Gauntlet

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Gauntlet
Titelbild vom Spiel
Spiel Nr. 152
Entwickler Programmierung: Bob Armour
Grafik: Kevin Bulmer
Firma Original (Arcade): Atari Games
Portierung: Gremlin Graphics Software
Verleger U.S. Gold, Kixx
Musiker Ben Daglish, Bill Allen, Alex Thirlwall
HVSC-Datei MUSICIANS/D/Daglish_Ben/Gauntlet.sid
Release 1986
Plattform(en) Amiga, Amstrad CPC, Atari ST, Atari 800/XL, C64, MSX, MS-DOS-PC, Master System, ZX Spectrum
Genre Shoot'em Up, Gauntlet
Spielmodi Einzelspieler
2 Spieler (simultan)
Steuerung Icon Port1 2.pngIcon joystick 1-2.png
Medien Icon disk525.png Icon kassette.png
Sprache Sprache:englisch
Information US Version von Mindscape, Inc., Nachfolger: Gauntlet - Deeper Dungeons, Gauntlet II, Gauntlet III


Bewertung[Bearbeiten]

Bewertung der C64-Wiki-Benutzer (10=die beste Note):
7.28 Punkte bei 39 Stimmen (Rang 251).
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64er 6 Ausgabe 7/89
C64Games 8 14. Juli 2008 - "super" 5569 downs
Lemon64 7,3 14. Juli 2008 - 68 votes
Kultboy.com 7,85 14. Juli 2008 - 13 votes
ZZap64 93% Ausgabe 2/87


Beschreibung[Bearbeiten]

Eine richtige Hintergrundgeschichte haben die Entwickler beim ersten Teil von Gauntlet nicht mitgeliefert. Ein Spielziel im engeren Sinne gibt es ebenfalls nicht, außer so lange wie möglich zu überleben, so viele Levels wie möglich zu sehen und dabei möglichst viele Punkte zu sammeln. Dabei durchforsten bis zu zwei Spieler in der C64-Version gemeinsam die 512 Dungeons nach Schätzen und weiteren kostbaren Gegenständen.

Zuerst entscheiden sich die Spieler jeweils für einen der vier wählbaren Charaktere: Thor(Krieger), Thyra(Walküre), Questor(Elf) oder Merlin(Zauberer).

Spielbare Charaktere:
Die Characterauswahl

  • Krieger: stark und widerstandsfähig, aber langsam und nicht sehr magiebegabt.
  • Walküre: ein Querschnitt von allem, aber in keiner Kategorie besonders stark.
  • Elf: schnell, aber dafür eher schwach.
  • Magier: stark in der Magie, schnell, aber sonst sehr schwach.

Mit diesem Charakter kämpft man sich durch die Dungeons, während man von schier endlosen Wellen von Monstern angegriffen wird. Zur Verteidigung kann man mit seiner Waffe (Axt/Schwert/Pfeile/Feuerbälle) werfen oder Magie benutzen. Gegen einige Monster kann man auch in den Nahkampf gehen (=Joystick ohne Feuerknopf in Richtung des Feindes halten), was allerdings nur mit einem starken Charakter empfehlenswert ist, da es sonst sehr viel Health kostet. Außerdem hat man unbegrenzt "Munition", so dass der Fernkampf immer zu bevorzugen ist. Ab einem gewissen Level erfolgt eine Einblendung "Shots will from now on stun other Players". Ab diesem Zeitpunkt darf man also nicht mehr gedankenlos herumballern, wenn man zu zweit spielt, da der Mitspieler gelähmt wird und den Horden einige Sekunden lang hilflos ausgeliefert ist, wenn man ihn versehentlich anschießt.

Zu Beginn startet jede Figur mit 2.000 Health (=Lebenspunkte), die aber schon alleine durch Atmen langsam sinkt. Jeder Kontakt mit Monstern beschleunigt diesen Vorgang. In jedem Dungeon stehen Generatoren, die die Monster produzieren. Sind diese Generatoren zerstört, werden logischerweise auch keine neuen Monster mehr erscheinen. Zu finden sind neben Schätzen, Monstern, Generatoren und hoffentlich auch ein Ausgang ein paar Gimmicks, die dem Spieler das Leben erleichtern, wie z.B. Amulette, die unsichtbar machen, Teleporter, Schlüssel und andere Gegenstände, durch die man schneller, stärker oder widerstandsfähiger wird.

