Konsole

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Der C64 als reine Spielkonsole: Das C64 Games System (1990).
C64 als Joystick-Konsole C64-D2TV 2005).

Spielekonsole, die Videospielkonsole bzw. kurz die Konsole bezeichnet ein mobiles Computerspielegerät, das mit entsprechenden Datenträger einschaltbar und verwendbar ist. Sie dienen in erster Linie nur zum Spielen von Video- bzw. Computerspielen. Der einzige Datenträger war lange Zeit nur das Steckmodul (engl. Cartridge). Der Vorteil ist hierbei, kein ärgerliches Installieren und Einstellen der Spiele wie dies bei Computerspielen, wie z.B. beim PC, erforderlich ist. Weiterhin laufen die Spiele flüssiger, da alle Ressourcen ausgenutzt und die Konsole nur aus den nötigen Hardwareteilen besteht.

Die stationären Konsolen benötigen neben Eingabe- bzw. Steuergeräte, wie Joysticks, Maus, usw., ebenfalls einen Anschluss an einem Fernsehgerät und einen Stromanschluss. Dies ist vergleichbar mit den damaligen Heimcomputern.

Weiterhin gibt es mobile Konsolen. Diese werden per Batterie oder Akku mit Strom versorgt und können überall mit hingenommen werden. Sie werden auch als "Handheld" (in der Hand halten) bezeichnet.

Die Konsolen des 21. Jahrhunderts können jedoch immer mehr, d.h. es werden Computerfunktionen wie das Abspielen von Musik, Kopieren von CDs bzw. DVDs oder die Nutzung des Internets in den Konsolen mit integriert, wobei dies hierbei derzeit noch einfacher funktioniert als bei Computersystemen, da benutzerfreundliche Menüs genutzt werden. Die Vorbereitungen zum Spielen sind allerdings auch bei den Konsolen in den letzten Jahren deutlich aufwändiger geworden.


Stationäre Konsolen[Bearbeiten]


Jahr Konsole Eigenschaften Datenträger Hersteller Anmerkungen
1977 Atari 2600, auch Atari VCS 8-Bit Modul Atari Weiterentwicklungen sind u.a. Atari 2700/5200/7800
1978 Videopac G7000 8-Bit Modul Philips In USA als "Odyssey" vertrieben; hatte Folientastatur; Nachfolger G7400.
1980 Intellivision 16-Bit Modul Mattel War die erste 16-Bit-Spielekonsole
1982 ColecoVision 8-Bit Modul Coleco
1984 Nintendo Entertainment System (NES) 8-Bit Modul Nintendo Wurde in Japan "Family Computer" (Famicon) genannt
1985 SEGA Master System 8-Bit 2 verschiedene Modul-Formen SEGA Ab 1990 erschien das Master System II, eine kostenreduzierte Variante ohne Card-Slot
1987 PC Engine 8-Bit + 16-Bit GPU Modul, später auch CD NEC Wurde in den USA "TurboGrafx 16" genannt
1988 Mega Drive 16-Bit Modul SEGA Wurde in Nordamerika "Genesis" genannt
1990 C64 Games System 8-Bit Modul Commodore Ein abgespeckter C64 als reine Spielkonsole
1990 Super Nintendo Entertainment System (SNES) 16-Bit + 2 PPUs Modul Nintendo Wurde in Japan "Super Famicom" (SFC) genannt
1991 Mega CD keine CPU CD SEGA Ein Compact-Disc-Zusatzlaufwerk für den Mega Drive bzw. das Genesis
1993 Jaguar 32-Bit + 64-Bit GPU Modul, CD Atari
1993 FM Towns Marty 32-Bit CD Fujitsu Basierte auf Technologie des FM Towns, war die erste 32-Bit-Spielekonsole
1993 3DO 32-Bit CD The 3DO Company Die Konsole wurde für verschiedene Hersteller lizenziert, u.a. Panasonic, Sanyo, Samsung, Goldstar und Creative Labs
1994 Saturn 32-Bit Modul, CD SEGA
1994 Neo-Geo 16-Bit Modul Shin Nihon Kikaku (SNK) Basiert auf Arcadetechnologie
1994 Playstation 32-Bit, 34MHz CD Sony über 104 Millionen verkaufe Einheiten
1996 Nintendo 64, kurz N64 64-Bit Modul Nintendo
1998 Dreamcast 32-Bit + 128-Bit FPU eigenes Disc-Format (GD-ROM) SEGA Erste Online-fähige Konsole (nur analog)
2000 Playstation 2 64-Bit + 128-Bit Vector Units CD, DVD, HDD Sony
2001 GameCube 32-Bit + 64-Bit FPU Mini-DVD Nintendo
2001 Xbox  ? CD, DVD, HDD Microsoft
2004 C64DTV  ? -  ? Joystick mit C64 und 30 eingebaute Spiele auf Chip zum Anschluss am TV
2006 Xbox 360  ? CD, DVD, HDD Microsoft
2006 Wii  ? eigenes Disc-Format Nintendo
2006 Playstation 3  ? CD, DVD, BlueRay, HDD Sony
2014 Xbox One  ?  ? Microsoft
2014 Playstation 4  ?  ? Sony

