Adventure

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Das Text-Adventure "Buch der Weisheit" (1985, 64'er).

Ein Adventure (zu deutsch: Abenteuer) ist ein Computerspiel, indem der Spieler aus der Sicht einer (oder mehreren) Person(en), unter Verwendung logischer Kombinationsgabe in Interaktion mit der Umwelt und anderen Personen bestimmte Aufgaben lösen und dabei meist ein zentrales Ziel erreichen muss, um so das Abenteuer zu bestehen.


Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Adventure Zauberschloß (1984).

Das Genre Adventure wurde von den beiden College-Studenten William Crowther und Don Woods für einen DEC-PDP-10-Computer im Jahr 1976 unter Fortran IV entwickelt. Es wurde unter dem Titel Colossal Caves Adventure (C64-Version 1985 von Peter Gerrard) alias ADVENT oder Colossal Caves bekannt.

Daraus entwickelte Scott Adams im Jahr 1978 das erste kommerzielle Adventure namens Adventureland (C64-Version 1982) für das Computersystem Radio Shack TRS-80. Weitere Adventures für verschiedene Heimcomputersysteme folgten.

Eines der ersten bekannteren Adventures ist Zork. Es spielt in verschiedene Bereiche eines Labyrinths. Daher kann sich vorgestellt werden, dass ein Adventure aus verschiedenen Spielräume besteht, die entweder der Reihe nach, ein- oder mehrmalig besucht werden können. In diesen Spielräume finden die jeweiligen Aktionen statt, während eingebaute Rätsel sich über mehrere Spielräume erstrecken können.

Es wird zwischen Text- und Grafik-Adventure unterschieden.


Genre-Verianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Adventure Maya Grab (1985).
  • Textadventure: Das Abenteuer erscheint nur in Textform. Die Eingabe der Aktionen erfolgt per Tastatur in Kommandoform, z. B. SCHAUE, ÖFFNE TÜR, OPEN DOOR, (gehen über Himmelsrichtungen wie Nord, Südwest) N, SW. Die Eingaben werden dann vom Parser des Programmes verarbeitet. Als Meilensteine dieses Genres gelten die Textadventures der Firma Infocom, die mit der Engine Z-Machine bekannte Fantasy- und Science-Fiction-Spiele herausbrachte.
  • Grafik-Adventure: Das Abenteuer erscheint in Grafikform, d. h. die Spielräume werden entweder per Block- oder hochauflösender Grafik dargestellt. Bei den ersten Grafik-Adventure erfolgt in der Regel die Eingabe der Aktionen noch in Kommandoform. Mittlerweile hat sich aber die Eingabe der Befehle per Joystick oder Maus durch anklicken (engl. point'n'click) durchgesetzt. Mit der Grafik wurde in den 1990er Jahren viel experimentiert. So wurden z.B. auch Adventures im Comicstil entworfen. Mit Übergang ins 21. Jahrhundert kamen neben den herkömmlichen 2D-Grafik-Adventures auch noch 3D-Grafik-Adventures auf. Eine große Anzahl, vor allem deutscher Grafik-Adventures, wurde im Lauf der Jahre von Markt & Technik als Listing oder auf Heftdisketten publiziert.
Spielszene aus Maniac Mansion (1987).
  • Point'n'Click-Adventure: Moderne Form des Grafik-Adventures, bei dem die Eingabe der Aktionen per Joystick oder Maus durch einfaches anklicken (engl. Point and Click) von Befehl und Objekt erfolgt. Federführend war hier die Firma Lucasfilm Games, die mit Hilfe der SCUMM-Adventures wie Maniac Mansion oder Zak McKracken die Bedienung der Adventures Ende der 1980er Jahre revolutionierte.
    Es gibt aber auch Adventures, bei dem der Spieler wirklich nur klicken muss und in den wenigsten Fällen etwas entscheiden muss. Solche interaktiven Comics, die nahtlos in eine Art interaktiven Film übergingen, waren zum Beispiel Steve Keene, Private Spy von Accolade Comics oder die vier Infocomics der Firma Infocom.
  • Action-Adventure: Adventures, in denen die Spielerperson auch noch strategisch kämpfen muss, werden Action-Adventure genannt. Viele Action-Adventures besitzen heutzutage ein 3D-Design. Obwohl die großen Spielefirmen nur dieses Spielegenre bevorzugen, weil es die jungen Computerspieler anspricht, gibt es für die herkömmlichen Point'n'Click-Adventure noch immer ein Nischendasein.
  • Interactive Fiction: (IF) Adventures, bei denen nicht Verben und Gegenstände kombiniert werden müssen (weder über Texteingabe/Parser noch über Point'n'Click). Stattdessen bekommt man Multiple-Choice-Fragen, wo man stets aus mehreren Möglichkeiten eine auswählt (meist durch Drücken einer Taste). Trifft zum Beispiel in der Geschichte ein Held auf einen starken Gegner, so bekommt man verschiedene Aktionen zur Auswahl wie Weglaufen, das Einsetzen bestimmter Waffen oder Tricks oder sonstiges. Abhängig von der Auswahl, die man trifft, verläuft dann das Spiel ganz unterschiedlich weiter. Mehrmaliges Durchspielen eines IF-Adventures kann also je nach Spiel zu völlig verschiedenen Storyverläufen führen, man lernt aus Fehlern des vorherigen Durchgangs. Vorteile eines IF-Adventures sind Abwechslungsreichtum und eine niedrige Einstiegsschwelle für Casual Gamer, da man statt langem Knobeln und viel Herumgelaufe mit schnellen Tastendrücken fix vorankommt und schon gespannt ist, was die Entscheidung bewirkt, die man gerade getroffen hat. Dafür entfällt jedoch für Knobelfreunde natürlich das klassische Herumrätseln und Mehrfachprobieren bzw. es wird auf den nächsten Durchlauf verlagert. In Summe ist die Zahl von Interactive Fiction auf dem C64 sehr begrenzt; entsprechende Spiele sind hier im C64-Wiki am leichtesten über die Kategorie Selectable Answers auffindbar.


Programmierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundkurse zur Programmierung von BASIC-Textadventures gab es unter anderem im 64'er Sonderheft Nr. 2/1985 und im 64'er Sonderheft Nr.60. Dabei wurden auch etwas aufwändigere Parser erklärt, Variablen erläutert und das Einbinden von Grafiken angesprochen.
  • Eine Möglichkeit zum schnellen und einfachen Erstellen von Grafik-/Text-Adventures bietet das D42 Adventure System.


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikipedia: Interactive Fiction
Wikipedia: Adventure (1976)
Wikipedia: Point-and-Click Sprache:english