Zu bekämpfende Gegner:

  • Geister: Weiß-bläuliche Schemen, die oft in riesigen Horden auftreten und schnell sind. Man sollte sie im Fernkampf erledigen, denn bei Kontakt verpuffen sie und ziehen viel Health.
  • Grunts: Bräunlich-schwarz-weiße Nahkämpfer, denen man als starker Charakter schon mal im Nahkampf begegnen kann, aber nicht sollte, wenn es sich vermeiden lässt. Harmlosester Gegner-Typ.
  • Dämonen: Rot-orange Wesen, welche die Spieler mit Feuerbällen beschießen. Sollten möglichst schnell per Fernkampf erledigt werden.
  • Steinewerfer (Lobber): Grünliche Kobolde, die selbst über Barrieren hinweg Steine schmeißen, welche die Spieler treffen können. Wenn man nicht an sie herankommt, sollte man weggehen, da sie in Massen ziemlichen Schaden anrichten können. Nahkampf kein Problem.
  • Sorcerer: hellviolette Zauberer, die äußerlich dem Magier-Charakter ähneln und zwischen unsichtbar und sichtbar hin und her blinken. Sind sie unsichtbar, kann man sie nicht treffen. Daher sind sie für starke Charaktere ein gutes Nahkampfziel.
  • Der Tod: Ein schwarz-violetter Sensemann, der nur durch einen Zaubertrank erledigt werden kann. Gegen Geschosse ist er immun. Bei Kontakt saugt er 200 Health, bevor er sich dematerialisiert. Entgegen dem Singular bei der Bezeichnung tritt er durchaus mal in größerer Zahl auf.

Gestaltung[Bearbeiten]

Das Treiben in den Dungeons beobachtet man durch eine Top-Down-2D-Darstellung. Die Grafik ist vom Titelbild abgesehen nicht spektakulär, aber gemessen am Release-Jahr in Ordnung. Außergewöhnich sind die geradezu gigantischen Horden feindlicher Sprites, mit denen man es gleichzeitig zu tun bekommt, wobei die Generatoren immer fleißig Nachschub produzieren. Die Soundeffekte im Spiel fallen leider etwas bescheiden aus. Kenner der Automaten-Version vermissten die dort vorhandenen atmosphärischen Sprachsamples. Die Titelmelodie von Ben Daglish dürfte vielen noch im Ohr sein, weil sie in Kurzform als Jingle vor jedem Level-Change während der Ladezeit eingespielt wird. Bei 512 Leveln kann das Zartbesaitete schon mal enervieren.

Animation: Level 1 gelöst. Screenshot: brenzlige Situation

Hinweise[Bearbeiten]

Magie: Gegen besonders große Horden und vor allem den "Tod" helfen magische Tränke, die man neben den Schlüsseln im Inventar des Charakters sehen kann. Diese optisch leicht von den Heiltränken unterscheidbaren Tränke kann man sammeln und bei Bedarf über Drücken der Leertaste aktivieren; sie wirken wie eine Smart-Bomb in Shoot'Em Up-Spielen, d.h. nach der Aktivierung werden alle im Radius befindlichen Gegner-Sprites inkl. Generatoren vernichtet. Da diese Tränke nicht unbegrenzt verfügbar sind, ist natürlich Sparsamkeit geboten; es lohnt sich immer, vorher möglichst viele miese Kerle ins Bild zu scrollen. Allgemein muss man, wenn ein Trank in Sicht ist, das Feuer etwas dosieren, um ihn nicht vor dem Einsammeln zu zerschießen. Ein Smart-Bomb-Trank wird dann sofort aktiviert, ein Heiltrank ist einfach nur hinüber.