Zuvor gab es bereits einfache, Telespiel genannte, Geräte, die meist das Spiel Pong, teilweise in verschiedenen Varianten beinhalteten, wie z.B. die Spielekonsolen Commodore 2000K und Commodore 3000H.

Die Architektur der US- und Europakonsolen von Mega Drive und Super NES unterschied sich deutlich. Auch die Module waren unterschiedlicher Bauart. So konnte man beispielsweise europäische Mega Drive Module auch in amerikanische Geräte stecken, oder den US Mega CD mit einem europäischen Mega Drive kombinieren, aber nicht umgekehrt. Mit kleinen baulichen Veränderungen oder entsprechenden Adaptern ließ sich aber nahezu jedes Spiel auf jeder Bauart spielen. Bei späteren Spielkonsolen mit optischen Laufwerken wurden vom Endkunden gelegentlich ROM-Chips nachgerüstet, um die Länder-Code-Abfragen zu umgehen. Bei der Playstation 1 wurde dabei als Nebeneffekt auch gleich die Kopierschutzabfrage der Konsole deaktiviert.

Gegen Ende der 1980er Jahre wurden auch Arcadeautomaten mit auswechselbaren Modulen entwickelt. Das gab es bei einfachen Automaten bereits in den 1970er Jahren durch die Firma Data East. Dies sparte Kosten bei der Entwicklung und Vermarktung neuer Spiele. Sie werden deswegen aber nicht zu den Konsolen gezählt. Allerdings verwendete die Konsole Neo Geo deratige Technologie. Es war aus diesem Grund aber auch entsprechend teuer.

Mobile Konsolen[Bearbeiten]

Jahr Konsole Hersteller Anmerkungen
1979 Microvision Milton Bradley (MB)
1989 Game Boy Nintendo Weiterentwicklungen zu den Versionen Pocket, Color, Advance, Advance SP, Light, usw.
1989 Lynx Atari Basiert auf dem Handheld Handy von Epyx, wurde von Atari zu Ende entwickelt.
1990 Game Gear Sega Technisch gesehen ein tragbares Master System, konnte mit Adapter auch dessen Module nutzen.
1999 Wonderswan Bandai
1999 GP32 Game Park Holdings Mehrere Modelle, SM-Speicherkarte
2004 GP2X Gamepark Holdings Hier gibt es ebenfalls Weiterentwicklungen; SD-Speicherkarte
2004 PlayStation Portable, kurz PSP Sony
2005 Nintendo DS Nintendo Ein Handheld mit zwei Displays
2010 CAANOO Gamepark Holdings SD-/SDHC-Speicherkarte
2011 PlayStation Vita, kurz PS Vita oder PSV Sony

Jedes Smartphone mit verfügbaren Spiele-Apps ist auch eine portable Konsole.
Zuvor gab es bereits einfache LCD-Spiele, die aber keine Konsolen sind. Das Spiel konnte nicht ausgewechselt werden. Stückpreis und Qualität waren vergleichsweise gering.

