadresse2; Floppy-/Geräteadresse tauschen.
  • @X Floppyfehlerkanal anzeigen: 02,R+:F+:V+:P+:,35,08 (Standardwerte)


Floppy 1570/71

  • 0:@X Anzeige des erweiterten Floppystatus 02,R+:F+:V+:+:,0,35,08.
  • @XM+/- Zweiseitigen Schreib-/Lesemodus ein-/ausschalten.
  • @X-/+ Schaltet in den 1- oder 2-MHz-Modus und de-/aktiviert die DOS-Befehle außer @X und @X+.

Kompatibilität beim Laden[Bearbeiten]

Folgende Tipps können bei Ladeproblemen mit sensibler Software Abhilfe schaffen. Diese Tipps können der Reihe nach angewandt werden, bevor der LOAD-Befehl ausgeführt wird.

  1. Laden eines Programms mit LOAD "name",8,2.
  2. Eingabe des Befehls @XF-, um die LOAD-/SAVE-Beschleunigung auszuschalten.
  3. Mit CTRL +X  die Funktionstastenbelegung abschalten.
  4. Eingabe des Befehls @XR-, um das Dolphin DOS RAM zu deaktivieren.
  5. Eingabe des Befehls @XP-, um Parallelbus abzuschalten.
  6. Dolphin DOS an der 1541 ausschalten.
  7. Dolphin DOS am C64/128 ausschalten.

Maschinensprachemonitor[Bearbeiten]

Beim Aufruf des Maschinensprachemonitors mit SYS 0 erfolgt die Anzeige des CPU-Status als Register-Dump in folgender Form:

SR AC XR YR SP  PC  NV-BDIZC
32 00 FF 00 F9 F2BC 00110010

Dabei bedeutet (Anzeige als zwei- oder vierstellige hexadezimale Zahl):

  • SR: Statusregister/-flag
  • AC: Inhalt des Akkumulatorregisters (engl. accumulator counter)
  • XR: Inhalt des X-Indexregisters
  • YR: Inhalt des Y-Indexregisters
  • SP: Inhalt des Stapelzeigers (Stack Pointer)
  • PC: Nicht veränderbarer Programmzähler (engl. programm counter) mit der Speicheradresse des nächsten auszuführenden Befehls
  • NV-BDIZC: Statusregister als Binärzahl (8-stellig)


Folgende Monitor-Befehle gibt es:

  • M ADRESSE - Zeigt 8 Bytes als hexadezimale Zahl und ASCII-Code mit angegebener Startadresse an.
  • A ADRESSE - Zeigt 32 Bytes als ASCII-Code mit angegebener Startadresse an.
  • W ADRESSE TEXT - Schreibt einen ASCII-Text an die angegebene Speicheradresse.
  • @ KOMMANDO - Sendete DOS-Befehle und nutzt so die Floppy.
  • L DATEI"2000 - Lädt "DATEI" an die Speicheradresse $2000.
  • L DATEI". - Lädt "DATEI" automatisch an die abgespeicherte Speicheradresse.
  • V DATEI"2000 - Verifiziert "DATEI" an der Speicheradresse $2000.
  • S FILE"2000 - Speichert "DATEI" von Speicheradresse $2000 bis $BFFF. Bei der Benutzung der Floppy mit Geräteadresse 9, zuvor den Befehl @9 eingeben.
  • G ADRESSE - Springt zur angegebenen Speicheradresse.
  • X - Beenden des Monitors und kehrt zum BASIC zurück.

Das Scrollen im Monitor erfolgt mit den Tasten Taste +F3  vor und Taste +F5  zurück. Durch Drücken der Tasten A  und M  kann zwischen der hexadezimalen und der ASCII-Darstellung gewechselt werden.

Links[Bearbeiten]