Der Weg ist das Ziel: Man sollte sich möglichst vor dem Öffnen von Türen, Aktivieren von Wand-Verschwinde-Mechanismen und Teleportieren ein Bild verschaffen, worauf man sich einlässt. Und nicht zu gierig sein: Auch Schatzkisten oder andere Goodies sind teilweise Begrenzungen. Nimmt man sie weg, läuft man manchmal genau in die Falle, die der Level-Designer konzipiert hat, z.B. indem man mehreren "Toden" den Weg bahnt. Wenn absehbar ist, dass man sich in große Gefahr begeben würde, sollte man sich nach einem einfacheren Weg umsehen oder versuchen, zunächst in ungefährlicheren Gefilden die Health beider Spieler mit Heiltränken und Nahrung auf ein solides Niveau zu bringen. Sehr oft gibt es mehr als einen Ausgang aus einem Level. Der, den man am einfachsten erreicht, erspart einem natürlich viele Gefahren, führt aber auch nur in den folgenden Level. Wählt man den komplizierteren Weg, wird man zwar mit mehr Gefahren konfrontiert, aber auch in aller Regel mit Schätzen, Gegenständen und/oder sogar einem Exit-to-Level-X+ belohnt; d.h. man kann u.U. einige Level überspringen, so dass man schneller voran kommt, wenn man den vordergründig schwierigeren Weg wählt. Falls man sich zu zweit mal "verliert"/"verfranst" (Spieler 1 und 2 gehen getrennte Wege und finden wegen Scrolling nicht mehr zusammen), kann entweder einer versuchen sich abmurksen zu lassen oder aber: s.u.! (Cheats) Nicht vergessen: Auch die Flucht ist keine Schande. So zahlreich die Gegner sind, so dumm sind sie auch. In den meisten Situationen kann man sie durch Flucht abhängen oder verwirren. Ist nur dann dumm, wenn einem "Tode" in eine enge Sackgasse folgen und man keinen Trank mehr hat. Aber auch nicht zu feige/eilig sein: Wenn z.B. ein Amulett (macht unsichtbar) rumliegt und am besten noch ein paar schöne andere Sachen in der Nähe (Tränke, Essen), sollte man nicht zu vorschnell ins Exit gehen, sondern mitnehmen, was geht.

Schusstechnik: Ein paar einfache Überlebenstipps gibt es noch in Sachen Schießen. Zum einen sollte man natürlich so schnell wie möglich die Generatoren ins Visier nehmen und erst danach die herumschwirrenden Gegner. Nur um den Highscore zu pushen, könnte man natürlich stundenlang die aus dem Generator schlüpfenden Feinde abknallen. Aber da das Spiel auch so lang genug ist und man im Zwei-Player-Modus vielleicht eh irgendwann mal zwischendurch Leben und Punkte lässt, ist das ziemlich leichtsinnig, zumal die Health ja auch ohne Feindeinwirkung permanent runter geht. Der Diagonal-Schuss ist dabei besonders wichtig, denn man kann manchmal sogar diagonal durch Wände schießen. So kann man Generatoren vernichten und evtl. anschließend (macht erst danach Sinn!) auch schon ein paar Gegner wegräumen, bevor sie die Chance haben einen anzugreifen. Aber Vorsicht: steht ein Generator an so einem diagonalen Durchlass, dann können auch Gegner auf der vermeintlich sicheren Seite erzeugt werden. Außerdem können Dämonen auch diagonal zurück schießen.

Diagonalschuss

Lösung[Bearbeiten]

Im Mehrspielermodus sollten ausdauernde Spieler die ganzen 512 Dungeons sehen können, solange sie abwechselnd draufgehen. Denn solange der andere Spieler noch lebt, kann sich der "Verstorbene" mittels Feuerknopf wieder reanimieren.

Cheats[Bearbeiten]

  • Einfach mal eine Minute stehen bleiben, es sollten sich dann alle Türen öffnen. Und wenn man dann nochmal was wartet verwandeln sich alle Mauern in Ausgänge. Praktisch wenn man sich 'verbaut' hat und keine Schlüssel mehr hat oder auf ein Dungeon trifft was man so nun gar nicht mag.
  • Zumindest eine Version ließ sich dadurch manipulieren, in dem man den Feuerknopf des zweiten Joysticks erst drückt, wenn die Energie des Spielers fast verbraucht ist. Und schon geht's weiter.

Kritik[Bearbeiten]

Anonymer Autor: "Die äußerst vielen Monster, die zu langweiligen und lästigen Draufhauen und Wegrennen führten, waren oft eher lästig als spaßig. Alles in allem aber ein guter Zeitvertreib."