Datenträger für Konsolenspiele[Bearbeiten]

Unter anderem die Commodore Heimcomputer wie VC-20, C64/128, C16/116, Plus/4, der Atari 800/400 und viele MSX-Modelle wiesen das damals typische Merkmal der Konsolen auf: Einen Cartridge-Slot. Diese Heimcomputer konnten an den Fernseher angeschlossen werden und ebenfalls wie Videospielkonsolen genutzt werden. Nachteilhaft war hier das beschränkte Angebot an Modulen. Außerdem hinkte die Qualität der Spiele den "reinen Konsolen" hinterher. Die CD als Datenträger für Computerspiele wurde erstmals für die PC Engine eingeführt. Die letzte erfolgreiche stationäre Modul-Konsole war das Nintendo 64. Mit den optischen Datenträgern hielten auch sogenannte Speicherkarten bei den Konsolen Einzug, da das Abspeichern des Spielstandes mittels einer Batterie im Modul nicht mehr möglich war.

Die Nachfolger der CD waren erst die DVD, mittlerweile auch die BlueRay. Vollwertige Konsolenspiele zum Download wurden erstmals von Microsoft für die Xbox-Serie angeboten. Ermöglicht wurde dies durch interne Festplatten als Erweiterung. Dadurch soll das Verleihen von Spielen im Freundeskreis, sowie der Handel mit Gebrauchtspielen, unterbunden werden. Die negativen Kritiken für diese (dennoch erfolgreiche) Praxis machte sich Konkurrent Sony zur Werbetaktik und kündigte an, die neue Konsole auf BlueRay Datenträger auszulegen und keine Online-Aktivierung der Spiele zu verlangen.

Bei den mobilen Konsolen wurden die Steckmodule auch immer kleiner und leistungsfähiger. Mittlerweile sind sie auf Mini-Speicherkartengröße geschrumpft.

Steuergeräte für Konsolen[Bearbeiten]

Gamepad (NES-004E)

Bei den ersten Telespielen waren die Eingabegeräte meist Drehpaddles, die für Pong und dessen Varianten bestens geeignet waren. Die Verbindung zum Gerät war ein nicht absteckbares Kabel. Auswechselbare Controller wurden dann mit dem Nintendo Entertainment System ausgeliefert, diese Gamepads (auch Joypads genannt) hatten neben dem Steuerkreuz und zwei unterschiedlich belegten Feuerknöpfen auch eine Start- und eine Select-Taste.
Lightguns waren schon Jahre zuvor bei einfachen Schwarz/Weiß-Telespielen verwendet worden. Nintendo etablierte diese Art von Controller nun auch bei farbigen Spielen, allerdings mit eher geringem Erfolg. Einzigartig dürfte bis heute wohl die sogenannte Fitnessmatte des NES sein, die vor dem Fernseher auf den Boden gelegt wurde. Zur Steuerung hüpfte man mit den Füssen darauf herum. SEGA hatte kurze Zeit einen Arcade-Joystick für das Master System im Angebot, sowie eine 3D-Brille die am Card-Slot angeschlossen wurde.
Vier-Spieler-Adapter ermöglichten bei manchen Spielen den Anschluß von zwei weiteren Gamepads. Eine Steuerung per Maus setzte sich weder bei Super NES noch bei der Playstation 1 durch. Die technischen Probleme mit dem Arbeitsspeicherbedarf eines derartigen Eingabegerätes ließen keine präzise Steuerung zu. Reguläre Joysticks konnten sich bei Konsolen gegenüber den Joypads nie durchsetzen. Diese wurden mit fortschreitender Konsolentechnik immer aufwändiger. Für die Playstation 1 gab es teilweise vibrierende, analog gesteuerte Pads. Beim Dreamcast hatten sie bereits kleine Modulschächte für Speicherkarten (Memory Cards). Auch kleine LCD-Displays direkt auf dem Joypad gab es bereits. Für das Dreamcast gab es auch eine Tastatur. Ausgereifte, bewegungssensitive Controller waren einer der Gründe für den Erfolg der Wii. Gleichzeitig war dies der endgültige Durchbruch für die kabellose Signalübertragung zur Konsole. Ebenfalls neu war hier auch die Verwendung einer speziellen Kamera, vergleichbar mit einer Webcam, mit der die Bewegungen des Spielers gemessen und übertragen werden.

Bei Handhelds ist das Gamepad direkt in das Gerät integriert.

Weblinks[Bearbeiten]

WP-W11.png Wikipedia: Spielkonsole