Arcade

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Arcade-Automaten bei der gamescom 2013. Im Vordergrund: Crystal Castles von Atari (1983).

Als Arcade-Automaten (engl. video game arcade cabinet, video arcade machine oder video coin-op) wurden ursprünglich Videospielautomaten bezeichnet. Die Bezeichnung kommt von den öffentlichen Spielhallen in den USA, die Penny Arcades genannt werden. Der englische Begriff Coin Op wurde bis in die frühen 1990er auch im deutschen Sprachraum genutzt, findet heute aber kaum mehr Verwendung. Auch in Deutschland waren in den 1980er und 1990er Jahren Arcade-Automaten in Spielhallen, sogar in Kaufhäusern und Imbissbuden, stark vertreten. Auch mobile Spielhallen mit Videospieleautomaten waren auf der Kirmes in den 1980er Jahren vertreten. "Einarmige Banditen" oder andere Glücksspielautomaten gehören nicht zu den Arcade-Spielen. Presse und Politik machten aus dem Begriff Spielhalle sehr bald das Unwort Spielhölle.

Schon der erste Arcade-Automat Pong war ein großer Erfolg. In Japan brachte das Spiel Space Invaders den Durchbruch. Die Automaten verbreiten sich so schnell und waren so erfolgreich, dass kaum mehr 100 ¥ -Münzen im Umlauf waren. Nintendo stellte als Testprojekt vorerst nur einen einzelnen Automaten des Spiels Donkey Kong auf. Dieser war quasi pausenlos in Betrieb, solange die Kneipe, in der er aufgestellt war, geöffnet hatte. Daraufhin stieg Nintendo endgültig in den Videospielemarkt ein.

Ab Beginn der 1980er Jahre wird auch die Umsetzungen dieser Spiele für verschiedene Heimcomputer und Konsolen als Arcade-Spiel (engl. arcade game oder coin-op = coin operated) bezeichnet. Der Begriff wird häufig auch bei Spielen angewendet, die Fortsetzungen oder Varianten von Arcade-Spielen sind, selber aber auf keiner Automatenversion basieren. Hierdurch gingen u.a. die Umsätze an den Videospielautomaten stark zurück.

Aus Kostengründen etablierte es sich Anfang der 1990er, Automaten mit auswechselbarer Front und tauschbaren Steckmodulen zu konstruieren. Die Technik dieser Automaten war gewissermaßen eine Hochleistungs-Spielekonsole. Eine bekannte Konstruktion in dieser Art war beispielsweise der Capcom Power System Changer. Es gab auch Arcade-Automaten, die ein Laserdisc-Abspielgerät als Medium benutzten, wie beispielsweise beim Spiel Dragon's Lair. Neben dem hohen Speicherplatz bot der Datenträger auch den Vorteil, dass der Spielsound in hoher Qualität direkt abgespielt werden konnte.

Arcade-Spiele sind dazu gedacht, Geld einzunehmen. Sie zeichnen sich daher fast immer durch sogenannte "Continues" aus, die das weiterspielen durch Einwurf einer weiteren Münze ermöglichen. Bei Heimcomputerumsetzungen gab es dann oft eine vorher festgelegte Zahl an Continues, so hatte man bei der C64-Version Bubble Bobble 9 Continues, also gewissermaßen 9 Münzen im Speicher. So wurde dies oft auch bei Konsolenspielen gehandhabt und oft war es auch möglich, im Spielverlauf weitere Continues hinzuzugewinnen. Kennzeichnend war hier meist, das bei der Verwendung eines Continues der Punktestand wieder auf Null gesetzt wurde. Der Schwierigkeitsgrad kann bei vielen Automatenspielen in einem Servicemenü oder per DIP-Schalter vom Aufsteller festgelegt werden. Ein beliebter Trick ist es auch, nach erneutem Geldeinwurf kurzfristig den Schwierigkeitsgrad zu senken, um den Spieler zu motivieren.

Arcade-Spiele sind recht kurzweilige, aber sehr beliebte Spiele, die einen gewissen Suchtfaktor und in der Regel ein einfaches Spielekonzept beinhalten. Sie werden immer gerne für neuere Computersysteme und Betriebssysteme oder Videospielekonsolen erneut 1:1 oder als Clone oder Versionsvariante umgesetzt. So gibt es z.B. Umsetzungen von klassische Arcade-Spielen für den Internet-Browser (Flash Games), verschiedene Handys und Smartphones. Oftmals sind es Fan-Projekte, die die Spiele programmieren und diese kostenlos im Internet zur Verfügung stellen.
Weiterhin können sie auch über Emulatoren wie z.B. dem M.A.M.E.-Projekt im Original auf heutige Computersysteme gespielt werden.

Bekannte Hersteller von erfolgreichen Arcade-Games und -Automaten sind unter anderem die Firmen Atari und deren Softwaresparte Atarisoft (unter dem Sublabel Atari Coin Op), sowie Capcom, Nintendo und SEGA.


Bekannte Arcade-Spiele (Auszug)[Bearbeiten]

Centipede von Atari aus dem Jahr 1980. Einer von vielen Klassikern des "Golden age of arcade video games".

Fiktive Arcade-Automaten aus Filmen sind beispielsweise Fix-it Felix Jr. aus dem Film Ralph reichts und Dojo Quest aus Pixels. Beide Spiele wurden dann auch wirklich entwickelt und veröffentlicht, allerdings nicht als Automat.

Die chronologische Sortierung erfolgt anhand der ersten Veröffentlichung als Videospieleautomat. Die Umsetzungen für den C64 und den anderen Heimcomputern erfolgten teilweise erst ein oder zwei Jahre nach erscheinen der Automatenversion (siehe auch Arcade). Weiterhin können Computerumsetzungen von Arcade-Spiele einen anderen oder abgeänderten Spieletitel haben.

Animationen aus den C64-Umsetzungen (Jahreszahlen beziehen sich auf das erscheinen der C64-Version) einiger Arcade-Klassiker der früheren 1980er Jahren:


Weblinks[Bearbeiten]

WP-W11.png Wikipedia: Arcade-Spiel
WP-W11.png Wikipedia: Arcade-Automat
WP-W11.png Wikipedia: Video game arcade cabinet Sprache:english