TheRyk: "Ich sehe Gauntlet als mit das erste richtig gute Mehrspieler-Action-Spiel seiner Zeit, das man mit viel Spaß über eine lange Zeit zu zweit durchzocken konnte, wobei man gezwungenermaßen viel kommunizierte. 512 Level ist arg viel, so dass gewisse Wiederholungen/Parallelen nicht ausbleiben. Am Arcade-Automaten sollte man halt so lange wie möglich kleben bleiben und Münzen einwerfen. In der Heimcomputer-Version hätte man vielleicht an den Levels sparen und mehr Arbeit in bessere Umsetzung von Grafik und Sound investieren können. Gauntlet I ist und bleibt für mich aber ein Klassiker, es muss streng genommen sogar als ein früher Vorläufer für 20 Jahre später geschaffene PC-Legenden wie Diablo, Sacred, WoW etc. gelten. Wegen der genannten Mängel ist es aber nicht perfekt, also gebe ich 8 von 10."

Robotron2084: "Also nein, diese Umsetzung sieht mir einfach zu armselig aus mit ihrer reduzierten Grafik und den ruckelnden Gegnern. Das musste wohl termingerecht fertig werden und so sieht es dann auch aus. Potthässlich, öde und ganz einfach nicht gut. 3 von 10 Punkten."

Equinoxe: "Mag zwar der Vorgänger von Diablo und Co. sein, ist aber alleine schon nach kurzer Zeit, mehr als nur öde. Zu Zweit mit meinem Kumpel habe ich da damals aber stundenlang vorgesessen und wir hatten Mörder-Spaß bei diesen sinnleeren Massakern. Von daher noch 6 von 10 Punkten."

Starkiller: "Es gibt Spiele die ihre Qualität ausschließlich im Two-Player-Mode offenbaren. Zu diesen gehört unter anderem auch das Spiel Gauntlet. Wo alleine sehr schnell die Frage 'Was mach ich eigentlich hier?' aufkommt, ist sie zu zweit genau schnell beantwortet: 'Alles ummähen!'. Ich kann meinen Vorschreibern da nur zustimmen. Es gab allerdings wirklich augenfreundlichere Umsetzungen..."

Sonstiges[Bearbeiten]

Gauntlet ist ursprünglich ein sehr erfolgreicher Arcarde-Spielautomat für bis zu vier Spieler gewesen. Nach dem Vorblid dieses Automaten wurden in den 80er Jahren Adaptionen für viele gängige Heimcomputersysteme geschaffen. Einige Fans der Automaten-Versionen waren angesichts des Resultates der Heimcomputerversionen enttäuscht, da letztere mit der Arcade-Version vor allem im Soundbereich nicht mithalten konnten. Es gab zahlreiche Nachfolge-Spiele, von denen bis Gauntlet III auch alle auf dem C64 veröffentlicht wurden. Die Fortsetzungen enttäuschten allerdings insofern, als sie über massenhaft neudesignte Level kaum hinaus kamen. Wirklich neue Features waren rar, an Sound und Grafik wurde kaum etwas verändert, so dass wohl nur echte Fans ihre Freude daran hatten.


Mittlerweile gibt es auch erfolgreiche mehrteilige Umsetzungen für gängige Spiele-Konsolen des neuen Jahrtausends. Die neueren 3-D-Adaptionen haben eigentlich außer den Charakteren nicht mehr viel mit dem Original-Arcade-Spiel zu tun. Näher am Original orientierte 2-D-Versionen sind für neuere Systeme zwar selten, aber vorhanden, z.B. in der Reihe "Midway Arcade Treasures". Auch für Retro-Anhänger ist vielleicht ganz interessant, dass nun endlich auch verschiedene (wenn auch recht oberfächliche) Storyplots geliefert wurden. Z.B. heißt es in "Gauntlet: Seven Sorrows" (3-D-Version für XBox), die Helden seien durch Verrat verbannt worden und müssen sich durch die Dungeons schlagen, um die finstere Weltherrschaft der Dämonen zu verhindern.

Auszeichnung[Bearbeiten]

  • Das Spiel wurde im Jahre 1986 mit dem britischen Golden Joystick Award in der Kategorie Game of the Year ausgezeichnet.

Cover[Bearbeiten]

"Cover"

Highscore[Bearbeiten]

Topscore von TheRyk
  1. TheRyk - 163.047 (17.06.2014)
  2. Equinoxe Junior - 96.331 (02.06.2012)
  3. Equinoxe - 95.219 (01.04.2013)
  4. Werner - 78.450 (26.12.2012)

2. Platz von Equinoxe Junior 3. Platz von Equinoxe
2. Platz von Equinoxe Junior 3. Platz von Equinoxe


Weblinks[Bearbeiten]

WP-W11.png Wikipedia: Gauntlet (Computerspiel)


Videos